Titel: Preisaufgaben der Sociéte industrielle zu Mülhausen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. XIII. (S. 58–73)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/ar046013

XIII. Preisaufgaben der Société industrielle zu Mülhausen, worüber in der Generalsizung im Monate Mai 1833 und 35 und im Mai 1840 entschieden wird.

Chemische Künste.

Von den in früheren Jahren ausgeschriebenen Preisen werden folgende noch zum Concurse zugelassen.

1) Goldene Medaille im Werthe von 500 Franken auf ein schnelles und leicht anwendbares Verfahren, wodurch man den Werth zweier Krappsorten gegen einander bestimmen kann.

2) Goldene Medaille im Werthe von 1500 Franken für eine Methode den Färbestoff des Krapps abzuscheiden, und dadurch die Menge desselben in einem gegebenen Gewichte Krapp zu bestimmen.

3) Bronzene Medaille für eine Abhandlung über die Ursachen der Selbstentzündung der fetten Baumwolle.

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4) Bronzene Medaille für die beste Abhandlung über das Bleichen der Baumwollenzeuge.

5) Bronzene Medaille für die beste Abhandlung über die Fabrikation des Adrianopelrothes.

6) Bronzene Medaille für das Bleichen mit Kalk ohne ein anderes Alkali.

7) Bronzene Medaille für eine vollständige Analyse des Kuhmistes.

8) Bronzene Medaille für eine Abhandlung, worin durch genaue Versuche gezeigt wird, welche Rolle bei dem Blaufärben der Baumwolle mit Indigo die außer dem blauen Pigmente in demselben enthaltenen Substanzen (wie z.B. der von Berzelius entdekte braune und rothe Stoff) spielen, und ob diese Substanzen dabei nüzlich oder schädlich sind, oder auch ob die eine oder andere von ihnen zur Erzeugung einer dauerhaften und glänzenden Farbe unumgänglich nothwendig ist.

9) Silberne Medaille für die Entdekung eines geeigneten Mittels, um die zum Oehlen der Baumwollenzeuge nöthige Zeit abzukürzen, und diese Operation ökonomischer zu machen.

10) Bronzene Medaille für die Entdekung oder Einführung eines nüzlichen Verfahrens in der Kattundrukerei. (Den im polytechn. Journale Bd. XXXVIII. S. 328 gegebenen Beispielen wird jezt noch folgendes beigefügt. Einen Pflanzenabsud von grüner Farbe aufzufinden, welcher der Wirkung der Zinnauflösungen widersteht, und der als Applicationsgrün auf Baumwolle, Wolle und Seide angewendet werden kann.)

11) Silberne Medaille für Erfindung einer blauen Farbe, welche der Luft, dem Chlor, den Säuren und der Seife besser widersteht, als das Indigküpenblau, und die wenigstens eben so lebhaft ist.

12) Bronzene Medaille für Erfindung einer gelben Farbe, welche der Luft, den Säuren und den Alkalien besser widersteht, als die mit Wau, Quercitron und chromsaurem Blei hervorgebrachten, dabei aber eben, so lebhaft ist.

13) Bronzene Medaille für eine genaue Analyse der schwarzen und weißen Galläpfel, des Bablah, des sicilianischen und des französischen Sumachs von Donzères.

14) Bronzene Medaille für die Beschreibung der vorzüglichsten bisher gebräuchlichen Maschinen zum Walken der Zeuge.

15) Bronzene Medaille für eine vollkommene chemische Zerlegung des abgeläuterten Oehles (huile tournante) in seine näheren Bestandtheile.

16) Silberne Medaille für ein Verfahren, um mit Krapp, der |60| bereits gebraucht und nachher mit Schwefelsäure behandelt wurde, solide Farben hervorzubringen.

17) Bronzene Medaille für ein schnelles und einfaches Verfahren den Grad der Feinheit troken oder mit Wasser (zur Teigconsistenz) geriebener Substanzen zu messen und in Zahlen anzugeben.

18) Bronzene Medaille für ein Verfahren das Indigblau (das sogenannte Fayenceblau) bloß durch zwei Eintauchungen hervorzubringen.

(Ueber diese achtzehn Preisaufgaben vergleiche Polyt. Journal Bd. XXII. S. 459, XXV. S. 341, XXX. S. 144, XXXIV. S. 62, XXXVIII. S. 327.)

Neue Preisaufgaben.

19) Silberne Medaille für denjenigen, welcher eine genaue, schnelle und einfache Methode angibt, nach welcher sich der vergleichsweise Werth zweier Cochenillen in Zahlen bestimmen läßt.

(Es müssen zugleich die Unterschiede in der Güte zwischen der silberweißen, der schwarzen und der rothen Cochenille nach der neuen Methode angegeben werden.)

20) Bronzene Medaille für eine ähnliche Probe-Methode in Hinsicht auf das Ferrnambuk- und Campechenholz.

(Der Verfasser muß die Anwendung seines Verfahrens an dem Brasilienholze, an dem Bressilet- oder Blutholze und an dem Holze von St. Martha zeigen, und die vergleichsweisen Werthe dieser drei Hölzer angeben.)

