Titel: Ueber die Fäule oder den Scorbut der Schafe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. LXII./Miszelle 28 (S. 233)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/mi046062_28

Ueber die Fäule oder den Scorbut der Schafe.

Hr. Debonnières erstattete der Société royale d'agriculture einen Bericht über eine Schafheerde von der Race aus Leicestershire, welche Hr. Duvergier in der Nähe von Versailles acclimatisirt hat, und welche daselbst sehr gut gedeiht. Es ergab sich bei dieser Gelegenheit eine Controverse über die allgemein verbreitete Meinung, daß die Schafe mit langer Wolle nicht von der Fäule ergriffen werden, deren Resultat war: daß diese Art von Schafen unter ungünstigen Umständen eben so von diesem bösen Uebel heimgesucht werden, als wie die übrigen Racen. Hr. Huzard, der in England besonders die Schafzucht und vorzüglich jene der Schafe mit langer Wolle zum Gegenstände seiner Untersuchungen machte, bemerkte, daß diese Schafe zwar in England, obwohl sie auf nassen Weiden weiden, der Fäule nicht ausgesezt sind; daß dieß aber vorzüglich davon herrühre, daß die Schafe in England nie eingeschlossen werden, sondern beständig auf der Weide sind, daher immer und zu jeder Zeit nach Bedürfniß fressen, und nie mit jener Gierde über das nasse Gras (die Hauptursache der Fäule) herfallen, wie dieß der Fall ist, wenn die Schafe eine Zeit über im Stalle gefüttert, und nur zu bestimmten Stunden auf die Weide geführt werden, wie dieß in Frankreich geschieht. Eine zweite Ursache, warum sich in England die Fäule nicht zeigt, liegt darin, daß man die Schafe daselbst in der Regel gegen das 4te Jahr tödtet, während man sie in Frankreich älter werden läßt. Es ist nämlich bekannt, daß die Fäule selten unter jüngeren, sondern gewöhnlich unter älteren Schafen einreißt. Eine hinreichende Menge Salz, die man den Thieren reicht, bleibt übrigens das sicherste Vorbauungsmittel gegen die Fäule. (Aus dem Recueil industriel. Julius 1832, S. 81)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: