Titel: Medaillen, welche die Société d'encouragement zu Paris in ihrer Generalsizung vom Junius 1832 auf die Berichte ihrer Commissionen vertheilte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. LXII./Miszelle 2 (S. 222–224)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/mi046062_2

Medaillen, welche die Société d'encouragement zu Paris in ihrer Generalsizung vom Junius 1832 auf die Berichte ihrer Commissionen vertheilte.

Goldene Medaillen erster Classe erhielten:

1) Die HH. Zuber und Comp. für die Verbesserungen, die sie an der |223| Fabrikation des Tapetenpapieres anbrachten. (Siehe Polytechnisches Journal Bd. XLV. S. 400.)

2) Hr. Robinet für seinen Apparat zum Blasen des Krystallglases.

3) Hr. Dumont für seine Methoden die Syrupe mittelst gekörnter Kohle zu filtriren. (S. Polyt. Journ. Bd. XXXV. S. 358.)

4) Hr. Girardet für die Anwendung der Lithographie in Verbindung mit der Buchdrukerkunst. (S. Polyt. Journ. Bd. XLIV. S. 211.)

5) Hr. Bordier-Marcet für seine Beleuchtungs-Apparate.64)

6) Hr. Gonfreville Sohn für die Einführung indischer Färbe-Methoden. (S. Polyt. Journal Bd. XLV. S. 381.)

Goldene Medaillen zweiter Classe erhielten:

7) Hr. Lebeuf für seine Fayence-Waaren mit harter Glasur.

8) Die HH. Wagner und Mention für die Fabrikation und Verbesserung der Niellen. (S. Polyt. Journ. Bd. XLIV. S. 107.)

9) Die HH. Barth und Comp. für ihre durch Drehung wirkenden Kutschenfedern. (S. Polytechnisches Journal Bd. XL. S. 332 und Bd. XLVI. S. 91.)

10) Hr. Laignel für seine neuen Einrichtungen an den Eisenbahnen und an den Wagen, welche auf denselben fahren.

11) Hr. Fiard für sein neues Mittel die Flüsse zu dämmen.

12) Hr. Hoyau für seine Häftelfabrik und seine übrigen Arbeiten. (S. Polyt. Journ. Bd. XLV. S. 76.)

13) Hr. Roth für seinen Apparat zum Concentriren der Syrupe. (S. Polyt. Journ. Bd. XXXIII. S. 269.)

14) Hr. Nichols für seinen Refrigerator oder Kühlapparat.

15) Die HH. Menier und Comp. für ihre Fabrik zum mechanischen Pülvern verschiedener Substanzen.

Silberne Medaillen erhielten:

16) Hr. Bosc für seine unauslöschbare Tinte. (S. Polyt. Journ. Bd. XLIV. S. 122.)

17) Hr. Lecocq für seine Fabrik überfirnißter Messingwaaren, welche wie vergoldet aussehen.

18) Hr. Josselin für seine mechanischen Schnürleibe (S. Polyt. Journ. Bd. XLIV. S. 347.)

19) Hr. Chappellet für seine Verbesserungen in der Bierfabrikation.65)

20) Hr. Bayvet für seine Verbesserungen im Raffiniren des Zukers.66)

|224|

21) Hr. Camus Rochon für seine Fabrik von Instrumenten aus Gußstahl, der auf Eisen geschweißt wird.67)

Medaillen von Bronze erhielten:

22) Hr. Salmer für seine chirurgischen Instrumente aus Kautschuk.68)

23) Hr. Collardeau für seine Fabrik graduirter gläserner Instrumente.

