Titel: Church, Verbesserungen an den Apparaten zum Transporte für Menschen, Güter etc.
Autor: Church, William
Fundstelle: 1833, Band 49, Nr. XXX. (S. 161–169)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj049/ar049030

XXX. Verbesserungen an den Apparaten zum Transporte von Menschen und Gütern, von welchen Verbesserungen einige auch auf die gewöhnlichen Dampfmaschinen anwendbar sind, und auf welche sich William Church Esq., von Bordsley Green bei Birmingham in der Grafschaft Warwick, am 9. Februar 1832 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. März 1833, S. 89.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Die unter diesem Patente begriffenen Verbesserungen und Erfindungen beziehen sich hauptsächlich auf jene Dampfwagen, welche auf gewöhnlichen Straßen fahren sollen, und lassen sich unter folgende drei Abschnitte bringen. Sie betreffen nämlich: 1) den Bau des Gestelles des Wagens, welches die Körper oder Kasten des Fuhrwerkes zu tragen hat, und welches die Maschinerie, die den Wagen treibt, umschließt, so wie auch die Art und Weise, auf welche die Rippen oder die Riegel mit einander verbunden sind, um bei einem verhältnißmäßig geringen Gewichte des Materielles doch eine große Stärke zu erreichen; 2) den Bau der Kessel und der Feuerzüge, in Folge dessen die zum Betriebe der Maschine nöthige Menge Dampf erzeugt wird; und 3) endlich den Bau der Laufräder des Wagens, der so berechnet ist, daß wenn die Räder auch über Unebenheiten der Straße gehen, doch keine Erschütterung Statt finden kann, indem die Reifen dieser Räder elastisch sind, und sich, so wie sie mit dem Boden in Berührung kommen, in sphäroidische Figuren oder abgeplattete Krümmen verwandeln.

Bei der Einrichtung des Gestelles habe ich mich, sagt der Patentträger, bemüht, die Bohlen, Rippen, Riegel, Stangen, Röhren oder Stäbe desselben so zu formen, anzuordnen und mit einander zu verbinden, daß sie ein Gehäuse oder Skelett bilden, welches in allen Theilen und nach allen Richtungen, in denen irgend ein Druk, Stoß oder Zug darauf wirken kann, gehörig unterstüzt ist, an welchem alle Theile den gehörigen sie treffenden Theil des Gewichtes und der Gewalt zu tragen haben, kurz an welchem die Gewalt so gleichmäßig als möglich über alle Theile des Gehäuses oder Skelettes verbreitet und ausgedehnt ist. Ich verfertige dieses Gehäuse ferner in der Art, |162| daß es die Kessel und die Maschinerien umschließt, und auch den Körpern oder Kasten der Wagen, welche zur Aufnahme der Reisenden und des Gepäkes bestimmt sind, als Stüze dient.

Ich bilde durch die von mir getroffene Einrichtung des Gehäuses gleichsam einen sogenannten Maschinenraum, d.h. einen Raum, in welchem sich die verschiedenen Maschinerien und Kessel befinden, und der an Höhe der Höhe der Kasten der zu erbauenden Wagen gleichkommt. Fig. 1 zeigt einen Seitenaufriß eines nach diesen Grundsäzen erbauten, vollkommenen, solchen Gehäuses. Fig. 2 ist eine horizontale Ansicht desselben, von Oben gesehen.

Wenn dieses Gehäuse aus hölzernen Balken zusammengesezt ist, wie man dieß in der Zeichnung sieht, so verbinde ich diese Balken durch eiserne oder sonstige metallene Klammern oder Wangen mit einander, um auf diese Weise das Einzapfen derselben in einander zu umgehen, damit das Holz nichts in seiner Substanz und Stärke verliere.

Das Gehäuse, kann nun durch Verbindung von Stangen, Rippen, Balken oder metallenen Röhren nach den angeführten Principien erbaut werden, indem deren Verbindungen durch Scheidengefüge, welche durch Stifte (cotters) befestigt werden, und dergleichen man in Fig. 1 bei AA sieht, versichert werden. Diese Einrichtung ist hier deßwegen befolgt, damit die sich bewegenden Cylinder und deren Anhängsel leichter eingehängt und losgemacht werden können.

