Titel: Gonfreville's Beobachtungen über einige indische Färbemethoden.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. XXXVII./Miszelle 16 (S. 154–155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/mi046037_16

Gonfreville's Beobachtungen über einige indische Färbemethoden.

Die französische Regierung, überzeugt von dem Nuzen, den die Einführung verschiedener indischer Färbemethoden für die Colonie Pondichery haben müßte, beschloß im J. 1827 einen gebildeten Fabrikanten abzusenden, um die einzelnen Verfahrungsarten an Ort und Stelle untersuchen und beobachten zu lassen. Ihre Wahl fiel auf Hrn. Gonfreville den Sohn von Deville bei Rouen, der früher schon für seine Leistungen in der Färberei die silberne und goldene Medaille erhalten hatte. Der erste Auftrag, den sie Hrn. Gonfreville ertheilte, lautete dahin, das Färben und die Fabrikation der Madras-Zeuge, so wie das Blaufärben und Zurichten der Guinea-Zeuge zu studiren, um diese Fabrikationszweige auch in Pondichery in Gang zu bringen. Die mehrjährigen Beobachtungen des Hrn. G. wurden von dem glüklichsten Resultate gekrönt; denn, dem Berichte des Hrn. Gaultier de Claubry im Bulletin de la Société d'encouragement, Junius 1832, S. 204 zu Folge, übertrafen die von ihm gefärbten Zeuge sowohl in Hinsicht auf Farbe, als in Hinsicht auf Appretur die Producte, die er nachahmen sollte. Hr. G. erhielt den Auftrag 100 Stüke Zeug nach dem in Guinea üblichen Verfahren blau zu färben, und brauchte dazu zu Packnampett 1440 Pfunde vererdeten Indigo (Indigo terré), welcher auf 64 Fr. 75 Cent. zu stehen kam. Bei einem zweiten, zu Montrepaleum angestellten, Versuche nahm er reinen Indigo, und bezwekte auf diese Weise eine bedeutende Vereinfachung und Ersparniß, denn er brauchte nur 60 Pfunde Indigo, welche 59 Fr. kosteten. Bei einem dritten Versuche endlich, den er zu Ellapach anstellte, bediente er sich der Indigoblätter, so wie man sie zur Indigobereitung anwendet, und erzielte dabei eine noch größere Ersparniß. 4593 Pfunde Indigoblätter, welche 55 3/5 Pfunde Indigo enthielten, |155| und welche nur 50 Fr. 25 Cent, kosteten, gaben den Zeugen nämlich eine herrliche blaue Farbe. Von gleichem Erfolge waren seine Forschungen über die Indisch-Rothfärberei mit der Wurzel des Chayaver (der Oldenlandia umbellata L.), die von Einigen für das Färbemittel des Nankins, von Anderen für ein Material zum Gelb- und Fahlfärben, von Anderen für ein bloßes Beizmittel, welches die Zeuge zur Aufnahme der Färbestoffe geeignet macht, gehalten wurde, während sie doch mit etwas Alkali ein Roth gibt, welches dem schönsten Krapproth gleichkommt, und welches sich ohne alle Beize nach einigen vorausgegangenen sogenannten weißen Bädern auf den Zeugen fixiren läßt. Da der Bericht des Hrn. Gaultier de Claubry über die Färbung mir dem Chayaver nichts enthält, was nicht schon in dem Berichte des Hrn. Schwarz, den wir im polyt. Journ. Bd. XLV. S. 381 gaben, ausführlicher enthalten wäre, so verweisen wir in dieser Hinsicht auf diesen lezteren.

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