24) Hr. Danger für seine Verbesserungen in der Kunst Glas zu blasen und zu façonniren. (S. Polyt. Journ. Bd. XL. S. 396.)

|223|

Hr. Bordier-Marcet, ein Verwandter und der Nachfolger Ami Argand's, arbeitete mit diesem an der Erfindung und der Verbesserung der gegenwärtig so häufig gebräuchlichen Astral-Lampen; ihm gebührt die Erfindung der parabolischen Beleuchtungs-Methode, die in mehr als 200 Städten Frankreichs angenommen wurde, und die gewiß noch mehr verbreitet wäre, wenn die magistratischen Behörden mancher Orte die alten Beleuchtungs-Methoden, in die sie so viel Geld stekten, aufgeben könnten oder möchten; ihm verdanken wir endlich die Anwendung der Argand'schen Lampe mit mehreren concentrischen Dochten zur Beleuchtung der Leuchtthürme, von der die HH. Fresnel und Arago die concentrischen Dochte für ihre noch vorzüglichere Beleuchtungs-Methode entlehnten. Für alle diese Verdienste erhielt Hr. Bordier-Marcet auf den Bericht des Hrn. Derosne (Bulletin de la Société d'encouragement Junius 1832) die goldene Medaille.

|223|

Das Bulletin verspricht dem Antrage des Hrn. Payen gemäß die vorzüglicheren Einrichtungen der großen Bierfabrik zu Paris, der sogenannten Brasserie du Luxembourg, welche Hr. Chappellet, einer der Verfasser des Traité sur le houblon, leitet, später zu beschreiben. Wir umgehen daher einstweilen den Bericht, welchen Hr. Payen über die Verdienste des Hrn. Chappellet erstattete, indem nur wenig aus demselben hervorgeht.

|223|

Die Apparate des Hrn. Bayvet sollen demnächst im Bulletin beschrieben werden. Der Bericht, welchen Hr. Payen über dieselben erstattete, enthält nichts Neues; interessant ist jedoch folgende Notiz, die darin vorkommt. Die große Menge Wasser, welche der Apparat verbraucht, veranlaßte Hrn. Bayvet |224| zu einem Versuche einen artesischen Brunnen bohren zu lassen, und dieser Versuch war der erste, der zu Paris ein günstiges Resultat gewährte, und der zugleich bewies, daß die artesischen Brunnen selbst dann von großem Nuzen seyn können, wenn sie kein springendes Wasser geben. Die dritte Wasserschichte, auf die man in einer Tiefe von 50 Meter kam, stieg nämlich nur bis auf 7 Fuß unter der Oberfläche des Bodens empor, und dieses Wasser versieht nun die Fabrik des Hrn. Bayvet, indem der luftleere Raum, der sich in dem Verdichtungs-Recipienten bildet und den Hr. Bayvet zum Heben des Wassers benuzt, das Wasser auf eine Höhe von 18 Fuß zu heben vermag.

|224|

Hr. Camus Rochon, der ein Lehrling des bekannten und um die Stahlfabrikation so verdienten Clouet ist, betrieb früher eine Nagelschmiede in den Ardennen. Nach den Einfällen der Alliirten ließ er sich aber in Paris nieder, wo er gegenwärtig vorzüglich stählerne Instrumente für die Tischler verfertigt. Besonders ausgezeichnet sind seine Hobeleisen, welche dem Berichte des Hrn. Gaultier de Claubry im Bulletin de la Société d'encouragement Jun. 1832. S. 211 zu Folge den besten englischen Hobeleisen an Güte gleichkommen. Die Vollkommenheit, mit welcher Hr. Rochon das Eisen an den Stahl zu löthen versteht, brachte denselben auch auf die Fabrikation der Hämmer zum Schärfen der Mühlsteine, deren er gegenwärtig eine große Menge verfertigt, und die er ungeachtet ihrer vorzüglichen Güte zu 3 Franken das Stük verkauft.

|224|

Hr. Salmer verfertigt nicht bloß die im Polyt. Journ. Bd. XLV. S. 234 erwähnten Pessarien, sondern auch Sonden, Bougien und verschiedene andere Instrumente aus Kautschuk, die, wie mehrere Chirurgen bezeugen, von vorzüglicher Güte seyn sollen.

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