Bei der Beschreibung des Kessels, des Ofens und der Feuerzüge ist vor Allem zu bemerken, daß der Kessel aus mehreren mit Wasser gefüllten Röhren besteht, welche in senkrechter Richtung neben einander angebracht sind, und zwar in kreisförmigen oder vielekigen Reihen, so daß sich das Feuer in der Mitte der Röhren befindet, während die Feuerzüge aus kleineren, durch das Innere der Wasserröhren laufenden Röhren bestehen. Aus den Zeichnungen wird diese Einrichtung deutlicher und anschaulicher werden.

Fig. 3 zeigt ein System solcher Röhren, welche einen Kessel und Ofen bilden, von Außen im Aufrisse; die doppelten Gehäuse, welche den Rauchfang oder äußeren Feuerzug bilden, und der Gang für die Luft sind weggenommen oder zum Theil im Durchschnitte dargestellt.

Fig. 4 ist ein Durchschnitt desselben Apparates senkrecht durch die Mitte des Kessels und des Ofens genommen, damit die Wasserröhren aaaa anschaulich werden. Man wird sogleich ersehen, daß diese Wasserröhren paarweise und von ungleicher Länge angebracht sind, und daß durch jedes Paar eine Heberröhre bb geht.

Fig. 5 ist ein horizontaler Durchschnitt durch die cylindrische Kampfkammer c, über den Krümmungen der Heber b genommen, |163| damit man den Scheitel dieser Heber und deren Verbindungen mit den einzelnen Paaren von Wasserröhren ersieht.

Die eigenthümliche Einrichtung der einzelnen Wasserröhren des Kessels und deren paarweise Verbindung mit den Heberfeuerzügen ersieht man aus Fig. 6, welches ein Paar dieser Wasserröhren mit ihrem Verbindungsheber einzeln und in vergrößertem Maßstabe im Durchschnitte darstellt. cc ist nämlich ein Theil der cylindrischen Dampfkammer, deren unterer Theil mit Wasser gefüllt ist, welches durch die Speisungsröhre d eingeführt wird. Das Niveau des Wassers wird bis auf einige Zolle über die Krümmungen der Heberröhren bb erhöht, wie aus Fig. 4 ersichtlich. Von dieser cylindrischen Kammer aus steigt das Wasser in die Röhren aaaaa herab, so daß dieselben vollkommen gefüllt sind. Die Röhren selbst werden, wie man bei j sieht, durch Schrauben oder auf eine andere Weise an der Bodenplatte der Dampfkammer befestigt.

Die Flammen und die durch das Feuer erhizten Dämpfe spielen frei um die äußeren Oberflächen jener Theile des Kessels, welche durch die Reihen von kurzen Röhren gebildet werden, und auf jenen Theilen der Oberfläche der langen Röhren, die gegen das Feuer gerichtet ist. Da sie jedoch durch die Nähe dieser lezteren Röhrenreihe eingeengt werden, so steigen die Flamme und die Dämpfe, wie dieß in der Zeichnung durch Pfeile angedeutet ist, durch die kürzeren Schenkel der in den Wasserröhren befindlichen Heberfeuerzüge empor, und durch deren längere Schenkel wieder herab, um dann, nachdem sie ihre Hize an das Wasser abgegeben, in die am Grunde der längeren Heberschenkel befindliche Rußbüchse (dust-box) überzugehen, und aus dieser hierauf durch die äußeren Feuerzüge f in den Rauchfang g emporsteigen. Der Ruß wird durch ein feines Drahtgitter, welches als eine Art von Scheidewand zwischen der Rußbüchse und der unteren Oeffnung des äußeren Feuerzuges angebracht ist, aufgehalten.

Die Enden der Heberfeuerzüge sind, wie Fig. 6 und Fig. 4 im Durchschnitte zeigt, durch angeschraubte Dekel oder Hütchen i mit den unteren Enden der Wasserröhren verbunden; sie können übrigens auch auf eine andere Weise und so damit verbunden werden, daß sie die inneren Oberflächen der Wasserbehälter bilden.

Die Feuerzüge haben die Form von Hebern oder gebogenen Röhren, und stehen am Scheitel in gar keiner Verbindung mit den Wasserröhren, so daß sich das Metall bei dem Wechsel der Temperatur ausdehnen und zusammenziehen kann, ohne daß die Verbindungen des Metalles dadurch auch nur den geringsten Nachtheil erleiden. Die unteren Enden der Wasserröhren können durch Schraubengewinde oder auf irgend eine andere zwekmäßige Weise in die oberen Flächen der |164| ringförmigen Kammern k, und die Enden der Heber in die unteren Flächen derselben eingesezt werden, wie dieß aus Fig. 3 und 4 ersichtlich ist. Um die Circulation des Wassers zu befördern, kann man in diesem Falle von der einen ringförmigen Kammer zur anderen kleine Verbindungsröhren ll laufen lassen.