21) Silberne Medaille für denjenigen, der in Frankreich wenigstens ein Jahr lang eine indische Rubiacea gebaut und in den Handel gebracht hat, welche irgend einen Vortheil vor dem Krappe hat.

22) Silberne Medaille für denjenigen, der den Bau des Quercitronholzes in Frankreich eingeführt hat, und wenigstens ein Jahr lang dem Handel ein Product lieferte, welches dem Fabrikanten wohlfeiler zu stehen kommt.

23) Goldene Medaille für den Erfinder eines verbesserten Verfahrens zur Erzeugung des Indigo aus Waid.

(Dieses Product muß sowohl im Preise, als in der Güte mit dem gewöhnlichen Indigo wetteifern.)

Ueber diese drei lezten Preise wird im Mai 1840 entschieden.

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Mechanische Künste.

1) Silberne Medaille für die beste Abhandlung über das Spinnen der Baumwolle von N. 80 bis 180 metrisch, und über die Operation des Spinnens im Allgemeinen.

2) Goldene Medaille im Werthe von 1000 Franken (Stiftung des HH. J. J. Bourcard), für die Erfindung einer Maschine zum Oeffnen und Zupfen der Baumwolle aller Art, ohne daß dieselbe dadurch leidet, und wodurch sowohl das Klopfen oder Schlagen und das Zupfen mit der Hand, als auch der sogenannte Klopfzupfer (batteur-éplucheur) beseitigt werden kann.

3) Silberne Medaille für ein Verfahren die Halsstüke der Feinspindeln an Mulejennies unbeschadet ihrer vollkommenen Runde zu harten.

4) Bronzene Medaille für Verfertigung und Absaz neuer Baumwollenzeuge.

(Ueber diese Preise siehe polyt. Journal Bd. XXX. S. 149; es ist nur das Datum im neuen Programme geändert.)

5) Silberne Medaille für eine Abhandlung, worin gezeigt wird, bei welchem Verhältnisse zwischen der Höhe und dem Durchmesser eines Schornsteines nicht nur der größte Zug Statt findet, sondern auch am meisten an Brennmaterial und Baukosten erspart wird.

6) Bronzene Medaille für die beste Abhandlung über den ökonomischen Nuzen bei den rauchverzehrenden oder mit Speisungsapparaten für Steinkohlen versehenen Apparaten, nach positiven Erfahrungen und Beobachtungen.

7) Goldene Medaille für denjenigen, welcher im Departement des Oberrheins die erste Niederlage von guten Maschinen zum Zubereiten und Spinnen des Flachses und Hanfes errichten, und diese Maschine in Aufnahme bringen wird.

8) Silberne Medaille für die Bestimmung der Verhältnisse, welche man den Dimensionen der Laufbänder zur Fortpflanzung der Bewegung im Verhältnisse zur Stärke der fortgepflanzten Kraft geben muß.

9) Bronzene Medaille für die Anwendung des Schnurkraftmessers (Dynanomètre funiculaire) und für die Bestimmung der Kraft, welche erforderlich ist, um sowohl die ganze Reihe von Maschinen in einer Baumwollenspinnerei, als jede einzelne dieser Maschinen für sich allein in Bewegung zu sezen.

10) Bronzene Medaille für denjenigen, der ein dauerhafteres und wohlfeileres Schiffchen als das gegenwärtig gebräuchliche für die mechanischen Webestühle erfindet.

11) Silberne Medaille für denjenigen, welcher in unser Departement |62| die Fabrikation von hohlen, gehämmerten, kupfernen Walze zum Kattundruk, ähnlich den in England verfertigten, einführt.

(Ueber die Preise N. 5 bis 11 vergleiche polytechn. Journal Bd. XXXIV. S. 64 und Bd. XXXVIII. S. 330.)

Neue Preisaufgaben.

12) Silberne Medaille für eine Beschreibung des besten Verfahrens die Hochöfen, Krummöfen, Reverberiröfen und die großen Herde mit heißer Luft zu speisen.

(Man beginnt nun auch in Frankreich, wie dieß seit längerer Zeit in England, besonders in den Hüttenwerken zu Clyde, geschieht, die Verbrennung in den Hochöfen durch Speisung derselben mit solche Luft zu unterhalten, welche bis auf einen gewissen Grad erhizt worden.

Aus den in England angestellten Versuchen scheint hervorzugehen daß man, wenn man statt der gewöhnlichen kalten Luft, eine Luft anwendet, die vorher in eigenen Behältern oder Kesseln auf 220° F. (104,4 Centigr.) erhizt worden, bei einer gegebenen Quantität Eisen den vierten Theil Brennmaterial ersparen kann, und daß dabei zugleich der Ertrag an Eisen beträchtlich vermehrt wird.

