Titel: Nettlefold, Verbesserungen an Tischen.
Autor: Nettlefold, John Sutton
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. CX. (S. 426–428)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/ar046110

CX. Verbesserungen an Tischen, welche sich auch zu anderen Zweken benuzen lassen, und auf welche sich Johann Sutton Nettlefold, Eisenhändler in Red Lion Street, Holborn, in der Grafschaft Middlesex, am 14. August 1832 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Register of Arts. Septbr. 1852, S. 236.

Mit Abbildungen auf Tab. VI.

Die Erfindung des Patent-Trägers besteht, wie er sagt, in einer eigenen Einrichtung der Befestigungsmittel für Tafeltische, welche Mittel sich auch zur Verbindung von Fensterrahmen, Fensterladen, Thüren und verschiedenen zusammenlegbaren Platformen, kurz an allen Gegenständen anbringen lassen, welche auf eine einfache und feste Weise mit einander verbunden werden sollen, und an denen sich zur Aufnahme dieser Vorrichtungen geeignete Gefüge oder Flächen befinden.

Um den Unterschied seiner Erfindung von jenen Vorrichtungen, deren man sich bereits zu denselben Zweken bediente, mehr hervorzuheben, hat der Patent-Träger im Eingange seiner Patent-Erklärung die zwei vorzüglichsten, bisher bekannten und allgemein angewendeten Befestigungsmethoden beschrieben und abgebildet. Die erste dieser Vorrichtungen ist eine alte, unter dem Namen der Gabelbefestigung für Tische bekannte Erfindung, deren sich unsere Leser gewiß sogleich erinnern werden, wenn wir ihnen sagen, daß sie aus zwei rechtekigen |427| Scheiden bestehen, welche an die Ränder der beiden entgegengesezten Theile angeschraubt werden, und daß durch diese Scheiden zwei metallene Gabeln gestekt werden, die durch einen Griff rechtwinkelig mit einander verbunden sind. Da aber diese Gabeln gewöhnlich parallel verfertigt sind, so ziehen sie die Gefüge nicht zusammen, auch werden sie, indem sie sich schnell abnüzen, bald lose und loker. Läßt man die Gabeln hingegen etwas dünner zulaufen, so ziehen sie zwar ein wenig, allein auch diese Wirkung ist hier dadurch beschränkt, daß der Griff durch die Scheiden aufgehalten wird. Die Gabeln sind überdieß leicht verschiedenen Krümmungen und Verbiegungen ausgesezt, so daß das Ganze meistens in kurzer Zeit nicht mehr paßt.

Die zweite Vorrichtung, deren Hr. Nettlefold erwähnt, ist die Tischbefestigung des Hrn. Minter, welche unsere Leser gleichfalls kennen,93) und der er wegen ihrer Einfachheit und Wirksamkeit beim Zusammenziehen der Gefüge alle Gerechtigkeit widerfahren läßt. Er bemerkt jedoch sehr richtig, daß auch diese Methode zwei wesentliche Fehler hat, die er bei seiner Erfindung vermieden zu haben glaubt. Diese Fehler liegen darin, daß der Griff zulezt ein Hinderniß für das weitere Fortschreiten des Keiles bildet, und daß die hakenförmigen Stüke oder Hälter, indem sie über die Ränder des Holzes hervorragen, beim Entfernen oder Abnehmen der einzelnen Stüke des Tisches leicht mancherlei Beschädigungen ausgesezt sind.

Die Vorrichtungen des Patent-Trägers sieht man aus Fig. 11, 12, 13, 14 und 15, woran sich gleiche Buchstaben auch immer auf gleiche Theile beziehen. Fig. 11 ist ein Grundriß zweier Metallplatten ab, welche unter rechten Winkeln mit den beiden keilförmigen Stüken cd verbunden sind, wie dieß aus Fig. 12, welche eine Seitenansicht dieser Theile vorstellt, deutlicher werden wird. Diese Platten ab werden mittelst der Löcher, die man an denselben sieht, an die Theile oder Flügel des Tafeltisches geschraubt; dann werden die beiden Theile des Tisches, wie bei e durch punctirte Linien dargestellt ist, an einander gebracht, und durch einen sehr starken Steg, den man in Fig. 13 im Aufrisse sieht, fest an einander gehalten. Die Befestigung selbst geschieht, indem man die Zungen gh des Steges f an deren schmalsten Enden unter die keilförmigen Stüke cd bringt, und sie dann gegen die breiteren Enden vorwärts schiebt; da die Breite dieser keilförmigen Stüke nämlich allmählich zunimmt, so werden bei dem angegebenen Verfahren diese Stüke und mit ihnen die daran geschraubten Theile des Tisches einander so genähert, daß sie auf die in Fig. 14 dargestellte Weise mit einander in Berührung kommen.

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Die keilförmigen Stüke cd können, wie von selbst einleuchtet, entweder außen an dem Holze des Tisches befestigt werden, wie man dieß in Fig. 14 sieht, oder sie können in das Holz eingelassen seyn, wie man aus dem Durchschnitte in Fig. 15 sieht. An diesem Durchschnitte ist nämlich d der keilförmige Theil und b die Platte, welche im Grunde des Zapfenloches an dem Holze i angeschraubt ist; die Aushöhlung k ist offen gelassen, damit die Zunge hineingebracht werden kann, bevor sie unter d geschoben wird.

Der Patent-Träger gibt zwar den beiden hier beschriebenen Befestigungsmethoden im Allgemeinen den Vorzug, allein er beschreibt noch sehr viele Modificationen seines Principes, um auf diese Weise zu zeigen, daß er alle Abänderungen desselben als sein Patent-Recht in Anspruch nimmt. In allen diesen Modificationen ist jedoch beständig der Grundsaz beibehalten, daß der Verbindungssteg die Theile dadurch zusammenhält oder zusammenzieht, daß er an der äußeren Seite derselben oder über ihnen hingeschoben wird, und auf seinem Wege auf kein Hinderniß stößt. Wenn sich daher auch die Fugen der Theile abnüzen oder werfen, so wird die Vorrichtung des Hrn. Nettlefold diese Fehler immer ausgleichen. Man kann die Ränder der einzelnen Theile überdieß auch frisch abhobeln lassen, ohne daß man die daran befestigten Theile deßhalb davon abnehmen dürfte. Werden die Befestigungstheile auf die in Fig. 15 dargestellte Weise angebracht, so bilden sie gar keine Vorsprünge und sind daher keinen Beschädigungen ausgesezt. Auch dem Stege können, da er sehr massiv ist, und nur Längenstöße erhalten kann, nicht wohl wesentliche Beschädigungen zugefügt werden.

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S. Polytechn. Journal Bd. XLIV. S. 287.

A. d. R.

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