Titel: Ueber die Anwendung des Gußeisens als Träger, und zwar besonders in der Form von Balken, Bindebalken, Klammern etc.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. LXII./Miszelle 8 (S. 227)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/mi046062_8

Ueber die Anwendung des Gußeisens als Träger, und zwar besonders in der Form von Balken, Bindebalken, Klammern etc.

Hr. Cottam trug in den Friday-Evening Proceedings der Royal Institution am 4. Mai eine Abhandlung über die Anwendung des Gußeisens als Träger, und zwar besonders in der Form von Balken, Bindebalken, Klammern etc. vor. Er zeigte in derselben (nachdem er auseinander gesezt hatte, daß die elastische Kraft einer Stange dem äußersten Gewichte gleich ist, welches dieselbe so zu tragen vermag, daß sie nach Entfernung dieses Gewichtes wieder ihre vorherige Gestalt annimmt; und nachdem er durch Versuche erwiesen hatte, daß diese Kraft noch weit unter jener Kraft steht, die die Stange zum Brechen bringt), daß die Ausmittelung der Gränzen der Elasticitätskraft von größter Wichtigkeit ist. Wenn das Material nämlich über diesen Punkt hinaus gespannt wird, und wenn diese Spannungskraft längere Zeit über oder zu wiederholten Malen wirkt, so nimmt die Biegung immer mehr und mehr zu, dis endlich der Bruch eintritt; ist hingegen die Belastung innerhalb der Gränzen der Elasticitätskraft, so kann nun dieselbe eine beliebige Zeit über mit voller Sicherheit, und ohne daß die Biegung dadurch auch nur im Geringsten zunähme, belassen. Aus verschiedenen Versuchen des Hrn. Cottam geht hervor, daß eine an beiden Enden aufliegende Eisenstange eine ganz gleiche Biegung erleidet, wenn man sie in der Mitte mit 189 Pfunden, oder der ganzen Länge nach mit 236 Pfunden beladet, welche in gleichen Entfernungen von einander vertheilt sind. Wird die Länge der Stange um die Hälfte vermindert, so könnte man das in der Mitte getragene Gewicht verdoppeln. Eine Stange trug 378 Pfunde ohne sich zu verändern, d.h. sie war im Stande nach Entfernung dieses Gewichtes wieder ihre vorige Form anzunehmen; diese Last war die Gränze ihrer Elasticitätskraft; bei 556 Pfunden brach sie. Aus seinen vielfältigen Versuchen zog Hr. Cottam folgende praktische Regel: Man multiplicire die 850fache Breite in Zollen mit dem Quadrate der Tiefe in Zollen, und theile das Product durch die Länge in Fußen. Auf diese Weise erhält man die Last, welche die Stange in der Mitte ihrer Länge zu tragen vermag; eine zwei Mal so große Last wird sie zu tragen im Stande seyn, wenn dieselbe gleichmäßig über die ganze Oberfläche vertheilt ist. (Lond. and Edinb. Philos. Magazine and Journal of Science N. 1. S. 74.)

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