Es läßt sich zwar vermuthen, daß eine höhere Temperatur noch günstigere Resultate geben würde, doch fehlt es bisher noch an Erfahrungen hierüber. Für unser Land, in welchem die großen Kosten des Brennmaterials die Hauptursache des hohen Preises des französischen Eisens im Vergleiche mit ausländischem sind, wäre die Einführung eines solchen Verfahrens gewiß von höchster Wichtigkeit. Die Gesellschaft wird daher, um die Aufmerksamkeit auf diesen Gegenstand zu lenken, demjenigen, der die besten, bisher gebräuchlichen Speisungsmethoden der Hochöfen, Krummöfen etc. mit heißer Luft beschreibt, eine silberne Medaille ertheilen.

Die Concurrenten müssen die Menge und die Geschwindigkeit der Luft, die bei verschiedenen Temperaturen nöthig ist, angeben, und die Apparate beschreiben, deren man sich bedient um die Luft zu erhizen und sie in die Hochöfen und die Herde zu leiten. Sie müssen ferner sowohl die Vortheile, als die Nachtheile, welche dieses Verfahren gewährt, auseinandersezen.)

13) Goldene Medaille im Werthe von 500 Franken (Stiftung der HH. Koechlin, Favre und Waldner), für die Erfindung einer Maschine, mit welcher man die Kattune und andere ähnliche Stoffe mit Vortheil messen und zusammenlegen kann.

(Man bedient sich zum Messen und Zusammenfalten der Calicos |63| gewöhnlich zweier Nadeln oder sehr spiziger Haken, bis in Entfernungen von einer Elle von einander an einem Brette oder in einer Mauer festgemacht sind. An diesen Haken hakt der Arbeiter abwechselnd den Rand des Stükes, welches gemessen werden soll, ein; und wenn dieß geschehen ist, so zählt er um die Zahl der Ellen zu erfahren, die Zahl der Blätter.

Diese Operation, welche man das Messen nennt, wird vorgenommen, wenn das Stük aus dem Webestuhle kommt, und dann beinahe bei jedem Handel wiederholt. Sie ist langwierig, ermüdend, und verschiedenen Schwankungen unterworfen, die vorzüglich von der größeren oder geringeren Spannung, die der Arbeiter dem Zeuge gibt, herrühren. Sie hat ferner den Nachtheil, daß die Zeuge oft Risse bekommen, und dadurch bedeutend an Werth verlieren. Der niedrige Preis, auf welchen die Calicos herabgesunken sind, machen es um so mehr wünschenswerth, daß man bei diesem langweiligen Messen der Zeuge an Zeit und Kosten erspare.

In einigen Fabriken läßt man die Zeuge zwischen zwei Walzen durchlaufen, die sich in bestimmten Zeiträumen abwikeln, und welche mittelst eines Zahlers die Zahl der Ellen eines Stükes angeben. Diese Maschinen falten jedoch die Zeuge nicht zusammen.

Alle die Versuche, die bisher angestellt wurden, um diese beiden Operationen in einem einzigen Mechanismus zu verbinden, waren fruchtlos, und doch ist die Unmöglichkeit der Erreichung dieses Zieles nicht dargethan.

Die HH. Koechlin, Favre und Waldner bieten daher eine Summe von 500 Franken an, welche die Gesellschaft demjenigen zuerkennen wird, der eine, durch irgend eine Triebkraft getriebene Maschine erbaut oder verfertigt, welche die Calicostüke und andere ähnliche Zeuge wenigstens mit eben so vieler Genauigkeit mißt und zusammenfaltet, als dieß nach der bisherigen Methode der Fall ist, und welche zugleich weniger Zeitverlust und Kosten veranlaßt.

Es wird übrigens nicht gefordert, daß die Maschine die Zeuge auch auf sich selbst zusammenfalte, was gegenwärtig auf einem Tische geschieht, nachdem das Stük von den Haken abgenommen wurde.)

15) Goldene Medaille für den Verfasser einer vollständigen Abhandlung über die Theorie und die Anwendung der Ventilatoren.

(Unter dem Namen Ventilatoren versteht man sehr verschiedene Apparate, die sich sowohl nach dem Principe, auf welchem sie beruhen, als nach ihrer Bauart von einander unterscheiden. Jene Ventilatoren jedoch, von denen hier die Sprache seyn soll, und auf welche die Gesellschaft vorzüglich die Aufmerksamkeit gerichtet wissen |64| will, sind sehr einfache Maschinen. Sie bestehen nämlich aus mehreren Flächen oder Flügeln, die so um eine Achse herum angebracht sind, daß sie, wenn sie in kreisförmige Bewegung gesezt werden, die Luft beständig von der Mitte gegen den Umfang hin treiben. Unter den gewöhnlichen Ventilatoren dieser Art gibt es vorzüglich zweierlei Arten: 1) solche, welche ganz offen sind; und 2) solche, die in ein Gehäuse eingeschlossen sind, welches meistens die Cylinderform hat, und zum Aus- und Eintritte der Luft mit zwei Oeffnungen versehen ist. Erstere werden gewöhnlich zum Troknen der Ketten der Preßmaschinen (machines à pares) angewendet; leztere hingegen finden eine allgemeine Anwendung. Man bedient sich derselben vorzüglich in den Spinnmühlen, um den Staub der Baumwollklopfer aus dem Gebäude zu schaffen; an den Puzmühlen, um das Korn zu reinigen, in den Bergwerken zur Erneuerung der Luft etc. Seit einiger Zeit wendet man sie auch an, um große Herde mit Luft zu speisen, in dem sie einen sehr starken Luftzug erzeugen. Da nun diese Benuzung der Ventilatoren eine große Ersparung an Brennmaterial und am Baue der Schornsteine zu versprechen scheint, und da sich diese Apparate gewiß noch in vielen anderen Fällen mit großem Vortheile anwenden lassen, so ertheilt die Gesellschaft, um die Aufmerksamkeit auf dieses Instrument, dessen Wirkungen und Theorie noch nicht hinreichend bekannt sind, zu lenken, demjenigen eine goldene Medaille, der die beste und vollkommenste Abhandlung über die Ventilatoren der angegebenen Art einliefert.

