Titel: Ertrag der Eisenbahnen in den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. LXII./Miszelle 7 (S. 226–227)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/mi046062_7

Ertrag der Eisenbahnen in den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika.

Die Nord-Amerikaner sind von jeher sehr gern gereist, und sind hierin das Gegentheil mancher europäischer Nationen, die, man kann wohl sagen, eine wahre Austernnatur zu haben scheinen. Wer wird aber auch bei uns gern reisen, wo es noch so sehr an schnellen, bequemen und doch wohlfeilen Gelegenheiten dazu fehlt, wo man in manchen durchaus nicht eilenden Eilwagen um schweres Geld gerädert oder plattgepreßt wird, wo man in den Landkutschen durch die Langsamkeit gemartert wird, und wo man auf den Schiffen und Flößen jeder Bequemlichkeit entbehrt! Wir zweifeln nicht, daß auch bei unseren Landsleuten bald das |227| Verlangen zu sehen, wie es außer der väterlichen Hütte oder hinter den Bergen aussieht, eintreten würde, wenn ihnen leichte Mittel dazu gegeben wären; und wir glauben daher auch, daß die Errichtung von Eisenbahnen sich eben so sehr, wo nicht mehr, durch den Transport von Reisenden, als durch jenen der Handelsgüter rentiren müßte. Wie gut sich die amerikanischen Eisenbahn-Unternehmer stehen, mögen unsere Leser aus folgender Notiz entnehmen. – Die Zahl der Reisenden, welche täglich zu Albany ankommen und abgehen, nimmt auf eine unglaubliche Weise zu. Vom 10. bis 20. August 1831 wurden auf der Mohawk- und Hudson-Eisenbahn nicht weniger als 1986 Individuen gefahren, und vom 20. August bis 17. September, also innerhalb 4 Wochen, betrug die Zahl der Reisenden die enorme Summe von 9029, so daß folglich 322 bis 323 auf den Tag kommen. Hieraus allein ergibt sich eine jährliche Einnahme von 58,766 Dollars, und zieht man hievon die Kosten ab, welche sich auf 40 Procent belaufen, so erhält man eine reine Einnahme von 44,166 Dollars, die das auf die Eisenbahn verwendete Capital jährlich zu 15 Procent verzinset! (Aus den Annales des travaux des Sociétés de Statistique N. 16. S. 256.)

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