Titel: Verbesserungen im Ofenbaue.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 44, Nr. CIV./Miszelle 7 (S. 464)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj044/mi044104_7

Verbesserungen im Ofenbaue.

Unter den 11 Concurrenten, welche sich im J. 1831 um die Preise bewarben, die die Société d'encouragement auf Verbesserungen an den verschiedenen Arten von Oefen ausgeschrieben hatte, errang keiner einen Preis. Am meisten zeichnete sich jedoch Hr. Lemare aus, und diesem wurde auch für seinen Abdampfofen eine goldene Medaille zweiter Classe ertheilt. Die Commission, in deren Namen Hr. Gaultier de Claubry der Gesellschaft Bericht erstattete, glaubt nämlich, daß dieser Ofen in vielen Fällen sehr gute Resultate geben dürfte, daß er aber wegen seiner eigenen Einrichtung zu vielen Zweken untauglich ist. Der Apparat des Hrn. Lemare besteht aus zwei concentrischen horizontalen Cylindern, zwischen welchen sich ein Theil des Wassers befindet, welches erhizt werden soll. Im Inneren des inneren Cylinders ist der Rost angebracht, der die ganze Länge desselben einnimmt. Die beiden unteren Cylinder stehen mit zwei anderen senkrechten Cylindern in Verbindung, zwischen welchen sich gleichfalls Wasser befindet, und in deren Innerem der Rauch so lang circulirt, bis er dem Wasser den größten Theil seiner Wärme mitgetheilt hat. Mit diesem Apparate machte Hr. Lemare in Gegenwart der Commission einen Versuch, welcher 3 Stunden 50 Minuten lang fortgesezt wurde, und bei welchem beständig so viel Wasser nachgegossen wurde. als nöthig war, um dasselbe immer so viel als möglich auf gleicher Höhe zu erhalten. Am Ende des Versuches ergab sich, daß 36,370 Kilogr. Steinkohlen verbrannt waren, und daß 297,75 Lit. Wasser innerhalb obiger Zeit mit diesem Brennmateriale verdampft wurden: 1 Kilogr. Steinkohlen verdampfte hiermit 8 Kilogrammen Wasser. Dabei muß jedoch bemerkt werden, daß in dieser Berechnung das Brennmaterial, welches nöthig ist, um das Wasser bis zum Siedepunkte zu bringen, nicht mit begriffen ist, indem das Wasser beinahe siedend angewendet wurde. – Unter den übrigen Concurrenten erhielten nur noch die HH. Gros, Davillier, Roman et Comp. zu Wesserling, Dpt. du Haut Rhin, eine silberne Medaille für eine äußerst interessante Abhandlung, in der die Resultate der Versuche enthalten sind, welche diese Herren in den Jahren 1829, 50 und 31 mit verschiedenen Verdampf-Apparaten anstellten. Leider gibt der Bericht des Hrn. Gaultier de Claubry, den unsere Leser im Bulletin de la Société d'encouragement December 1831, S. 563 finden können, keine so genaue Rechenschaft über diese Resultate, daß sich etwas Sicheres daraus entnehmen ließe. – Die HH. Voisin und Comp. haben ihren Ofen zur Oxydation der Bleischlaken, für welchen sie früher die silberne Medaille erhielten, durch eine noch bessere Benuzung der Wärme verbessert, und erhielten dafür ehrenvolle Erwähnung.

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