Die Theorie muß in dieser Abhandlung deutlich und bestimmt auseinandergesezt, und so viel als möglich auf Erfahrungen gestüzt seyn. Eben so müssen die Formen, Dimensionen, Oeffnungen, so wie die geeignetsten Stellungen dieser lezteren angegeben werden.

Die Zahl, die Art, die Geschwindigkeit und die Stellung der Flügel bringen in Hinsicht auf die Stärke der angewendeten Triebkraft und auf die Baukosten die größte Wirkung hervor.

Der Abhandlung muß endlich noch ein Modell oder wenigstens eine Zeichnung jenes Ventilators beigefügt werden, den man als den vollkommensten erkannt hat.

16) Silberne Medaille für die Erfindung eines Instrumentes, mit welchem sich die Geschwindigkeit der Luft mit Genauigkeit messen läßt.

(Bei einer Menge von Operationen, wie z.B. bei den Versuchen über das Heizen und Lüften großer Gebäude und Anstalten, über das Ziehen der Kamine etc., wäre ein Instrument, mit welchem sich die Geschwindigkeit der Luft auf eine einfache und genaue Weise messen ließe, von größter Wichtigkeit, Ein solches Instrument existirt |65| aber bisher entweder noch gar nicht, oder es ist nur sehr wenig bekannt und verbreitet. Gewöhnlich bedient man sich zum Messen der Geschwindigkeit der Luft der Röhre von Piteau, oder verschiedener leichter Körper, wie z.B. der Federn, der Baumwolle, des Rußes etc.; weder die eine, noch die andere Methode ist jedoch genau. Bei erstem dient der Unterschied im Niveau, welcher in zwei Armen eines umgekehrten, mit Alkohol oder Wasser gefüllten Hebers Statt findet, zur Berechnung der Geschwindigkeit. Da jedoch die specifische Schwere des Alkohols oder des Wassers 700–800 Mal größer ist, als jene der Luft, so folgt hieraus, daß der geringste Fehler in der Beobachtung bedeutend seyn wird, indem er mit 700–800 multiplicirt werden muß. – Was die zweite Methode, die leichten Körper, betrifft, so kann dieselbe erstens nur in einem Räume von einer gewissen Größe angewendet werden, indem die Schwere doch immer einen gewissen Einfluß auf diese Körper ausübt. 2) sind bei dieser Methode die Anfangs- und die End-Punkte nur sehr schwer mit einiger Genauigkeit zu bestimmen.

ES wurden ferner zur Bestimmung der Geschwindigkeit der Luft Instrumente mit Flügeln, denen ähnlich, deren man sich zum Messen der Strömung des Wassers bedient, vorgeschlagen; allein diese Instrumente lassen sich nur schwer so empfindlich verfertigen, als daß die Reibung nicht öfter, und besonders bei den niedrigeren und höheren Graden von Geschwindigkeit, bedeutende Unterschiede veranlassen müßte.

Die Gesellschaft wird daher, überzeugt von dem Nuzen eines solchen Instrumentes, demjenigen eine silberne Medaille ertheilen, welcher ein Instrument bekannt macht, mit welchem man die Geschwindigkeiten der Luft von 1 bis zu 50 Fuß per Secunde genau messen kann, und welches sich bei allen Temperaturen, von den niedrigsten an bis zu 600° Centigr. anwenden läßt. Die Anwendung dieses Instrumentes muß ferner leicht seyn, es darf nicht leicht in Unordnung gerathen, und muß sich allen Luftströmen, welches auch ihre Richtung seyn mag, anpassen.

Naturgeschichte und Landwirthschaft.

1) Bronzene Medaille für eine neue Anwendung der Natur-Producte des Departements.

2) Bronzene Medaille für eine geognostische und mineralogische Beschreibung eines Theiles des Departements.

3) Bronzene Medaille für Entdekung neuer nuzbarer Minen in diesem Departement.

(Vergleiche Polyt. Journal Bd. XXXVIII. S. 329.)

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Neue Preisaufgaben.

