Titel: Ueber die Gewinnung des Oehles aus den bei der Reinigung der Körneröhle erzeugten Oehlhefen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 49, Nr. XXIX./Miszelle 17 (S. 159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj049/mi049024_17

Ueber die Gewinnung des Oehles aus den bei der Reinigung der Körneröhle erzeugten Oehlhefen.

Die Oehlhefen, welche bei der Reinigung der Körneröhle mittelst Schwefelsäure entstehen, und welche gewöhnlich dik und braun sind, enthalten nur sehr wenig freie Schwefelsäure und eine große Menge Oehl, welches sie selbst bei einem lange fortgesezten Ruhestande und bei der Anwendung von Wärme nicht fahren lassen, so daß man diese Oehlhefen im nördlichen Frankreich bisher nur zur Bereitung der Schmierseifen zu verwenden im Stande war. Behandelt man diese Hefen aber mit Wasserdampf, welcher mit Wasser gemengt ist, oder kocht man sie in einem Kessel mit Wasser aus, so erhält man, wenn man das überschüssige Wasser nach einiger Zeit Ruhe abgießt, ein Magma, welches, heiß auf ein Filtrum gebracht, freiwillig ein starkes Drittel seines Volumen braunes Oehl abtropfen läßt, welches beinahe wie ungeläutertes Oehl brennt, und gleichfalls vollkommen geläutert werden kann. Der auf dem Filtrum bleibende Rükstand gibt, wenn er in einer kräftigen Presse, wie z.B. in einer hydraulischen Presse behandelt wird, gleichfalls noch eine große Menge Oehl, so daß man auf diese Weise beinahe 70 Procent Oehl aus den Oehlhefen zu erhalten im Stande ist. Die nach dem Auspressen zurükbleibende Substanz hat ganz das Aussehen und den Geschmak des Oehlkuchens, dem sie auch Wahrscheinlich gleichkommt. Es scheint, daß sich bei dieser Behandlung der Oehlhefen das Wasser mit den Bestandtheilen des Oehlkuchens verbindet, während das Oehl abgeschieden wird, und sich dann zum Theil selbst ausscheidet, zum Theil durch Auspressen gewonnen werden kann. (Aus dem Journal des connaissance usuelles. April 1833, S. 217.)

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