Titel: Einige Notizen über die Liverpool-Manchester-Eisenbahn.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 49, Nr. XVII./Miszelle 7 (S. 71)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj049/mi049017_7

Einige Notizen über die Liverpool-Manchester-Eisenbahn.

Der lezte halbjährige Bericht der Directoren der Liverpool-Manchester-Eisenbahn widerlegt neuerdings auf eine schlagende Weise die von den Canal-Eigenthümern und anderen Opponenten der Eisenbahnen verbreiteten Gerüchte, als sey diese Eisenbahn, was den Transport von Gütern und Waaren betrifft, eine vollkommen mißlungene Unternehmung. Die Eisenbahn wurde nicht ausschließlich zum Transporte von Waaren errichtet, sondern zum Transporte von Menschen, Gütern und Kohlen, und als solche zeigte sie sich auch in dem lezten Halbjahre sehr vortheilhaft. Die Quantität der Waaren, welche in dem mit Ende December 1832 abgelaufenen Halbjahre auf dieser Bahn verführt wurde, betrug nicht weniger als 86,812 Tonnen, die Menge der Kohlen belief sich auf 39,940 Tonnen und die Zahl der Reisenden stieg auf 182,823. Im Ganzen wurden in diesen 6 Monaten 3363 Fahrten von 30 engl. Meilen Länge mit Personen, 1679 mit Gütern und 211 mit Kohlen zurükgelegt. Vergleicht man diese Summen mit jenen, die das vorige Halbjahr auswarf, so ergibt sich daraus eine Zunahme von 7821 Tonnen an Gütern und 10,484 Tonnen an Kohlen. Einen der vorzüglichsten Artikel bildete das Bauholz; denn innerhalb 5 Monaten wurden nicht weniger als 2297 Tonnen Bauholz auf der Eisenbahn nach Manchester geschafft, und man hofft, daß diese Menge noch steigen wird, seit man an dem zu Manchester auslaufenden Ende der Bahn so vortreffliche Vorrichtungen zum Abladen des Holzes angebracht hat. – Was die den Dampfwagen bereits so oft vorgeworfenen großen Auslagen für Reparaturen betrifft, so bemerken die Directoren, daß diese Auslagen in den lezten 6 Monaten des Jahres 1832 allerdings die bedeutende Summe von 7076 Pfd. 5 Shill. 8 D. betrugen; sie bemerken aber zugleich auch, daß wenn auch den diese Unkosten veranlassenden Unvollkommenheiten nicht abgeholfen werden könnte, sie die Dampfwagen dennoch als das zwekmäßigste und vorteilhafteste Fuhrwerk auf Eisenbahnen betrachten müßten. Den größten Theil dieser Kosten veranlaßt die an manchen Maschinen so häufig nöthige Erneuerung der Röhren und der Feuerstellen. Dieser Vorwurf gilt jedoch nicht für alle Maschinen, indem die Compagnie deren welche hat, die zwischen 20 und 30,000 Meilen zurüklegten, und nur unbedeutende Ausbesserungen an den Feuerstellen und Röhren erheischten. Die Compagnie verwendet gegenwärtig ihre ganze Aufmerksamkeit auf die Erforschung der Ursachen dieses großen Unterschiedes, und ladet auch alle Gelehrten ein, sich mit diesem Gegenstände zu beschäftigen, da sie gehörige Mittel gegen dieses schnelle Verbrennen der erwähnten Theile nicht unbelohnt lassen würde.

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