Titel: Clark's Verbesserungen in der Fabrikation des Bleiweißes.
Autor: Clark, Edward
Fundstelle: 1833, Band 49, Nr. XCIII . (S. 445–447)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj049/ar049093

XCIII. Verbesserungen in der Fabrikation des Bleiweißes und anderer Metallsalze, auf welche sich Edward Clark in New-York am 4. Dec. 1832 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Franklin Journal im Repertory of Patent-Inventions. Julius 1833, S. 16.

Ich habe, sagt der Patentträger, eine neue und wichtige Verbesserung in der Fabrikation jener Metallsalze ausfindig gemacht, die unter dem Namen Bleiweiß oder kohlensaures Blei, kohlensaures Kupfer, essigsaures Blei oder Bleizuker, essigsaures Kupfer und essigsaures Eisen bekannt sind. Da das Princip meiner Verbesserung bei der Fabrikation aller dieser Salze eines und dasselbe ist, so beschränke ich mich darauf, hier meine Methode, das Bleiweiß zu fabriciren, ausführlicher zu beschreiben.

Ich verfertige mir zuerst Behälter, welche ich Aez- oder Corrosionsbehälter nenne, und welche entweder aus Holz, oder aus Baksteinen oder anderen Steinen bestehen können. Die Form dieser Behälter kann eine cylindrische, oder eine vierekige, oder eine längliche, oder irgend eine andere seyn. Die cylindrischen Behälter mache ich gewöhnlich 6 bis 8 Fuß hoch, wobei ich ihnen eben so viel Fuß im Durchmesser gebe. Ich finde jedoch längliche Behälter geeigneter, und gebe diesen 8 bis 10 Fuß Tiefe, 3 bis 4 Fuß Weite und 15 bis 20 Fuß Länge. In Behältern von diesen Dimensionen werden die Gestelle, auf welche das Metall gebracht wird, leichter von den an den Seitenwänden angebrachten Vorsprängen getragen, als dieß der Fall ist, wenn man den Behältern eine größere Breite gibt; ja das Metall scheint sogar in Behältern von dieser Form leichter angegriffen zu werden. In diesen Behältern bringe ich Gestelle aus |446| Schiefer, oder aus Latten, oder aus Dielen, in welche viele Löcher gebohrt wurden, oder aus kleinen Holzschnizeln an, indem ich dieselben in gehörigen Entfernungen über einander auf die aus den Seiten der Behälter hervorragenden Vorsprünge lege. Soll nun Bleiweiß bereitet werden, so lege ich die Bleiplatte spiralförmig aufgewunden auf die Gestelle, oder hänge sie an denselben auf, oder bringe sie auf irgend eine andere Weise solcher Gestalt an, daß die ganze Oberfläche des Bleies der Einwirkung jener Dampfe ausgesezt ist, durch die es in Bleiweiß verwandelt wird. Wenn diese Einrichtung getroffen, so lasse ich die Gase und Dämpfe, die zu dieser Umwandlung des Bleies nöthig sind, entweder in die Behälter eindringen oder ich erzeuge sie gleich in denselben. Diese Agentien bestehen aus Essigdampf, Kohlensäure und Sauerstoffgas. Der Essigdampf kann erzeugt werden, indem man den Essig auf dem Boden des Behälters oder in ein eigenes zu diesem Behufe in dem Behälter gebrachtes Gefäß bringt, und ihn durch Dampf oder auf irgend eine andere Weise erhizt, durch welche die Temperatur in den Behälter auf 150 bis 180° F. (66° R.) erhalten werden kann. Ich habe in meiner ursprünglichen Patenterklärung beschrieben, auf welche Weise ich das Essiggefäß gefüllt erhalten will, so wie auch einige Röhren und Hähne, welche dazu nöthig sind; ich nehme jedoch von allen diesen Theilen keinen als meine Erfindung in Anspruch, indem man sich, je nachdem der Proceß auf diese oder jene Weise modificirt wird, derselben bedienen kann oder nicht. Mein ganzer Zwek besteht nämlich, was den Essig betrifft, darin, denselben durch künstliche Wärme in Essigdampf zu verwandeln, was entweder innerhalb des Corrosionsbehälters, oder außer demselben in einem Kessel oder einem Destillirapparate geschehen kann, von welchem man eine Röhre in den Behälter treten läßt. Man kann übrigens auch einen solchen Kessel in dem Corrosionsbehälter anbringen, nur muß man in diesem Falle an dem Behälter ein Schürloch zur Speisung und Regulirung des Feuers und an dem Kessel Röhren mit Hähnen anbringen, mittelst welcher der Kessel gefüllt oder entleert werden kann. Alle diese Einrichtungen wird jeder Praktiker nach Belieben zu wählen und zu modificiren wissen.

Die Menge der Kohlensäure, welche in den Corrosionsbehälter geschafft werden muß, ist nicht groß, und kann leicht durch das Brennmaterial, welches zur Verdampfung des Essigs nöthig ist, geliefert werden. Da jedoch zum Gelingen der Operation auch der Zutritt der atmosphärischen Luft wegen ihres Gehaltes an Sauerstoff durchaus unentbehrlich ist, so kann man zugleich mit ihr die erforderliche Menge Kohlensäure eintreten lassen. Man kann sich zu diesem |447| Behufe eines Gasometers, wie man sie in den Gaswerken hat, bedienen, und in diesem atmosphärische Luft mit einem Theile jener Luft vermengen, die durch das Feuer gegangen. Diese Luft kann durch eigene zu diesem Behufe angebrachte Röhren aus dem Rauchfange hergeleitet, und auf diesem Wege, wenn man es nöthig findet, auch gewaschen und gereinigt werden. Da keine große Quantität Kohlensäure nöthig ist, so wird eine Werkstätte oder ein Laboratorium, in welchem sich Feuer befindet, und worin nur ein Paar Arbeiter arbeiten, eine hinreichende Menge Kohlensäure enthalten; und sollte sich ja ein Mangel an Kohlensäure zeigen, so brauchte man nichts weiter, als etwas Holzkohle zu verbrennen, und den Dampf dann in den Corrosionsbehälter oder in den Gasometer zu leiten, wenn man sich doch eines solchen bedienen will. Es gibt noch mehrere andere, dem Chemiker wohl bekannte Quellen, aus denen er sich mit Leichtigkeit die erforderliche Menge Kohlensäure zu verschaffen im Stande ist; dazu gehören z.B. der Kalkstein, alle Arten von Holz, Kohle etc. während der ganzen Dauer der Operation, d.h. während der erhizte Essigdampf auf das metallische Blei einwirkt, versehe ich den Corrosionsbehälter reichlich mit atmosphärischer Luft, die dem Metalle zum Behufe seiner Oxydation die gehörige Menge Sauerstoff liefert Die Luft kann entweder auf die beschriebene Weise durch einen Gasometer geliefert, oder durch Gebläse, oder auf irgend eine andere Weise eingeblasen werden. In einigen Fallen habe ich bloß einige Oeffnungen in dem Corrosionsbehälter angebracht, wodurch derselbe manchmal von selbst und ohne irgend einen Drukapparat mit der gehörigen Menge Luft und kohlensauren Gases versehen werden kann.

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