Titel: Howard, verbesserte Bauart eines oberschlächtigen Wasserrades.
Autor: Grégory,
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. LXXXII. (S. 323–324)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/ar046082

LXXXII. Verbesserte Bauart eines oberschlächtigen Wasserrades, worauf Dean S. Howard von Lyonsdale in der Grafschaft Lewis, New-York am 16. Februar 1831 ein Patent erhielt.

Aus dem Register of Arts. Junius 1822, S. 147.

Mit einer Abbildung auf Tab. V. Fig. 32.

Man weiß, daß die gewöhnlichen oberschlächtigen Räder (backet wheels) aus einer Reihe von Kästen oder Zellen bestehen, welche gegen den äußeren Umfang des Rades offen, gegen die Achse des Rades zu mit einem Boden verschlossen sind.

Die hier vorgeschlagene Verbesserung besteht in Folgendem:

Jeder einzelne Kasten ist von Außen und Innen offen, und nur von den Seiten durch die Radkränze eingeschlossen, so, daß die Luft überall freien Eintritt und Austritt hat, und daß Luft und Wasser von einer Zelle zur andern im ganzen Umfange des Rades ungehindert dringen können. Die vorderen Schaufeln sind in einer so schrägen Richtung gestellt, daß die Zellen das Wasser leicht aufnehmen, und länger als bei der gewöhnlichen Bauart behalten, und daß beim Ueberfüllen einer Zelle das zu viele Wasser, welches bei den gewöhnlichen Rädern durch die Schwungkraft vorne ausgeworfen wird, rükwärts in die zunächst darunter befindliche Zelle überfließt, wohin es durch die von dem Boden des Rades in schräger Richtung abwärts gestellten Bretter oder Schaufeln geleitet wird. Man kann, wenn man es für nöthig erachtet, im Boden des Rades Oeffnungen anbringen, durch welche die äußere Luft in jede Zelle dringen kann.

Der Durchschnitt eines Segmentes, Fig. 32 stellt die ganze Bauart dieses Rades deutlich dar.

Anmerkung des Uebersezers.

Die gewöhnliche Bauart der oberschlächtigen und halboberschlächtigen Wasserräder unterliegt zweien wesentlichen Fehlern, wodurch ihre Wirkung, bei einer schnellen Bewegung bedeutend vermindert wird. Da die Kasten oder Zellen gegen Innen ganz verschlossen sind, so wird ein Theil des von Außen einstürzenden Wassers von der darin eingeschlossenen Luft, welche nicht schnell genug zur Seite entweichen kann, zurükgeworfen, und von der Schwung- oder Centrifugal-Kraft über den Umfang des Rades hinausgeschleudert, und dieser |324| Theil des Aufschlagwassers geht für den Effect der Maschine rein verloren.

Zweitens kann, wenn die obersten Zellen zu viel Wasser enthalten, sich der Ueberfluß nur nach Außen entleeren, wobei der größte Theil desselben nuzlos abfällt, und die Zellen unten zu früh ausschütten.

Diesem doppelten Nachtheile wird durch die neue und sinnreiche Anordnung des Hrn. Howard auf die wirksamste Art begegnet, und es leidet daher keinen Zweifel, daß ein so construirtes Rad viel weniger Aufschlagwasser zu einer bestimmten Wirkung erfordern wird als ein gewöhnliches. Hiebet müssen wir indessen Folgendes bemerken.

1) Die Kränze eines solchen Rades müssen wenigstens um die Hälfte breiter als gewöhnlich gemacht werden.

2) Das Aufschlagwasser darf bei dieser Anordnung nicht, wie gewöhnlich, oben auf den Scheitel des Rades, oder nahe an demselben einfallen, sondern kann nur in einer geringen Höhe über dem Mittel oder der Achse des Rades eingeleitet werden. Der Durchmesser des Rades muß daher immer wenigstens um ein Drittel größer als die Höhe des Gefälles werden; und diese Anordnung paßt daher nicht für ganz oberschlächtige, sondern eigentlich nur für halboberschlächtige oder sogenannte Brust-Räder, in welche das Wasser in der Mitte, oder nur in einer geringen Höhe über derselben einfällt.

3) Die Zellen, und die in schräger Richtung vom Boden abwärts eingesezten Platten werden am schiklichsten von starkem Eisenblech gemacht.

4) Ein Boden am inneren Umfange dieses Rades ist ganz überflüssig, und man kann diesen, um den Zutritt der Luft von allen Seiten desto mehr zu erleichtern, weglassen, die Zellen von Innen ganz offen lassen, und die Kränze auf eine andere schikliche Art mit einander verbinden.

B.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Orte
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: