Titel: Ueber Gonord's Verfahren Kupferstiche in vergrößertem oder verjüngtem Maßstabe abzudruken, ohne die Kupferplatte selbst zu ändern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. XIV./Miszelle 3 (S. 74)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/mi046014_3

Ueber Gonord's Verfahren Kupferstiche in vergrößertem oder verjüngtem Maßstabe abzudruken, ohne die Kupferplatte selbst zu ändern.

Hr. Gonord hat bekanntlich schon im J. 1806 (vergl. polyt. Journ. Bd. III. S. 244) ein Verfahren erfunden, nach welchem er im Stande war Kupferstiche in vergrößertem oder verjüngtem Maßstabe in kurzer Zeit auf Fayence, Porzellan oder andere Dinge überzutragen, ohne die Kupferplatte selbst zu ändern. Das Geheimniß des Hrn. Gonord ging nach dessen Tod in die Hände seiner Frau über, und soll sich auch in den Händen dieser, obwohl sie wirklich eine Tochter Eva's ist, bisher als Geheimniß bewahrt haben. Hr. Babbage erwähnt nun dieses Verfahrens gleichfalls in seiner Economy of Machinery S. 83, und sagt, man habe versucht, es auf folgende Weise zu erklären. „Man sezte voraus, daß der Künstler irgend eine Methode besize, nach welcher er die Schwarze von den Strichen der Kupferplatte auf die Oberfläche irgend einer Flüssigkeit, und von dieser wieder auf Papier zu übertragen im Stande ist. Auf diese Weise erhielt er einen Abdruk, der genau dieselbe Größe hat, wie die Zeichnung auf der Kupferplatte. Befände sich aber die Flüssigkeit in einem Gefäße, welches die Form eines umgekehrten Kegels hätte, und an dessen Grunde sich eine kleine Oeffnung befände, so könnte man die Flüssigkeit in diesem Gefäße leicht auf einen höheren oder niedrigeren Stand bringen, und auf diese Weise die Oberfläche, auf welcher sich die Drukschwärze befindet, leicht nach Belieben vergrößern oder verkleinern.“ Hr. Babbage gesteht zwar, daß sich gegen diese Erklärung mancherlei Einwendungen machen lassen; er sagt aber auch, daß man in der Fabrikation des marmorirten Papieres eine Parallele dafür findet. Warum hat man nicht durch Versuche zu bewähren gesucht, ob diese Erklärungsart richtig ist, und ob man auf diese Weise wirklich zu dem geheimnißvollen, und doch so höchst wichtigen Verfahren Gonord's gelangen könne? (Aus dem Mechan. Magaz. N. 464. S. 217.)

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