Titel: Einiges über die zwischen Newcastle und Carlisle zu errichtende Eisenbahn.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 49, Nr. XXIX./Miszelle 5 (S. 154–155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj049/mi049024_5

Einiges über die zwischen Newcastle und Carlisle zu errichtende Eisenbahn.

Die zwischen Newcastle und Carlisle zu errichtende Eisenbahn gehört zu den großartigsten Unternehmungen neuerer Zeit, und muß gewiß Jedermann mit Staunen und Bewunderung erfüllen. Die schwierigsten Streken dieser Bahn befinden sich beiläufig 10 Meilen östlich von Carlisle, und sind bereits so weit fertig, daß man die Größe derselben gehörig würdigen kann. Die fürchterliche Ausgrabung oder Aushöhlung an den Cowran Hills ist zur Hälfte vollendet, so daß man sich jezt schon eine Idee von deren einstigem Anblik machen kann. Die Länge der durchgrabenen Streke beträgt 800 Yards; ihre Tiefe beläuft sich an manchen Stellen auf wenigstens 40 Fuß, und die Menge der ausgegrabenen Erde, des Sandes und der Steine auf 1,000000 Kub. Yards! Ein anderes schwieriges Stük Arbeit ist der in 5 Bogen geführte Viaduct oder Damm über das Thal Corbybeck Valley, der nun beinahe vollendet und sehr gelungen ist. Einige hundert Yards von diesem schönen Werke entfernt, befindet sich der wahrhaft prächtige, |155| und man kann sagen, wunderbare Viaduct über den Fluß Eden und dessen Thal bei Wetheral. Er verbindet die hohen Felsen, die sich an beiden Seiten des Thales befinden; seine ganze Länge beträgt 600 Fuß, seine Breite zwischen den Brustwehren 20 Fuß. Er hat 5 Bogen, jeden von 80 Fuß Spannung! Von Wetheral aus bis auf eine Entfernung von 1 1/2 Meilen von Carlisle ist die Bahn gleichfalls beinahe vollendet. In der Nähe von Carlisle selbst ist nur die Brüke über den Petterel bei Maine's Baumwoll-Fabriken von Merkwürdigkeit. – Das Gelingen so mancher Bahnen, deren Ausführung man früher für unmöglich hielt; die Vortheile, die sich überall bei der Errichtung der Eisenbahnen ergaben, haben die Zahl derselben in England und Amerika in lezter Zeit sehr vermehrt. Die Folge hievon war, daß der Werth des Eisens daselbst nun wieder bedeutend stieg, und daß die Eisenwerke jezt thätiger sind als je. Die Ausfuhr von eisernen Geräthen zum Baue von Eisenbahnen nach Amerika ist dermalen sehr beträchtlich; in einem einzigen Hammerwerke bei Wolverhampton wurden kürzlich für mehrere tausend Pfd. Sterl. gußeiserne Lager oder Piedestals für Eisenbahnen in Amerika bestellt! (Repertory of Patent-Inventions. Jul. 1833, S. 59.)

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