4) Silberne Medaille oder deren Werth, 30 Franken, für denjenigen, der bis zum December 1834 die größte Menge Maulbeerbäume, wenigstens über 20 Stüke, gepflanzt hat.

5) Vier bronzene Medaillen für diejenigen, die am meisten Maulbeerbäume über die Zahl 50 hinaus gepflanzt haben.

6) Silberne Medaille oder deren Werth für denjenigen, der die größte, über 50 Pfunde betragende, Menge Cocons gezogen hat.

7) Vier bronzene Medaillen für diejenigen, deren Ernte sich am höchsten über 20 Pfunde Cocons beläuft.

(Der Bericht, den Hr. Riester zur Motivirung dieser Preise erstattete, lautet im Auszuge folgender Maßen.

Aus den mehr als 200jährigen Versuchen, die in Deutschland, England und selbst in Schweden angestellt wurden, geht hervor, daß der weiße Maulbeerbaum bis zum 52sten Grade nördlicher Breite gezogen werden kann. Eben so glüklich waren die Resultate der Versuche die man in England, Belgien, Preußen, Bayern, Baden und der Schweiz mit der Seidenraupenzucht selbst anstellte. Wahrscheinlich ist die Zeit nicht mehr ferne, in welcher diese Staaten ihren Bedarf an Seide selbst erzeugen werden. Soll Frankreich, dessen Klima und Boden sich weit besser zur Seidenzucht eignet, als jenes der angeführten Staaten, hinter diesen zurükbleiben? Es steht zu hoffen daß die Fortschritte unserer Nachbarn, die uns in diesem Zweige zu überflügeln drohen, die Regierung veranlassen werden, die Anpflanzung der Maulbeerbäume und die Zucht der Seidenraupen so viel wie möglich zu begünstigen, um Frankreich die Superiorität in der Seidenfabrikation bleibend zu sichern. Die Gesellschaft hat beschloßen auch das Ihrige dazu beizutragen, und da fortzufahren, wo die Société d'émulation zu Colmar im J. 1809 stehen blieb. Diese Gesellschaft besaß damals 60,000 junge Maulbeerbaumstamme, die sie auf den unbebauten Gemeindegründe pflanzen lassen wollte; die Kriegsereignisse zernichteten jedoch die Gesellschaft und alle ihre 60,000 Bäumchen! Ohne diese Ereignisse würden wir jezt 600,000 Maulbeerbäume haben, und damit jährlich 2,137,500 Pfunde Cocons ziehen können, die einen jährlichen Ertrag von 4 Millionen Franken geben würden.

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Alle Zweifel, die noch darüber erhoben werden konnten, ob sich bei uns eine gute Seide ziehen lasse, sind durch die Resultate, die die HH. de Boecklin zu Kientzheim, Foltzer zu Fagolzheim und Fournet zu Colmar erhielten, gehoben; ja der berühmte Bonafous, der Verfasser des besten Werkes über die Cultur des Maulbeerbaumes, versicherte Hrn. Hout zu Mannheim, daß die von ihm gezogene Seide eben so schön und so nervig sey, als jene, die in manchen südlichen Gegenden erzielt wird.

Die Gesellschaft hat gegenwärtig auf dem Terrain, welches ihr Hr. Koechlin-Schouch überließ, einen Vierling Maulbeerbaumsamen ausgebaut; sie wird mehrere Jahre hinter einander mit diesem Ausbauen fortfahren, und hofft auf diese Weise binnen 3 bis 4 Jahren jährlich 20,000 Stüke Maulbeerbaum – Stammchen abgeben zu können. Sie wird übrigens, um auch diese Zwischenzeit zu benuzen, noch dieses Jahr aus nördlicheren und südlicheren Gegenden Maulbeerbaumsamen und Stämme kommen lassen, und nächstes Jahr Seidenraupen-Eier zugleich mit einer populären Instruction über die Art und Weise die Maulbeerbäume sowohl als die Seidenraupen zu ziehen, unentgeldlich vertheilen lassen. Die Gesellschaft macht sich ferner anheischig alle die im Departement erzielten Cocons im laufenden Preise anzukaufen, wenn es verlangt wird.)

8) Goldene Medaille im Werthe von 300 Franken (Stiftung der HH. Meyer-Dollfuß und Zuber-Karth) für ein leicht anwendbares, wohlfeiles und sicheres Mittel die Erdäpfel vor dem Auswachsen zu schüzen, und sie wenigstens ein Jahr lang gut und genießbar zu erhalten.

(Der motivirte Bericht, welchen Hr. Penot über diese von Hrn. Dr. Weber vorgeschlagene Preisaufgabe erstattete, lautet, wie folgt.