Um nun an den unteren Theilen der Kesselröhren a eine fortwährende Speisung mit Wasser zu unterhalten, sind in denselben kleine, senkrechte Leitungsröhren angebracht, die man in Fig. 6 bei mm sieht. Diese Röhren sind an beiden Enden offen; in geringer Entfernung unter deren unterer Mündung befindet sich aber ein kleiner Dekel oder Schild nn, dessen Zwek darin besteht, das Emporsteigen der Dampfkügelchen, die sich am Boden des Kessels erzeugen, in den kleinen Röhren zu verhindern. In Folge dieser Einrichtung wird der Dampf nämlich frei außerhalb der Leitungsröhren in den Wasserröhren emporsteigen, während in den Leitungsröhren m fortwährend eine Strömung des Wassers nach Abwärts Statt finden wird, in Folge deren der Boden des Kessels beständig gehörig mit Wasser gespeist wird. Eine dieser Röhren mit ihrem Dekel sieht man in Fig. 7 einzeln für sich. Fig. 8 ist ein horizontaler Durchschnitt der Wasserröhre und des Feuerzuges mit sechs eingesenkten Leitungsröhren m. Die Wirkung dieser inneren Leitungsröhren wird aus Fig. 9 noch deutlicher erhellen, indem hier die nach Aufwärts gerichteten Pfeile den Lauf des Dampfes, die nach Abwärts gerichteten hingegen jenen des Wassers andeuten.

Um die größte mögliche Hize zu erzeugen und um den Rauch so vollkommen als möglich zu verbrennen, lasse ich zwei Luftströme in den Ofen treten, von denen der eine am Scheitel des Brennmaterial les eintritt, und durch eine Oeffnung in der Dampfkammer nach Abwärts geht, während der andere am Boden eindringt, zwischen den fünf Stangen oo durchgeht, wo er dann mit dem ersteren zusammentrifft, um hierauf mit diesem durch die Heberfeuerzüge b und durch den äußeren Feuerzug f in den Rauchfang g zu gelangen. Diese beiden Luftzüge kann man durch irgend ein Mittel, wie z.B. durch einen sich drehenden Windfang oder durch ein über dem Kessel angebrachtes Gebläse, wie man z.B. in Fig. 10 und 11 sieht, hervorbringen.

Fig. 10 ist eine Seitenansicht des Wagens, woran man das Gestell oder Gehäuse und die arbeitenden Theile der Maschine offen dargestellt sieht. Fig. 11 ist eine horizontale Ansicht oder ein Grundriß eben desselben Wagens. An diesen beiden Figuren sieht man die beiden Körper oder Kasten BB und das oberhalb befindliche Gebläse C zur rechten Hand, während sich die Cylinder DD zur Linken befinden. |165| Man sieht hier auch die Verbindung der Wirkung ihrer Kolben mit den Laufrädern FF.

Das cylindrische, am Scheitel des Wagens befindliche Gehäuse C enthält zwei horizontale, an einer Welle aufgezogene Windräder. Das Gehäuse selbst ist durch eine horizontale, in Fig. 10 durch punktirte Linien angedeutete Scheidewand abgetheilt. In dem oberen Fache dreht sich der Windfang, um die Luft, die durch die Oeffnung oder den Canal p an ihn gelangt, in den Ofen zu treiben, indem er diese Luft durch die entgegengesezte Oeffnung oder durch den Canal q, welchen man auch in Fig. 3 und 4 sieht, in das Gehäuse des Kessels treibt.

Die auf diese Weise eingetriebene Luft soll aus dem zwischen dem Maschinenraume und den Wagenkasten befindlichen Raume genommen werden, um leztere auf diese Weise kühl zu erhalten. Ein Theil dieser eingetriebenen Luft gelangt durch die Oeffnungen rr des Gehäuses und durch den Centralgang der Dampfkammer abwärts in den Ofen, und erzeugt daselbst den oberen Luftzug; der andere Theil hingegen geht durch den äußeren Canal ss des Gehäuses (wobei er im Vorübergehen den Wärmestoff des nahegelegenen Feuerzuges aufnimmt), und durch die Oeffnung x zwischen den Roststangen in den Ofen, um auf diese Weise den unteren Luftzug zu bilden. Der zweite, in dem unteren Fache des cylindrischen Gehäuses befindliche Windfang, der die Dienste eines Luftausschöpfers versehen soll, bringt den Dampf und Rauch aus dem Rauchfange g empor, und entleert denselben durch die Oeffnungen uu in die Kuppel, aus der er dann in die freie Luft entweicht.

