Titel: Ueber das Beschneiden der Blätter der Pfirsich- und Nectarinenbäume.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. XIV./Miszelle 13 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/mi046014_13

Ueber das Beschneiden der Blätter der Pfirsich- und Nectarinenbäume.

In mehreren Büchern wurde das Einkürzen der Blätter der Pfirsich- und Nectarinenbäume um die Hälfte ihrer Länge im Herbste dringend empfohlen, um auf diese Weise den Sonnenstrahlen Zutritt zu dem Holze zu verschaffen, und dasselbe zur Reife zu bringen. Auch in unseren Gärten, in denen freilich wenige genießbare Pfirsiche wachsen, findet man diese Methode nicht selten practicirt, und es ist daher der Mühe werth, auf die Controverse aufmerksam zu machen, welche hierüber in dem Horticultural Register und in dem Domestic Gardener's Manual durchgeführt wird. Ersteres vertheidigt das Einkürzen der Blätter, lezteres scheint uns aber dasselbe mit Recht zu beschranken. Es sagt im Wesentlichen Folgendes: Wenn das vollkommene Blatt des Baumes für den Wachsthum des Holzes von Nuzen ist, so wird es gewiß auch zum Reifen desselben beitragen. Eine ganz andere Frage ist es aber, ob die Blätter auch zum Reifen der Frucht beitragen. Diese Frage muß nämlich der Erführung gemäß, und nach den Beobachtungen Couverchel's (Annalog de Chimie et de Physique, Februar 1831) dahin beantwortet werden, daß die Blätter während der Blüthezeit, und bis die Frucht vollkommen ausgewachsen ist, von wesentlichem und unentbehrlichem Einflusse und Nuzen sind) daß aber, wenn es sich nicht mehr um das Wachsen, |80| sondern um das bloße Reifen der Frucht handelt, welches nach Couverchel mehr in einem chemischen, als in einem vitalen Processe besteht, der Einfluß des Lichtes beinahe von größerem Belange ist, als jener der Blätter. Hiernach wäre also, wenn es bloß um das Reifen des Holzes zu thun ist, das Einkürzen der Blätter an allen jenen Zweigen, deren Tragholz man verstärken will, sorgfältig zu vermeiden, und im Falle es den Trieben an dem zum Reifen des Holzes nöthigen Grade von Licht und Luft fehlen sollte, wäre das Ausschneiden der überflüssigen und schlecht gestellten Triebe dem Einkürzen der Blätter weit vorzuziehen. Handelt es sich aber hauptsächlich um das Reifen ausgewachsener Früchte, so soll jedes Blatt, welches die Früchte beschattet, entfernt werden. (Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Julius 1832, S. 57.)

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