„Die Erdäpfel werden wahrscheinlich eines Tages in ganz Europa das Hauptnahrungsmittel der niedrigeren Classe werden; in einigen Gegenden ist dieß sogar jezt schon der Fall. Den HH. Payen und Chevallier zu Folge erzeugt eine mit Erdäpfeln bestellte Hectare Landes 5119 Kilogr. trokenen Nahrungsstoff, während eine gleiche, mit Getreide bebaute Streke Landes nur den vierten Theil hiervon, nämlich 1200 Kilogr. gibt. Nimmt man nun hiezu noch, daß das Gedeihen der Erdäpfel nicht gar so vielen Zufällen ausgesezt ist, wie Ms des Getreides, so wird, wenn der Erdäpfelbau ein Mal die gehörige Ausdehnung gewonnen hat, nicht leicht mehr eine Hungersnoth möglich seyn. Das Getreide hat übrigens vor den Erdäpfeln den unschäzbaren Vortheil voraus, daß es leichter und länger aufzubewahren |68| ist, während die Erdapfel theils durch das Frieren, theils durch das Auswachsen außerordentlich leiden. Man hat schon seit längerer Zeit auf Mittel gedacht, wodurch sich diesen beiden Nachtheilen abhelfen ließe; man hat auch schon in mehreren Journalen und Abhandlungen allerlei Methoden hiezu vorgeschlagen; allein die meisten derselben wurden nur wenig bekannt, sey es, daß sie keine weitere Verbreitung verdienten, sey es, daß sie nicht zur Kenntniß derjenigen kamen, für die sie das meiste Interesse gehabt haben würden. Wir wollen einige dieser Methoden hier anführen.

Das gewöhnliche und hier zu Lande allgemein übliche Verfahren besteht darin, daß man die Erdapfel den Winter über im Keller auf, bewahrt, im Frühjahre hingegen auf den Boden schafft.

Nach Hrn. Bonnet soll man die Erdapfel in trokne Fasset bringen, deren Boden man zuerst herausnimmt und dann so sorgfältig wieder einsezt, als sollte eine Flüssigkeit in demselben aufbewahrt werden. Diese Fässer müssen in einen frostfreien Keller gebracht werden.

Parmentier räth, die Knollen einige Zeit über in siedendes Wasser zu bringen, sie dann abzuschälen, in Schnitten zu schneiden, und diese Schnitten zu troknen und an einen troknen Orte aufzubewahren.

Graf Lasteyrie, dessen Namen man überall trifft, wo es sich um etwas allgemein Nüzliches handelt, hat mehrere Versuche angestellt, um auszumitteln, in welcher Tiefe unter der Erde die Erdäpfel zu vegetiren aufhören. Er fand, daß wenn dieselben einen Fuß tief unter der Erde liegen, im Frühlinge Triebe über der Erde zum Vorschein kommen; daß bei einer Tiefe von 2 Fuß diese Triebe erst gegen Mitte des Sommers sichtbar werden; daß diese Triebe bei einer Tiefe von drei Fuß nur eine sehr geringe Länge erreichen, und daß die Erdäpfel endlich bei einer Tiefe von 3 Fuß 6 Zoll gar nicht treiben. Graf Lasteyrie sagt (im Journal des connaissances usuelles T. VI. S. 129), daß er mehrere Haufen Erdäpfel in einem Garten 3 Fuß tief unter die Erde vergraben ließ, und daß diese Erdäpfel nach 1 und 2 Jahren gar nicht getrieben, und weder ihre Frische, noch ihre Festigkeit, noch ihre Güte, noch ihren ursprünglichen Geschmak verloren hatten.

So wichtig es ist die Erdäpfel in einem guten und gesunden Zustande erhalten zu können, eben so wichtig dürfte es vielleicht seyn, für die gefrornen Erdäpfel auch noch eine nüzliche Anwendung ausfindig zu machen. Hr. Versepuy, Apotheker zu Riom, räth die gefrornen und weich gewordenen Erdäpfel zu zerquetschen; sie mit Wasser anzurühren und auf ein Sieb zu bringen. Das Wasser und |69| das Stärkmehl fließen durch das Sieb, während das Mark, welches noch weiter ausgewaschen wird, auf dem Siebe zurükbleibt. Das Stärkmehl gibt eine sehr gesunde Nahrung, das Mark hingegen wird an das Vieh verfüttert.)

Staatswirthschaft und öffentlicher Unterricht.

1) Goldene Medaille für jene Abhandlung, welche die Vortheile und die Nachtheile der Banken, die gegenwärtig in England, in den Vereinigten Staaten und in Frankreich existiren, am Besten erläutert, und in welcher ein Banksystem angegeben wird, welchem nicht nur die größte Festigkeit und Sicherheit, sondern auch für den Akerbau, die Industrie und den Handel die meisten Hülfsquellen gewährt.

(Der motivirte Bericht des Hrn. Ch. Kestner-Rigau über diese Preisaufgabe enthält im Wesentlichen Folgendes.

Der Zwek des Credites liegt darin, der producirenden Classe die Instrumente ihrer Arbeit in die Hände zu legen; er ist der große Hebel der Industrie; durch ihn allein wurden Venedig, Genua und Holland das, was sie waren; durch seine Hülfe sind der Handel und die Industrie in neueren Zeiten auf einen Punkt gelangt, für den man in der Geschichte keiner Zeit ein ähnliches Beispiel findet. Dessen ungeachtet gelangen wir aber immer mehr und mehr zu der Ueberzeugung, daß die heut zu Tage gebräuchlichen Creditmittel nichts weniger als mit den Fortschritten der Industrie im Verhältnisse stehen.

