Titel: Rösten des Flachses und Hanfes durch Schnee.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. XIV./Miszelle 10 (S. 78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/mi046014_10

Rösten des Flachses und Hanfes durch Schnee.

Hr. v. Schaumburg zu Geudertheim im Elsaß macht im Courier du Bas-Rhin vom 8. August 1832 folgende Methode bekannt, nach welcher in seiner Gegend der Flachs nun allgemein geröstet wird, und die er selbst mit Vortheil anwendet. Der Flachs und Hanf wird nämlich im Spätherbste, wenn die Felder gepflügt sind, und bevor noch Schnee fällt, auf die Felder gelegt, und zwar so, daß er quer über die Furchen zu liegen kommt. In diesem Zustande läßt man ihn den ganzen Winter über liegen, damit er durch die Einwirkung des Schnees, und durch das Thauwetter, welches gewöhnlich jeden Winter einige Male eintritt, geröstet werde. Das Rösten soll auf diese Weise sehr vollkommen, und ohne alle Entwikelung schädlicher Ausdünstungen geschehen; zugleich soll der Hanf und der Flachs bei dieser Methode eine anfangende Bleichung erleiden, die das Ausbleichen desselben später vollkommner und schneller möglich macht. Es ist zu wundern, daß nicht schon längst mit dieser Methode Versuche angestellt wurden, da sich gewiß schon Jedermann überzeugt haben wird, wie vollkommen die Stängel verschiedener Gewächse, die den Winter dem Schnee und Regen ausgesezt waren, im Frühlinge auf den Feldern geröstet gefunden werden.

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