Titel: Kyan's Patent-Methode, Holz und andere vegetabilische Substanzen gegen Zerstörungen durch Insecten und Trokenmoder zu schüzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. CXIII./Miszelle 24 (S. 437)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/mi046113_24

Kyan's Patent-Methode, Holz und andere vegetabilische Substanzen gegen Zerstörungen durch Insecten und Trokenmoder zu schüzen.

Man weiß bei uns schon längst, daß man vegetabilische und thierische Substanzen durch äzenden Queksilber-Sublimat gegen die Angriffe der Insecten schüzen kann, und daß dieß Mittel sogar eines der besseren ist, wenn es sich nicht um zarte Substanzen handelt, welche vom Queksilber-Sublimate oft mehr leiden würden, als von den Insecten, und wenn keine Gefahr von Vergiftung entstehen kann. Hr. Johann Howard Kyan Esq. zu South-Row in der Grafschaft Middlesex, ließ sich nun am 31. März 1832 ein Patent auf dieses uralte und längst bekannte Mittel geben, indem er dasselbe dem englischen, hauptsächlich nur den Geldbeutel des Patent-Trägers prüfenden Patent-Bureau als eine neue Methode aufbürdete. Hrn. Kyan's Absicht geht vorzüglich dahin, die verschiedenen Arten von Bauholz, von der Tanne bis zur Eiche, durch sein Mittel gegen die Angriffe der Insecten und gegen den, meistens durch Insecten bedingten, Trokenmoder zu schüzen. Er will, daß alles Bauholz zu diesem Behufe längere oder kürzere Zeit in großen Trögen in Wasser eingeweicht werde, in welchem eine gewisse, im Patente nicht angegebene Menge äzenden Queksilber-Sublimates aufgelöst worden. Holz, welches zum Behufe des Schiffbaues sonst gesotten wurde, damit es gebogen werden konnte, soll nicht mehr in Wasser, sondern in einer ähnlichen Sublimatauflösung gekocht werden. – Hr. Kyan hofft auf diese Weise dem Holze dieselbe Dauerhaftigkeit zu geben, die wir an den hölzernen Bauten unserer Vorfahren bewundern, und welche deutlich beurkundet, daß dieselben bei der Wahl des Holzes sorgfältiger zu Werke gingen, und in den Eigenschaften desselben erfahrner waren, als wir es gegenwärtig sind. In den meisten, 3–400 Jahre alten und selbst in noch älteren Gebäuden findet man das Holzwerk noch vollkommen unversehrt, während es in den neueren Bauten viel früher erneuert werden muß. Der eichene Dachstuhl der alten Westminster-Halle zu London steht noch felsenfest; jener des viel neueren Kanzelleihofes wird hingegen nächstens einfallen, wenn er nicht bald abgebrochen wird. (Repertory of Patent-Inventions. Novbr. 1832, S. 276.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: