Titel: Vorschriften zur Bereitung von Rosenwasser, Rosensyrup u. dgl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 49, Nr. XXIX./Miszelle 16 (S. 158–159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj049/mi049024_16

Vorschriften zur Bereitung von Rosenwasser, Rosensyrup u. dgl.

Hr. Celnart gibt im Journal des connaissances usuelles, Junius 1833, S. 363 folgende Vorschriften zur Bereitung verschiedener Präparate aus den Rosenblättern, die wir hier, da sie wenig bekannt sind, gleichfalls mittheilen wollen. Man fülle einen glasirten Topf mit frisch gepflükten Rosenblättern und gieße eine sehr geringe Menge Wasser darauf, welches man durch Zusaz von etwas Schwefelsäure ganz schwach säuerlich gemacht hat. Damit lasse man die Rosenblätter 24 Stunden lang maceriren, um sie hierauf durch ein Tuch zu filtriren, ohne sie jedoch dabei auszudrüken. Man erhält auf diese Weise eine schöne rosenrothe Flüssigkeit, welche vollkommen klar und äußerst aromatisch ist, die aber, wie sich von selbst versteht, weder zum Küchen- noch zum Arzeneigebrauche verwendet werden kann. Zum Küchengebräuche kann man sich auf folgende Weise einen guten Rosensyrup bereiten. Man fülle einen kleinen Becher oder eine Flasche mit weitem Halse abwechselnd mit Schichten von gepülvertem Zuker und von frischen Rosenblättern, indem man auf einen Gewichtstheil Rosenblätter beiläufig drei Theile Zuker nimmt. Dann verschließe man die Flasche mit einem gut passenden Korke, über welchen man überdieß noch eine befeuchtete Schweinsblase oder ein Stük Pergament bindet, und stelle das Ganze drei Tage lang in die Sonne. Nach Ablauf dieser Zeit wird der Zuker zerflossen seyn, und wäre dieß nicht der Fall, so müßte man noch einige Zeit zuwarten, bis der zerflossene Zuker gehörig mit den Rosenblättern macerirt hat. Ist dieß der Fall, so schütte man die Masse auf ein feines Sieb, auf welchem man den Syrup ablaufen läßt, ohne die Rosenblätter auszudrüken. Der gesammelte Syrup muß in einem gut verschlossenen Gefäße aufbewahrt werden. Das Gefäß, dessen man sich zu dessen Bereitung bedient, muß etwas stark seyn, damit es der durch die Wärme bedingten Ausdehnung und der zuweilen eintretenden Gährung gehörig Widerstand zu leisten im Stande ist. – Tabakschnupfer können, wenn sie es wünschen, auf folgende Weise dem Tabake den Rosengeruch mittheilen. Man stampfe in eine Halbmaßflasche aus sehr dikem Glase so viel frische Rosenblätter, als hineingehen, verschließe diese Flasche dann nach Art der Champagnerflaschen, und stelle sie einen Monat lang oder darüber in die Sonne. |159| Nach dieser Zeit werden die Rosenblätter durch die Gährung vollkommen zersezt, und in eine schwärzliche Masse verwandelt worden seyn, von der man, da sie einen sehr starken Rosengeruch besizt, nur eine sehr geringe Menge unter den Schnupftabak zu mischen braucht, um auch diesem den Rosengeruch mitzutheilen.

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