Titel: Amerikanische Methode Felsen aus den Flußbetten zu entfernen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. XXXVII./Miszelle 11 (S. 152–153)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/mi046037_11

Amerikanische Methode Felsen aus den Flußbetten zu entfernen.

Unter den Veränderungen, welche die Natur täglich durch ihre Hülfsmittel an der Oberfläche unserer Erde hervorbringt, gibt es einige, deren größere Beschleunigung von allgemeinem Nuzen seyn würde. Ein Proceß dieser Art ist das Zermalmen und Entfernen der Felsen, die sich oft in den Flüssen befinden, und die der Schifffahrt so hinderlich sind. In Amerika wendet man hiezu ein eigenes Verfahren an, welches in Europa nur wenig bekannt zu seyn scheint. Man bringt an das Ende der stärkeren Strömung, unter welcher sich die Felsen befinden, ein Both, und befestigt dieß mittelst eines Taues am Anfange der Strömung. Quer über dieses Both wird eine Welle gelegt, an deren beiden Enden Räder befestigt werden, welche den Ruderrädern der Dampfbothe ähnlich sind. Diese beiden Räder werden mithin durch die Strömung des Flusses selbst rasch getrieben. Aus dem Bauche des Bothes ragen mehrere, mit eisernen Spizen beschlagene Balken hervor, welche an den Enden starker Hebel befestigt sind. Diese Hebel können sich auf und nieder bewegen, so daß durch die Klopfer, die an der den Hebeln gegenüberliegenden Welle angebracht sind, in Folge der Umdrehung der Räder fortwährende Schläge oder Stöße der Balken mit den eisernen Spizen auf die Felsen hervorgebracht werden. Durch diese Schläge werden von den Felsen beständig kleine Stüke abgeschlagen, die die Strömung sogleich mit sich fortreißt. Auf diese Weise können die Felsen lediglich durch die fortwährende Wirkung der Strömung selbst leicht und ohne alle Arbeit zertrümmert werden. Gin einziger Arbeiter ist hinreichend, um das Both mit Hülfe eines Ruders an jede erforderliche Stelle des Flusses zu führen. Soll das Schiff, wenn der Canal durch die Felsen hinlänglich weit und tief gemacht ist, stromaufwärts bewegt werden, so kann dieß mittelst einer Schiffswinde |153| leicht geschehen. Ist der Canal fertig, so kann man das Both auch sehr leicht in ein Zugboth verwandeln, durch welches die Schiffe über die stärkere Strömung stromaufwärts geschafft werden können. Man nimmt nämlich die hölzernen Stößer und die Klopfer an der Welle ab, und ersezt sie durch eine hölzerne oder metallene Trommel, welche einen Theil der Welle umgibt, und die sehr leicht mit der Welle in Verbindung gesezt oder von ihr befreit werden kann. Das Tau, an welchem bisher das Both fest gemacht war, wird dann an diesen Trommel befestigt. Ist nun die Trommel lose an der Welle, so wird bloß diese leztere durch die Ruderräder getrieben; ist hingegen die Trommel an der Welle fest gemacht, so dreht sich diese mit der Welle, das Tau windet sich auf, und das Both bewegt sich stromaufwärts, und zieht die angehängten Schiffe mit sich. Ist man am Ende der Strömung angelangt, so befreit man die Trommel von der Welle, worauf das Zugboth wieder an seine frühere Stelle stromaufwärts treiben wird. (Aus Badbage's Economy of Machinery im Mechan. Magazine N. 464. S. 214.)

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