Titel: Brod aus reinem Erdäpfelmehl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. LXII./Miszelle 21 (S. 231)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/mi046062_21

Brod aus reinem Erdäpfelmehl.

Hr. Lefèvre ließ der Société Royale d'agriculture am Anfange dieses Jahres ein Brod vorlegen, welches er aus reinem Erdäpfelstärkmehl bereitet hatte. Dieses Brod war bereits 15 Tage alt, aber noch ziemlich frisch; es schien gut gegangen, war leicht, sehr weiß, und hatte einen Geschmak, der, wenn er auch nicht mit jenem des Weizen- und Roggen-Brodes verglichen werden konnte, doch nicht unangenehm war. – Hr. Lefèvre, der selbst Erdäpfelstärkmehl fabricirt, hat ein Mittel gefunden diesem Mehle mehr Bindekraft zu geben, so daß er einen festen und zähen Teig daraus zu verfertigen im Stande ist, den man sogar in die Form der Vermicelli zu bringen vermag. Diesen Teig, scheint es, wendet er auch zu seinem Brode an, nachdem er ihn mittelst Hefen in Gährung gesezt hat. – Einen Monat später legte auch Hr. Quest derselben Gesellschaft ein aus Erdäpfeln bereitetes Brod vor, über dessen Bereitungsart er im Wesentlichen Folgendes vortrug. Die Erdäpfel werden gereinigt, und dann auf der Reibe oder Mühle zerrieben. Der Brei, den man hierdurch erhält, wird getroknet, und bildet ein Mehl, welches Hr. Quest Parmentine nennt. Um nun diese Parmentine in Brod zu verwandeln, sezt man ihr Hefen zu, und zwar in dem gewöhnlich üblichen Verhältnisse, worauf man dann das Ganze mit so viel Wasser anrührt, daß es einen Teig von gehöriger Dike bildet, welcher bald zu gähren anfängt, wenn man ihn der gehörigen Temperatur aussezt. Das Baken geschieht auf die gewöhnliche Weise. Das Brod des Hrn. Quest hat eine bräunliche Farbe und keinen unangenehmen Geschmak; es würde in Paris, den Preis der Erdäpfel in der Halle und die Kosten der Fabrikation in Anschlag gebracht, auf 10 Centimen per Pfd. zu stehen kommen; auf dem Lande hingegen würde es, nach Hrn. Quest's Berechnungen, nicht über 3 1/6 Cent. per Pfd. kosten, indem die Landleute alle die einfachen Operationen selbst verrichten und den zerriebenen Brei auch unmittelbar, ohne ihn vorher zu troknen, anwenden könnten. Die Gesellschaft hat eine Commission mit der Prüfung dieser beiden Methoden beauftragt, deren Resultat wir später mittheilen werden. (Aus dem Recueil industriel. Julius 1832, S. 85.)

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