Titel: Ueber Verwendung des Erdäpfelmarkes zur Bereitung eines Brodes für Hausthiere.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 49, Nr. XXIX./Miszelle 20 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj049/mi049024_20

Ueber Verwendung des Erdäpfelmarkes zur Bereitung eines Brodes für Hausthiere.

Ein Correspondent des Journal des connaissances usuelles beschreibt in einem der lezten Hefte dieser Zeitschrift eine Methode, nach welcher er aus dem bei der Bereitung des Erdäpfelstärkmehles zurükbleibenden Marke ein Brod verfertigt, welches sich hauptsächlich als Nahrung für Pferde sehr gut eignen, und weit mehr Vortheile gewähren soll, als die bisher übliche Verwendung dieses Markes in frischem Zustande. Nach dieser Methode soll das Mark, so wie es aus den Sieben kommt, in ein Faß ohne Dekel gebracht werden, welches sowohl am Boden, als an den Seitenwänden mit vielen, kleinen Löchern versehen ist. In diesem Fasse wird das Mark mittelst eines Hebels, der an dem einen Ende in einer Mauer festgemacht ist, ausgepreßt; das hiebei ablaufende Wasser wird in einem Behälter aufgefangen, in welchem man es stehen läßt, um zu sehen, ob kein Stärkmehl mehr darin enthalten ist, und dann weggeschüttet. Das ausgepreßte Mark bringt man dann in einen Baktrog, in welchem man es mit 1/6 seines Gewichtes Hefen versezt, und dann mit so viel siedendem Wasser übergießt, daß das Ganze eine Temperatur von beiläufig 45 Graden annimmt, worauf man die Masse umrührt und knetet. Das überschüssige Wasser läuft hiebei in ein an dem einen Ende des Baktroges befindliches Fach, und aus diesem in Gefäße, in denen man dasselbe neuerdings prüfen kann, ob keine nüzlichen Bestandtheile mehr in demselben enthalten sind, was jedoch nur selten der Fall ist. Ist dieß geschehen, so sezt man der Masse so viel grobe Kleie zu, als nöthig ist, um dem Teige die gehörige Consistenz zu geben; diesen Teig läßt man dann wenigstens zwei Stunden lang gähren, worauf man ihn in Brode formt, und in den Ofen bringt. Der Ofen muß heißer gehalten werden, als dieß sonst beim Brodbaken gebräuchlich ist; d.h. wenn der Ofen bereits die gewöhnliche Bakhize erreicht hat, so heizt man denselben noch um 1/4 der Zeit länger, als die Feuerung bereits dauerte. Ueberdieß muß das Brod zwei Mal so lang im Ofen bleiben, als das gewöhnliche Brod. – Alle Hausthiere, besonders aber die Pferde, fressen, dieses Brod sehr gern. 8 Pfunde solches Brod und ein Maß Hafer mit einer sehr geringen Menge Heu reichen für ein Pferd selbst bei starker Arbeit hin. Der Nuzen dieses Brodes zeigt sich hauptsächlich im Winter.

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