Titel: Uhrmacherschule zu Paris.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. LXII./Miszelle 4 (S. 225)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/mi046062_4

Uhrmacherschule zu Paris.

Der Verfall der Uhrmacherkunst in Frankreich, welches früher unter allen übrigen Staaten hierin den ersten Rang einnahm, und besonders der Mangel an Leuten, die genaue Instrumente zu astronomischen und andern Beobachtungen zu verfertigen im Stande waren, veranlaßte schon unter dem unsterblichen Kaiser die Errichtung eines Institutes, in welchem junge Leute zu tüchtigen Künstlern gezogen werden sollten, und wirklich gezogen wurden. Der Restauration vom J. 1816 verdankte Frankreich bei seinen vielen andern Rükschritten auch die Unterdrükung dieses Institutes, welchem Hr. Berthoud vorstand. Erst jezt entschloß sich die Regierung, von einem eigenen Berathungs-Comité und von den dringenden Vorstellungen eines Arago, Thenard und Pouillet angetrieben, wenigstens in dieser Hinsicht wieder in die alte Bahn einzulenken. Sie hat nämlich bekannt gemacht, daß sie in Zukunft 6 Zöglinge bei Hrn. Perrelet, Professor der Uhrmacherkunst, unterbringen will, um sie zu tüchtigen Künstlern auszubilden. Der Curs beginnt mit dem 1. October 1832, und die Zöglinge, welche aufgenommen werden wollten, mußten sich vor dem 20. September zum Concurse melden. Als Vorkenntnisse forderte die Regierung, daß die Zöglinge Lesen und Schreiben können und sich die Elemente der Arithmetik, der Geometrie und der Zeichenkunst, so wie einige Uebung mit der Drehebank und der Feile umzugehen eigen gemacht haben. Kein Zögling darf über 18 und unter 14 Jahre alt seyn. Die Eltern oder Verwandten oder Vormünder derselben müssen für Bett und für Kleidung der Zöglinge sorgen; für das Uebrige sorgt die Regierung.

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