Die Generalbanken werden von den Capitalisten lediglich von dem Gesichtspunkte des Interesse's aus errichtet und geleitet. Ihre den großen Banquiers geöffneten Cassen dienen zwar, obschon indirect, zum Discontiren der Anweisungen der Fabrikanten; allein sie schließen sich ihnen augenbliklich, so wie politische Ereignisse oder commercielle Krisen das Gleichgewicht der Production auch nur etwas stiren, so daß diese Katastrophen auf diese Weise durch die Banken nur noch unheilvoller gemacht werden.

Die Specialbanken erleichtern zwar die Industrie auch vorübergehend, indem sie ihr Capitalien zuwenden; allein sie sind von den Producenten entfernt, und können folglich, weder deren Fähigkeiten noch deren Vermögen gehörig schäzen. Aus diesem Grunde steken sie oft aus Zufall oder aus Blindheit, große Capitalien in Industriezweige, die kein Vertrauen verdienen; auf diese Weise erzeugen sie oft in manchen Orten ein Uebermaß von Produktion, welches nothwendig |70| Erschütterungen herbeiführen muß, unter denen sie selbst zu Grunde gehen. Die Fallimente dieser Banken haben, aus welcher Ursache sie auch entstanden seyn mögen, immer nachtheilige Folgen, die selbst für ganze Gegenden verderblich werden können.

Die Credit-Documente, mittelst welcher die Fabrikanten Capitalien erhalten, sind eben so fehlerhaft, als die Einrichtungen der Banken.

Die Anweisungen, die Acceptationen, die Wechsel, die Verpflichtungen aller Art bewirken, daß der Schuldner keine Operation unternehmen kann, welche Zeit erfordert, ohne daß er fürchten muß, die Mittel zu verlieren, auf die er gezählt hatte. Darunter leidet die Sicherheit der Vertrage, die Festigkeit der industriellen Unternehmungen wird unmöglich, und zugleich mit ihnen verschwindet alle Wohlfahrt. Die häufige Erneuerung der Verschreibungen, die der Arbeiter gezwungen ist bei dem Capitalisten auszuwirken, hat überdieß den Nachthell, daß die Interessen immer hoch stehen bleiben.

Die Bankbillete eignen sich, obwohl sie weit nüzlicher sind als alle individuellen Verpflichtungen, ihrer Natur nach doch nur für wenige Fälle. Sie tragen kein Interesse, bieten kein Mittel zur Unterbringung von Capitalien dar, und spielen daher nur die Rolle des Geldes. In Ländern, in denen es eine große Menge von Banken gibt, erzeugt die Verschiedenheit ihrer Billete noch neue große Nachtheile, unter denen die Leichtigkeit dieselben zu verfälschen nicht zu den geringsten gehört.

Um ein Credit-System zu gründen, welches mit der Zukunft unserer Industrie harmonirt, müssen unsere Geseze nothwendig große Veränderungen erleiden; denn unsere gegenwärtigen Geseze hindern sogar den größten Theil der Fabrikanten am freien und Nuzen schaffenden Genüsse jener Credit-Mittel, die gegenwärtig im Gebrauche sind. Viele tiefe Denker Hasen sich schon mit diesen Reformen befaßt.

Man hat die Mobilisirung des Bodens und eine vollkommene Umänderung unseres Hypothekensystemes als unumgänglich nothwendig bezeichnet.

Eine der wichtigsten Aufgaben unseres Zeitalters ist es eine Gesezgebung zu gründen, welche die Vertheilung der Capitalien oder besser die Vertheilung der Arbeits-Instrumente unter alle industriellen Classen unter den möglich besten Bedingungen begünstigt.

Die Gesellschaft wünscht die Aufmerksamkeit des gesammten Publicums auf diesen so höchst wichtigen Punkt zu lenken und wird daher in ihrer Maisizung im J. 1833 für die beste Abhandlung, die ihr über den erwähnten Gegenstand zukommt, eine goldene Medaille ertheilen.)

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2) Goldene Medaille für den Verfasser des besten Planes zur Organisation von Gewerbs- oder industriellen Schulen.

(Dieser Preis wurde auf den Bericht des Hrn. Verny, Vorstandes des Collegiums zu Mülhausen vorgeschlagen. Das Programm lautet im Wesentlichen, wie folgt.

Die Mehrzahl der Menschen ist unstreitig zu industriellen Arbeiten bestimmt. Man muß aber unter Industrie nicht bloß die eigentlichen Fabrikarbeiten, sondern alle Arbeiten verstehen, durch welche die Natur zu Gunsten der Menschen ausgebeutet wird; so daß folglich sowohl der Akerbau, der die Arbeit der Natur leitet, unterstüzt, und deren Producte sammelt, als das Manufactur- oder das Fabrikwesen, welches die Naturproducte umwandelt, und ihnen neue Formen und neuen Nuzen gibt, und der Handel, der die Früchte der beiden vorhergehenden Zweige nach Bedürfniß der einzelnen Orte verbreitet, darunter verstanden werden müssen.