Der Ofen wird durch eine cylindrische Büchse oder einen Trichter v mit Brennmaterial gespeist. Durch den unteren Theil dieses Trichters geht nämlich ein horizontaler Schieber w der die Mündung des Ofens verschließt, und welcher einen Boden bildet, auf dem das Brennmaterial ruht. Oben ist der Trichter mit einem Dekel verschlossen; soll das Feuer gespeist werden, so wird der Schieber w herausgezogen, wo dann das Brennmaterial in den Ofen fällt.

Unter gewissen Umständen finde ich es zwekmäßig das beschriebene Princip des Kesselbaues (d.h. die durch die Wasserröhren gehenden Heberröhren) in verschiedene Formen zu kleiden. Statt z.B. die äußere Reihe der Wasserbehälter aus cylindrischen Röhren zu verfertigen, bilde ich dieselben aus zwei gefalteten Metallplatten, welche zusammengebolzt oder auf irgend eine andere Weise an einander befestigt werden, wie dieß aus Fig. 12 ersichtlich ist. aaa sind hier die Wasserbehälter, welche den Kessel bilden, und deren Seiten durch die Bolzen xxx an einander befestigt sind. Die Heberröhren sind auf |166| die früher beschriebene Weise verfertigt und eben so durch Schrauben an den Wasserbehältern befestigt. Die oberhalb befindlichen Dampfgefäße c werden durch eine Fortsezung der äußeren gefalteten Platten der Wasserbehälter nach Aufwärts, und dadurch gebildet, daß man zur Erzeugung der inneren Oberfläche des Dampfgefäßes ähnliche gefaltete Platten anwendet, die man dann durch Nieten oder auf eine andere Weise an einer flachen, den Boden der Dampfkammer bildenden Platte befestigt, und deren Seiten man durch Querbolzen mit einander vereinigt.

Die eigenthümliche Einrichtung der Laufräder ersieht man aus Fig. 13, in welcher eines dieser Räder von Vorne dargestellt ist, während man in Fig. 14 einen Querdurchschnitt eines solchen Rades sieht. Diese Räder haben eine bedeutende Breite und also auch einen großen Durchmesser; sie werden durch Vereinigung mehrerer Reifen aa aus elastischem Holze gebildet, indem man diese Reifen durch Klammern bb mit einander verbindet. Der äußere Umfang des Rades ist durch einen eisernen, das Geleise bildenden Reifen ccc gebunden; die Speichen bestehen aus elastischen gekrümmten Stahlplatten oder aus Federn ddd, welche sich biegen und sich an Gelenken bewegen. Die äußeren Enden sämmtlicher, elastischer Speichen d sind am Rüken der einzelnen Klammern durch Gefüge an der Felge befestigt, während die entgegengesezten Enden derselben gleichfalls durch Gefüge oder Gelenke mit einem Paare metallener Ringe ee in Verbindung stehen, welche durch die Radial- und Diagonalstangen fff an der in der Mitte des Rades befindlichen Nabe oder metallenen Büchse g gehörig festgemacht sind.

Diese Laufräder sind nun an kurzen kreisenden Achsen h befestigt, und das Gewicht des Wagens, welches auf diesen Achsen ruht, bewirkt, daß sich der Umfang der Räder, so wie dieselben auf der Straße fortlaufen, in schwach sphäroidische Figuren oder in Krümmen biegt, die etwas abgeplattet sind. Diese Abweichung von der kreisförmigen Form bewirkt, daß das Rad fester an dem Boden festhält, und folglich weniger Neigung hat herumzugleiten und in der Straße einzusinken.

