Titel: Ueber die Gewinnung von Alkohol bei der Brodfabrikation.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. LXXX./Miszelle 15 (S. 316–317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/mi046080_15

Ueber die Gewinnung von Alkohol bei der Brodfabrikation.

Hr. Benjamin Cooke zu Birmingham ließ sich am 22. März 1832 bekanntlich ein Patent auf eine Verbesserung in der Fabrikation von Farben, Firnissen und anderen Gegenständen geben. Nach dieser Ueberschrift sollte wohl Niemand auf die Idee kommen, daß sich dieses Patent auf die Benuzung des Alkohols, der bei einer neuen Art von Brodbäkerei gewonnen wird, zu den angegebenen und zu anderen nicht angegebenen Zweken beziehen würde! In verschiedenen Gegenden Englands, und namentlich zu Belgrave Bridge und Pimlico, wurden in neueren Zeiten ungeheure Bäkereien gegründet, welche sowohl Tempel des Bacchus, als Tempel des Jupiter Pistor genannt werden können, da in denselben nicht bloß eine große Menge Brodes gebaken, sondern zugleich auch eine nicht unbedeutende Quantität Branntwein gewonnen wird. Jedermann weiß, daß beim Baken des Brodes eine große Menge Weingeistes, der sich während der Gährung in dem Teige hildete, |317| aus dem Brode ausgetrieben wird, und daß dieser Weingeist bei der bisherigen Bakmethode unbenuzt verloren ging. In den neuen großen Bäkereien wird nun dieser Weingeist durch die Anwendung zwekmäßiger Vorrichtungen gewonnen, ohne daß dadurch irgend ein Nachtheil für das Brod erwüchse.80) Die älteren Bäkereien sind auf diese neuen, mit doppeltem Gewinne arbeitenden Brodfabriken natürlich sehr schlecht zu sprechen; mehrere derselben haben daher, um ihren Rivalen in den Augen des Publicums einen schlechten Ruf zu verschaffen, folgendes lächerliche, aber bei der niederen Classe gewiß Eingang findende Aushängeschild ausgestekt: Fabrik von Brod, in welchem der Branntwein enthalten ist! – Um wieder auf das Patent des Hrn. Cook zurükzukommen, wollen wir nur bemerken, daß die sogenannte Erfindung desselben lediglich in der Anwendung des wohlfeilen Brodbranntweines zur Fabrikation von verschiedenen Farben, Firnissen u. dergl. liegt. (Aus dem Repertory of Patent-Inventions. October 1832, S. 205.)

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Diejenige, auf welche Hr. Hicks ein Patent erhielt, findet man im polyt. Journal Bd. XL. S. 96 und Bd. XLI. S. 235 beschrieben.

A. d. R.

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