Titel: Glashäuser durch Rindvieh gehetzt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1832, Band 46, Nr. CXIII./Miszelle 28 (S. 438–439)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj046/mi046113_28

Glashäuser durch Rindvieh gehetzt.

Hr. Armstrong erzählt, daß man in Rußland, und namentlich in der Nähe von Petersburg, Glashäuser durch die Ausdünstung von Rindvieh heizt, indem man nämlich einen Viehstall, welcher gehörig geschlossen gehalten wird, und der selbst mit Winterthüren u. dergl. versehen ist, auf gehörige Weise mit den |439| Glashäusern in Verbindung sezt. Man bringt zu diesem Behufe in der Mauer, welche den Stall von dem Glashause trennt, einige Zolle über den Barren vierekige Löcher an, durch welche die warme, von den Thieren ausgeathmete Luft beinahe unmittelbar in das Glashaus übergeht. Diese ausgeathmete Luft soll selbst in dem kalten Rußland hinreichen, um in den Glashäusern im Winter die gehörige Temperatur zu unterhalten; ja selbst das Lüften der Fenster soll zu gehöriger Zeit geschehen können. Ueberdieß soll die Luft der Glashäuser auf diese Weise auch noch so viel Feuchtigkeit mitgetheilt erhalten, daß man die Pflanzen nur selten zu gießen braucht: ein Vortheil, der ihnen vorzüglich im Winter sehr gut zu Statten kommt. Man versichert, daß sich die Gewächse in den auf solche Weise geheizten Glashäusern weit besser conserviren, daß sie ein weit frischeres und üppigeres Aussehen erhalten, als dieß in anderen Glashäusern im Winter der Fall ist; und endlich, daß das Vieh durch das Verschließen der Ställe nicht nur keinen Nachtheil erleide, sondern schneller in der Mastung zunehme. Die aus dem Glashause in den Stall zurüktretende kältere Luft soll nämlich hinreichen, um die Luft in dem Stalle gesund zu erhalten. Sollte sich diese Heizmethode bewähren, so dürfte sich der Gartenbau auf eine neue, höchst vortheilhafte Weise mit der Viehzucht verbinden lassen. (Aus dem Recueil industriel. September 1832, S. 208.)

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