Die Federn, welche hier in den Rädern angebracht sind, dienen als Ersazmittel für die Federn, au welchen man sonst die Wagenkasten aufzuhängen pflegt. Um jedoch dem Wagen noch mehr Elasticität zu geben, und um die Bewegung desselben zu erleichtern, bediene ich mich noch folgender Mittel. Wie Fig. 10 und 11 zeigen, ist an dem Gestelle oder Gehäuse eine cylindrische, mit Luft gefüllte und am Scheitel geschlossene Büchse i gut befestigt. In dieser cylindrischen Büchse ist, wie in der Seitenansicht Fig. 17 durch Punkte angedeutet |167| ist, an dem oberen Ende eines gabelförmigen Joches ll ein Kolben k festgemacht. Dieses Joch bewegt sich frei auf und nieder und ist an dem oberen Theile nach Art der Liederung an den hydraulischen Pressen durch eine lederne Hülle genau schließend gemacht, während sich in den unteren Enden des Joches Augen oder Zapfenlager befinden, in welchen sich die kurzen Achsen h frei drehen. Wenn nun eine hinreichende Menge Luft in das Gefäß oder in den Behälter i getrieben worden, so entsteht dadurch eine Luftfeder, wenn ich so sagen darf, auf der das Gewicht des Wagens und dessen Last ruht, während dieses Gewicht durch die Dazwischenkunft der Kolben und, der Joche von den Laufrädern getragen wird.

Da die Achsen der Räder zu einer seitlichen Bewegung geneigt wären, wenn diese nicht durch eine gehörige Vorrichtung verhindert würde, so bediene ich mich der gegliederten Stangen mm und p, welche man in der horizontalen Darstellung des Rades Fig. 15 sieht. Liese Stangen sind nämlich an dem einen Ende durch Angelgewinde nn mit dem Gestelle oder Gehäuse, an dem entgegengesezten Ende hingegen durch Ringe oo mit den Achsen (siehe den Seitenaufriß Fig. 16 und die Randansicht Fig. 17) verbunden. Die Stange p ist, wie man bemerken wird, durch ein Nußgelenk, welches man in dem Durchschnitte des Rades und seiner Achse Fig. 14 sieht, mit der inneren Seite der Achse des Rades verbunden, und wird daher, obschon sie die Achse endwärts festhält, deren Bewegung nicht hemmen. Diese Stangen gestatten dem Wagen sich in senkrechter Richtung zu schwingen.

Um das Entweichen der Luft hinter dem Kolben in der Büchse i zu verhindern, treibe ich mittelst einer kleinen Drukpumpe eine geringe Menge Oehl, Wasser oder einer sonstigen Flüssigkeit ein. Diese Pumpe kann auch zum Eintreiben von Luft verwendet werden, so daß die Elasticität der Feder mithin dem Gewichte der Last, welche sie zu tragen hat, angepaßt werden kann.

Obwohl ich nun hier Luftbüchsen und Kolben beschrieben habe, so muß ich doch bemerken, daß ich mich keineswegs auf diese Luftfedern beschränke, indem in manchen Fällen metallene Federn wünschenswerther seyn möchten.

Die Kraft, welche der arbeitende Cylinder und die Kolben der Maschinen ausüben, wird auf die gewöhnliche Weise durch die Kolbenstangen an die Kurbelwelle (crank-shaft) s fortgepflanzt, und eine an dieser Welle befestigte Rolle t (Fig. 16) treibt mittelst einer endlosen Kette u, welche über eine ähnliche, an jeder der Achsen der Laufräder aufgezogene Rolle v läuft, die beiden Laufräder. Da die Triebkraft jedoch verschieden abgeändert werden muß, so habe ich auch |168| zwei Kettenrollen von ungleichen Durchmessern w und x an der genannten Kurbelwelle und an der Radachse aufgezogen, und eine endlose Kette über dieselben geführt (Fig. 15 und 17). Beide an den Radachsen befindliche Rollen drehen sich frei um dieselben, und jede derselben kann mittelst der schiebbaren Klauenbüchse yy durch die Hebel und Stangen zz in Thätigkeit gesezt werden.

In der in Fig. 10 und 11 gegebenen Ansicht der ganzen Einrichtung des Wagens ist AA das Gestell oder das Skelett des Wagens. BB sind die beiden Kessel in ihren Gehäusen; DD die Maschinen, welche nach dem unter'm 29. Novbr. 1830 mir ertheilten Patente35) erbaut sind, mir dem einzigen Unterschiede, daß die Maschinen im gegenwärtigen Falle umgekehrt sind, indem sie von den Eintritts- und Austrittsröhren für den Dampf herabhängen, und sich an dem oberen Ende der Pfosten bbb in Zapfenlagern drehen. E ist die Kurbelwelle, die sich in Zapfenlagern, die in dem Gestelle angebracht sind, dreht, und welche durch die Schraubenbolzen aa an dem Ende des aufrechten Stükes b in gehöriger Stellung erhalten wird.

