Titel: Ueber ein Mittel Fässer öhldicht zu machen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. CIII./Miszelle 10 (S. 394)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/mi046103_10

Ueber ein Mittel Fässer öhldicht zu machen.

Der Zufall hat, wie er schon so Vieles lehrte, auch ein Mittel gelehrt, durch welches dem so lästigen und nachtheiligen Durchsikern des Oehles durch die Fässer abgeholfen werden kann. Dieses Mittel besteht nun in folgendem Verfahren. Man gießt in ein Faß, in welches Oehl gefüllt werden soll (bevor noch der Boden in dasselbe eingesezt worden), eine gesättigte, siedende Auflösung von schwefelsaurem Natron oder Glaubersalz, die man mit einem Schwamme oder einem Besen nach allen Seiten schleudert, so daß das Holz überall mit derselben imprägnirt wird. Wenn die Flüssigkeit abzukühlen anfängt, so gießt man sie aus dem Fasse heraus, und gießt dafür neuerdings siedende Auflösung in dasselbe. Dieses Verfahren bewerkstelligt man 3 bis 4 Mal, worauf man das Faß leicht auswischt und einige Stunden lang troknen läßt. Man kann nun den auf ähnliche Weise behandelten Boden einsezen und dann das Oehl einfüllen. Die Salzauflösung wirkt in diesem Falle dadurch, daß sie in die Poren des Holzes eindringt und dieselben verstopft, so daß kein Oehl mehr durchdringen kann. Am besten ist es, wenn man zur Bereitung dieser Auflösung auf 100 Pfund Glaubersalz 75 Pfunde Wasser nimmt. Nach Umständen und Ortsverhältnissen kann man übrigens statt des Glaubersalzes auch andere wohlfeile, an der Luft nicht zerfließende Salze anwenden, wie z.B. Alaun, schwefelsaures Kali, Weinstein etc. – Noch besser, aber kostspieliger ist es, wenn man das Glaubersalz oder den Alaun in ihrem Krystallisationswasser schmelzen läßt, und dann die Fässer damit überzieht. Dieß erfordert jedoch einige Geschiklichkeit. Auch des auflöslichen Glases kann man sich zu demselben Zweke bedienen. Diese beiden zulezt erwähnten Methoden erfüllen zwar ihren Zwek am sichersten; allein sie sind auch von der Art, daß ein großer Theil der Oehlfabrikanten nicht im Stande seyn dürfte, sie in Ausführung zu bringen. Des zuerst angegebenen Verfahrens kann sich aber gewiß Jedermann leicht bedienen. Man hat auch vorgeschlagen, die Faßdauben vor dem Zusammensezen der Fässer in den Salzauflösungen zu sieden; auch diese Methode gelang vollkommen, allein das Holz verändert dabei oft seine Form und ist dann auch schwerer zu bearbeiten. (Aus dem Journal des connaissances usuelles. October 1832, S. 197.)

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