Man beklagt sich in Frankreich, so wie anderwärts, allgemein, daß bei dem Systeme der öffentlichen Schulen nirgendwo auf die zukünftigen Repräsentanten der Industrie, d.h. auf die Mehrzahl der Nation Rüksicht genommen ist, und verlangt daher überall die Errichtung von Industrieschulen. Es wurden auch wirklich bereits mehrere Schulen dieser Art gegründet, bei denen man jedoch mehrere Fundamental-Unterschiede wahrnehmen kann: zum deutlichen Beweise, daß man bei deren Organisation nicht von einem und demselben Gesichtspunkte ausging, und daß man nichts weniger als darüber einig ist, was man unter dem Ausdruke Industrieschule denn eigentlich verstehen soll.

Die Gesellschaft glaubt daher, daß es von einigem Nuzen seyn dürfte, wenn sie eine gründliche Discussion aller Fragen über die Errichtung von Industrieschulen in Anregung brachte, und wird daher in ihrer Maisizung vom J. 1833 dem Verfasser des besten Planes zur Errichtung solcher Schulen eine goldene Medaille ertheilen.

Ohne die Freiheit der Concurrenten in Hinsicht auf die Art diesen Gegenstand zu bearbeiten, auch nur im Geringsten begränzen zu wollen, und ohne sich anzumaßen, ihnen die zahlreichen Fragen andeuten zu wollen, um die es sich hier handelt, ersucht die Gesellschaft dieselben, ihre Aufmerksamkeit auf folgende Punkte zu richten:

1) Welche Motive sprechen bei dem gegenwärtigen Zustande des Unterrichtes in Frankreich vorzüglich zu Gunsten der Errichtung von Industrieschulen?

2) Sollen die Industrieschulen, die über dem Primär- oder Elementar-Unterrichte stehen, die moralische und intellectuelle Entwikelung, die die Menschen in lezteren erhalten, weiter ausdehnen, oder |72| sollen sie ihren Zöglingen bloß jene Kenntnisse einprägen, deren sie bedürfen, um diesen oder jenen bestimmten Industriezweig gehörig ausüben zu können?

3) Auf welchem Punkte soll das Specialstudium in diesem lezten Falle stehen bleiben? Soll man bloß die allgemeinen, für alle Industriezweige, den Akerbau und den Handel gleich nöthigen Gegenstände lehren, oder soll der Unterricht noch weiter specialisirt werden, oder sollen die Industrieschulen, je nach den örtlichen Verhältnissen, bloß Oekonomie-, Fabrik- oder Handels-Schulen seyn? Uni wie will man in diesem Falle dem Interesse der Majorität Genüge leisten, ohne die Bedürfnisse und die Rechte der Minorität zu beeinträchtigen?

4) Soll man bei der Einrichtung und dem Studienplane der Industrieschulen bloß auf die Masse jener Kinder Rüksicht nehmen, die ihren Studien nur wenig Zeit widmen können, die ihre Kräfte benuzen, und so früh als möglich ihr Brod verdienen wollen, die mit 15 Jahren und darunter auf das Feld, in die Fabriken und Werkstätten oder Magazine und Comptoirs geschikt werden müssen, und mit deren Unterricht man sich daher so viel als möglich beeilen muß, um sie wenigstens mit den nöthigsten praktischen Kenntnissen auszustatten? Oder soll man auch auf jene Rüksicht nehmen, die dazu bestimmt sind, einst einen höheren Rang einzunehmen, die einst die Vorstände einer Oekonomie, einer Fabrik, eines Handlungshauses werden sollen, die ihre ganze Jugend den Studien widmen können, und denen ihre Zukunft selbst vorschreibt, vollkommenere und tiefere Studien zu machen, um zu einer höheren und ausgedehnteren, intellectuellen Entwikelung zu gelangen? Kann diesen beiden Classen von Zöglingen durch einen und denselben Studienplan entsprochen werden, oder bedarf es für jede derselben einer eigenen Anstalt?

Bemerkung. Auch deutsch geschriebene Abhandlungen werden zur Preisbewerbung zugelassen.

Verschiedene Preisaufgaben.

1) Bronzene Medaille für eine wichtige, in irgend einem Zweige der Industrie oder der Landwirthschaft des Departements des Ober-Rheines eingeführte Verbesserung.

2) Bronzene Medaille für Einführung irgend eines neuen Industriezweiges im Departement.

3) Bronzene Medaille für die beste Abhandlung über jene Industriezweige, welche sich im Departement verbessern oder einführen lassen.

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Die Preise werden in den General-Versammlungen, die im Monate Mai der Jahre 1833, 1835 und 1840 Start finden, zuerkannt werden. Die Einsendung der Abhandlungen, Zeichnungen, Muster, Modelle, Zeugnisse etc. muß vor dem 15. März 1833, 1835 und 1840 an den Präsidenten der Société industrielle de Mulhausen geschehen.

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