Die Kurbelwelle sezt durch die Kettenrolle c und die endlose Kette d die an den Achsen der Laufräder FF aufgezogenen Kettenrollen oder Rigger e in Bewegung. An den Achsen dieser Räder sind aber gleichfalls die Kettenrollen ff aufgezogen, welche durch die endlosen Ketten hh mit den Rollen ii in Verbindung stehen. Auf der Kurbelwelle kk sind die Klauenbüchsen an den Achsen der Laufräder angebracht, und zwar mit ihren Hebeln ll, welche durch die Stangen mm mit dem Hebel n verbunden sind, durch den die Klauenbüchsen von einer Rolle zur anderen geschoben werden können, je nachdem die Geschwindigkeit der Laufräder diese oder jene Abänderung erhalten soll.

Die Cylinder ii enthalten die Luftfedern mit den an der Spize der gabelförmigen Stangen ll befindlichen Kolben; sie tragen den Wagen. n ist der Trichter, durch welchen die Speisung mit Brennmaterial geschieht; o die Sicherheitsklappe und die zu den Maschinen führende Dampfröhre. rr ist die Röhre, durch welche der austretende Dampf von den Maschinen in den Rauchfang g geleitet wird. C ist die Kuppel, in der sich die beschriebenen Windfange oder Gebläse befinden. Auf der unteren Seite des unteren Windfanges ist die Rolle t befestigt, welche durch das endlose, über die Rolle v und die größere, an der Kurbelwelle E befindliche Rolle w gezogene Band uu beide Windfange in kreisende Bewegung versezt. HH sind die Kasten |169| der Wagen, in denen die Reisenden sizen, während in den Räumen KK das Gepäk untergebracht werden kann.

Der Wasserbehälter, der die Kessel mit Wasser speist, kann an jeder Seite des Maschinenraumes unter dem Kettenrigger angebracht werden, während die Behälter für das Brennmaterial über demselben Raum finden, so daß in der Mitte ein hinreichender freier Raum für den Maschinisten bleibt. Uebrigens können diese Behälter auch an irgend einem anderen beliebigen und geeigneten Plaze untergebracht werden. L ist das Leitungs- oder Steuerungsrad, welches sich unter dem vorderen Size des Wagens und unter der Leitung des Wagenlenkers befindet. Dieses Steuerungsrad ist an einem kreisrunden Gestelle 11 aufgezogen, und dreht sich in den Enden der aufrechten und fest an das kreisrunde Gestell geklammerten Stangen 2 in Zapfenlagern. Die oberen Enden dieser Stangen sind mit einander verbunden und an die Enden der Welle 3 gebolzt, und diese Welle ist mit einem Halsringe versehen, an welchem sich eine starke, in der Büchse 4 enthaltene und auf ihm ruhende, metallene Feder befindet. Diese Federbüchse ist in dem Ende des Schnabels oder der Deichsel 5 des Wagens festgemacht. 6 ist ein gezähnter, an der Welle 3 befestigter Quadrant, in welchen der Triebstok 7, der bloß Verzahnungen hat, eingreift. Der zulezt genannte Triebstok ist an der senkrechten Stange 8 aufgezogen, die mit einem horizontalen Kurbelgriffe 9 versehen ist. Wenn der Wagenlenker daher diesen Griff umdreht, so wird der Triebstok den Quadranten 6, und also durch die Welle 3 auch das Rad L und dessen kreisrundes Gestell innerhalb des äußeren kreisrunden, an dem Wagen festgemachten Reifens 10 bewegen oder drehen.

11 ist ein Sprachrohr, mit Hülfe dessen sich der Wagenlenker in jedem Augenblike und nach allen Richtungen mit dem Maschinisten besprechen kann. 12 stellt ein ekiges Metallstük vor, welches unmittelbar vor den Laufrädern so an der unteren Seite des Gestelles aufgehängt ist, daß es beinahe den Boden berührt, und welches dazu da ist, um alle losen Steine oder andere auf der Straße liegende Hindernisse aus dem Wege zu räumen, und alle Stöße so viel als möglich zu vermeiden. Sollten die Räder zufällig mit irgend einem feststehenden Hindernisse in Berührung kommen, so würden sie durch die Kette in Stand gesezt werden, über dasselbe hinweg zu gleiten.

Um der Zerstörung der Stangen des Rostes durch die Hize des Ofens vorzubeugen, gebe ich denselben eine muldenförmige Gestalt, und fülle deren Höhlung mit feuerfestem Thone, Graphit oder irgend einem anderen, der Einwirkung der Hize widerstehenden Materiale aus.

|168|

Polytechn. Journal Bd. XLIII. S. 1.

A. d. R.

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