Titel: Eine neue Art von Zeug zu Möbeln und Hüten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. XXXVII./Miszelle 17 (S. 155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/mi046037_17

Eine neue Art von Zeug zu Möbeln und Hüten.

Nach einem Berichte, welchen Hr. Jaume St. Hilaire der Société royale d'agriculture zu Paris erstattete, ist es dem Fabrikanten Hrn. Bardel gelungen, aus den Fasern der Strunke einer Art von Bananen, der Musa textilis Nee, die auf den Philippinen wächst, und daselbst unter dem Namen Abaca bekannt ist, eine neue Art von Zeug zu verfertigen, welcher sich wegen seiner Dauerhaftigkeit und Leichtigkeit sehr gut zu Möbelüberzügen und Hüten eignen soll. Die Einwohner der Philippinen benuzen die Abaca, von der sie mehrere Abarten unterscheiden, und welche theils in den Wäldern wächst, theils gebaut wird, schon seit undenklichen Zeiten, zur Verfertigung sehr verschiedener Zeuge, zu Matten, Striken und Tauen, die wegen ihrer Elasticität sehr geschäzt werden. Der alte Rumphino sprach schon in seinem Herbarium amboinense ausführlich von dieser Pflanze, und der berühmte Reisende Nee gab in den zu Madrid erschienenen Annales de Ciencias naturales schon vor 30 Jahren eine Beschreibung der Pflanze sowohl, als der Fabrikationsmethode, die man auf den Philippinen befolgt. Niemand hielt es aber bisher in Europa der Mühe werth Versuche anzustellen, wahrscheinlich weil man sich für viel zu weise hält, als daß man einem uncultivirten Volke etwas ablernen möchte! Hr. Jaume St. Hilaire hat der Gesellschaft vorgeschlagen den Ban der Musa textilis sowohl, als jenen der gewöhnlichen Banane, der Musa paradisiaca und sapientum, in der Colonie Algier zu versuchen, da er daselbst wahrscheinlich gelingen würde.

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