Titel: Ueber Drake's Patent-Gerbemethode.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. XXXVII./Miszelle 19 (S. 155–156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/mi046037_19

Ueber Drake's Patent-Gerbemethode.

Wir haben im polytechn. Journale Bd. XLV. S. 377. die Gerbemethode mitgetheilt, auf welche sich Wilh. Drake zu Bedminster ein Patent ertheilen ließ, und die das Register of Arts sehr zwekmäßig gefunden hatte. Dagegen erklärt nun aber ein Correspondent dieses Journales im Juliushefte S. 167, daß Hrn. Drake's Methode beinahe auf denselben Principien wie jene beruhe, auf welche sich die HH. Spilsbury und Budnall im J. 1825 ein Patent ertheilen ließen, und daß sie daher eben so wie diese fehlschlagen müsse. Die HH. Spilsbury und Badnall trieben die Gerbeflüssigkeit mittelst Drukpumpen in die Häute, und die Folge davon war, daß die Häute zwar sehr schnell gegerbt wurden, daß aber zugleich ein Theil her Gallerte durch den starken Druk aus den |156| Häuten ausgepreßt wurde, so daß das auf diese Weise gegerbte Leder leichter, mehr porös, nicht so elastisch und weniger dauerhaft war, als das auf die gewöhnliche Weise gegerbte. Das Register bemerkte dagegen, daß der Druk, welcher bei Drake's Methode angewendet wird, ein viel schwächerer, hydrostatischer sey, und daß derselbe daher bei weitem nicht so schädlich seyn könne, als jener, den Spilsbury wirken ließ. Es glaubte ferner, daß die Beschleunigung des Gerbeprocesses bei Drake's Verfahren weniger von dem Druke, unter welchem die Gerbeflüssigkeit wirkt, als davon herrühre, daß der wässerige Theil dieser Flüssigkeit beständig an der einen Fläche der Häute verdünste, und daß daher eine größere Menge Gerbestoff in die Häute eindringen könne. Am Ende wurde es aber, wie es sagt, doch durch einen sehr erfahrenen Gerber belehrt, daß jeder Druk, wie gelind er auch seyn mag, einen Theil Gallerte auspreßt, und daß folglich auch nach Hrn. Drake's Methode kein vollkommen gutes Leder erzeugt werden könne.

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