Titel: Hrn. Piet's Dochte für Nachtlampen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 49, Nr. XVII./Miszelle 15 (S. 73)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj049/mi049017_15

Hrn. Piet's Dochte für Nachtlampen.

Der französische Arzt, Hr. Piet, theilt im Journal des connaissances usuelles, Mai 1833. S. 301, folgende Methode die Dochte für Nachtlichter zu bereiten mit. Er verfertigt dieselben nämlich aus feinem Briefpapier, welches er in Streifen von 6 Centimeter Länge und 13 Millimeter Breite schneidet. Diese Streifen rollt er auf sich selbst auf, so daß sie kleine Cylinder bilden, welche in den Schwimmer, dessen mittleres Loch gewöhnlich 2 Millimeter im Durchmesser hat, gestekt werden. Dergleichen Dochte brennen wenigstens 18 Stunden lang, und haben vor allen Dochten, jene aus Amianth ausgenommen, einen Vortheil voraus. Das Licht, welches sie geben, ist Heller, weniger flakernd, und es erzeugen sich an ihnen keineswegs die an den gewöhnlichen Dochten sich zeigenden, sogenannten glühenden Schwämme. Beinahe noch besser ist es jedoch, wenn man die Papierstreifen nur 4 bis 5 Centimeter lang nimmt, indem die aus denselben gebildeten Cylinder dann in dem Loche des Schwimmers weniger zusammengedrükt werden, so daß das Oehl noch leichter zwischen den Papierlagen emporsteigt. Die einzige Vorsicht, welche man bei diesen Dochten, um sie länger dauern zu machen, zu beobachten hat, besteht darin, daß man sie senkrecht in den Schwimmer steken muß, und daß man sie nicht eher anzündet, als bis sie ganz mit Oehl getränkt sind. – Die Redaction bis Journal des connaissances usuelles bemerkt, daß sie die Piet'schen Dochte, auf deren Erfindung der Hr. Doctor während eines langen Krankenlagers kam, probirt, und so gut befunden habe, daß sie sich nun fortwährend derselben für die Nachtlichter bedient.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: