Titel: Blurton, über einen Schwingrahmen zum Umkehren der Käse.
Autor: Blurton, William
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. X. (S. 45–46)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/ar046010

X. Ueber einen Schwingrahmen zum Umkehren der Käse. Von Hrn. Wilhelm Blurton Esq. von Fieldhall bei Utoxeter in Staffordshire.30)

Aus den Transactions of the Society of Arts im Register of Arts. Mai 1832, S. 113.

Die frischen oder jungen Käse müssen, ehe sie zu Markte gebracht werden können, durch allmähliches Troknen bedeutend härter gemacht werden. Zu diesem Zweke werden sie gewöhnlich in einer einfachen Schichte auf dem Boden der Käsekammer ausgebreitet, und täglich mit der Hand umgekehrt, damit jede der beiden Oberflächen abwechselnd der Luft ausgesezt werde. Diese Methode die Käse umzukehren ist, wenn die Schweizerei etwas groß ist, langweilig und mühsam; sie fällt meistens den weiblichen Dienstboten zur Last, und hindert diese so bisweilen die gehörige Zeit auf Ordnung und Reinlichkeit aller Theile, die in einer Schweizern so unumgänglich nothwendig sind, wenn man gute Producte erhalten will, zu verwenden. Außerdem wird aber noch der Boden bei dieser gewöhnlich üblichen Methode sehr schnell feucht, so daß die Trokenheit, die die eine der |46| Luft ausgesezte Oberfläche erreichte, wieder verloren geht, wenn man die Käse des Tages darauf umkehrt, um auch die andere Oberfläche der Luft auszusezen.

Hrn. Blurton's Erfindung besteht in einem Duzend zusammengefügter, starker Bretter, an denen an der einen Seite vom oberen Ende bis zum Boden herab Stangen angenagelt sind, damit die Käse Während des Umdrehens nicht herabfallen können. Der ganze Rahmen oder das ganze Gestell ist an zwei starken Zapfen, von denen der eine in die Mauer des Gemaches eingelassen ist, Während der andere von einem starken Pfosten getragen wird, aufgezogen. Zwei Sperrer erhalten das Gestell in aufrechter Stellung, und verhindern zugleich, daß sich dasselbe um mehr als die Hälfte umdrehen kann. Wenn man nun das Brett zuerst unmittelbar unter der Achse des Rahmens oder Gestelles füllt, und dann die Käse abwechselnd auf die nächst oberen und unteren Bretter legt, so kann das Uebergewicht der einen Seite über die andere nie mehr als das Gewicht eines Käses betragen. Die ganze zum Umdrehen der Maschine nöthige Kraft braucht mithin nie, unter keinerlei Umständen, größer zu seyn, als das Gewicht eines Käses und die Reibung der Zapfen. Die Käse kommen beim Umdrehen des Gestelles auf jene Bretter zu liegen, die sich früher über ihnen befanden, und die, da sie durch 24 Stunden der Einwirkung der Luft ausgesezt waren, gewiß vollkommen troken geworden sind.

Hr. Blurton wendet seine Maschine bereits seit 5 oder 6 Jahren an, und versichert, daß er mit ihrer Hülfe 55 Käse in derselben Zeit umkehren kann, in welcher man mit der Hand deren zwei umzukehren im Stande ist. Die Maschine hat übrigens noch folgende drei Vortheile: 1) die Käsekammer kann drei Mal so viel Käse fassen, als sie zu fassen vermag, wenn man die Käse auf den Boden legt. 2) Der Schatten, den die Bretter geben, und der Luftzug, der zwischen denselben durchstreicht, verhindert bei heißem Wetter das übermäßige Schwizen der Käse, und folglich einen bedeutenden Verlust derselben an Gewicht und Güte. 3) Endlich wird das Reifen der Käse dadurch sehr beschleunigt, so daß dieselben im Durchschnitte um 5 Wochen früher zu Markte gebracht werden können, als gewöhnlich.

Hr. Blurton erhielt für seine Maschine von der Society of Arts die große silberne Medaille.

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