Titel: Ueber Tauchapparate.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. CXIII./Miszelle 11 (S. 433)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/mi046113_11

Ueber Tauchapparate.

Unter den englischen Tauchern zeichnen sich gegenwärtig hauptsächlich zwei aus: Hr. Bell und Hr. Deane. Ersterer zieht, wenn er tauchen will, über seine gewöhnlichen Kleider einen luft- und wasserdichten Anzug aus Kautschukzeug an, von welchem aus am Naken eine eben solche Röhre nach Oben läuft, durch die die Luft eingepumpt wird. Seine Kopfbedekung besteht aus einem kupfernen Helme mit drei Glasern, der nicht weniger als 50 Pfund wiegt. Außer diesem schweren Helme hängt er sich noch 120 Pfd. Blei in zwei Säken an; und doch versichert er, daß ihn weder die eine noch die andere Last im Wasser auch nur im Geringsten belästige. Er erklärt sogar, daß er unter dem Wasser seine Kräfte so vermehrt fühle, daß er die Enden der eisernen Brechstange von 3 1/2 Fuß Länge und 9 1/2 Zoll Umfang, welche er zum Erbrechen der Wracks mit sich unter das Wasser nimmt, zusammenzubiegen im Stande ist. – Hr. Deane bedient sich zum Untertauchen beinahe desselben Apparates, mit welchem er früher in Zimmer und Räume eindringen wollte, die mit Rauch und anderen Dämpfen gefüllt sind, und welchen wir bereits im polyt. Journ. Bd. XVIII. S. 11 beschrieben und abgebildet haben. Hr. Deane arbeitete zulezt in der Nähe von Portsmouth, und förderte unter Anderem kürzlich zwei große eiserne Kanonen, welche vor 30 Jahren mit dem Boyne versunken waren, aus den Tiefen des Oceans wieder zu Tage. Das Eisen dieser Kanonen wurde jedoch durch die 30jährige Einwirkung des Seewassers so oxydirt, daß man dasselbe nicht ein Mal mit Vortheil mehr einschmelzen zu können glaubt. – Hr. Bell stellte seine lezten Versuche in der Nähe von Yarmouth an, um wo möglich etwas von den Schäzen zu erbeuten, welche im I. 1799 bei der Rükkehr der Expedition des Herzogs von York zu Grunde gingen. Bereits schaffte er eine große Menge mit Austern und anderen Muscheln besezter Weinflaschen herauf, in denen man, beim Eröffnen, den trefflichsten Wein fand. Nächstens hofft er auch einige der 25 Kanonen aus Stükmetall, und etwas von dem Gelde, welches gleichfalls versank, zu erbeuten. – So günstig nun die Resultate, welche diese beiden Taucher erhielten, auch sind, so stehen ihre Tauchapparate, wie das Mechan. Magaz. N. 478 und 473 sagt, doch bei weitem jenen des Hrn. Steele nach, der, wie wir früher schon ein Mal erwähnten, beinahe eine Copie des Tauchapparates des sel. Hofrathes Schultes zu seyn scheint.

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