Titel: Eine neue amerikanische Methode Branntwein und Brod zu erzeugen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. CIII./Miszelle 11 (S. 394–395)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/mi046103_11

Eine neue amerikanische Methode Branntwein und Brod zu erzeugen.

Wir haben kürzlich unseren Lesern mitgetheilt, daß man in England beim Baken des Brodes Weingeist zu gewinnen anfängt; in Amerika ist nun aber Jemand aufgetreten, der die Sacke unkehrt. Hr. Isaias Jennings zu New-York ließ sich nämlich am 13. Junius 1831 ein Patent auf eine Methode geben, nach welcher er aus Getreide oder anderen vegetabilischen Substanzen nicht nur Weingeist, sondern auch einen als Nahrungsmittel tauglichen Rükstand gewinnen will. Sein Verfahren, welches auch im Register of Arts, October 1832, S. |395| 283 beschrieben ist, ist in Kürze Folgendes. Er mengt Getreide, Mehl und andere vegetabilische Substanzen mit so viel Wasser, daß sie einen Brei bilden, und bringt dann diesen Brei, nachdem er die geistige Gährung vollendet, und ehe noch die saure Gährung eingetreten, in Destillirgefäße, die er mit Dampf oder auf irgend eine andere Weise heizt. Wenn nun aller Weingeist abdestillirt ist, so wird der Rükstand, welcher in den Destillirgefäßen blieb, noch bis zur Trokenzeit eingedampft, und dann als Nahrungsmittel für Menschen und Thiere benuzt, oder wenigstens empfohlen. Hat man den Brei mit Weizenmehl angemacht, so soll man, Hrn. Jennings zu Folge, auf diese Weise einen Rükstand erhalten, mit welchem man ohne Zusaz von Hafen oder einem sonstigem Gährungsstoffe vollkommen gutes, süßes Brod zu erzeugen im Stande ist! – Nach unserer Meinung dürfte das Ding, welches man auf diese Weise erhält, und für welches man den Namen Brod mißbraucht, nur in jenem Dinge ein Analogon finden, welches man in Frankreich aus Strohmehl oder Strohpulver, mit etwas wahrem Mehle vermischt, zu baken empfahl.

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