Titel: Dritte Versammlung der British Association for the Advancement of Science.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 49, Nr. XLIV./Miszelle 1 (S. 230–231)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj049/mi049044_1

Dritte Versammlung der British Association for the Advancement of Science.

Die British Association for the Advancement of Science, welche sich in den lezten Jahren in England bildete, und welche ein Nachbild der in Deutschland jährlich Statt findenden Versammlung von Naturforschern ist, hat in diesem |231| Jahre vom 24sten bis zum 29sten Junius ihre dritte Versammlung zu Cambridge gefeiert. Wenn man sich nun schon als Freund der Verbreitung und Förderung der Wissenschaften und Künste überhaupt freuen muß, wenn eine Gesellschaft, deren edler Zwek lediglich in dieser Förderung und Erweiterung des Wahren, Schönen und Nüzlichen liegt, immer mehr und mehr Aufschwung erhält, die Gesellschaft mag was immer für einem Lande angehören, so muß man als Deutscher doch gewiß bedauern, daß die gute deutsche Mutter bereits von ihrer Tochter auf englischem Boden überwachsen worden. Es hat sich, wie wir glauben, auch hier wieder sehr deutlich gezeigt, um wie viel mehr Gemeinsinn, mehr Zusammenwirken, mehr Geist für Bildung von Associationen in England, als bei uns in Deutschland Herrscht, und wie viel rascher und erfolgreicher die Entwikelung dieser wissenschaftlichen Vereine in einem Lande vor sich geht, in welchem das Wort Verein allein nicht schon eine ängstliche Beaufsichtigung mit sich bringt. Ohne uns weiter hierüber verbreiten zu wollen, wollen wir nur aus dem Mechanics' Magazine No. 517 Folgendes bemerken. Die Versammlung zu Cambridge war weit zahlreicher als die vorjährige zu Oxford, denn die Zahl der Mitglieder der Gesellschaft, welche am Anfange der Versammlung nur 680 betrug, war am Ende bis auf 1369 gestiegen! Den Vorsiz führte Hr. Professor Sedgwick, der die Versammlung mit einer feierlichen Rede eröffnete, in der er unter anderem auch sein Bedauern darüber ausdrükte, daß die Universität Cambridge der Gesellschaft keine so großen Ehren erweisen könne, als ihre Schwester Oxford. Allgemeine Freude erregte die Ankündigung des Hrn. Sedgwick, daß Sr. Majestät Regierung ihn ermächtigt habe, bei dieser feierlichen Gelegenheit zu erklären, daß sie, um einen Beweis der Anerkennung zu geben, welche sie wissenschaftlichen Leistungen gewährt, beschlossen habe, dem berühmten Hrn. Dalton eine jährliche Pension von 150 Pfd. Sterl. zu ertheilen. Von den gehaltenen Vorträgen waren, insofern sie in den Bereich unseres Journals einschlagen, vorzüglich folgende von Wichtigkeit. Professor Oersted, über die Zusammendrükbarkeit des Wassers; Prof. Rennie über die Hydraulik; Challis über die Theorie der Flüssigkeiten; J. Owen Esq. über den Schiffbau, Newmann über einen neuen Barometer; Christie über die magnetische Kraft; Barlow über die Starke oder Festigkeit der Materialien; Prof. Farish über die Eisenbahnen und die Dampfwagen (in welcher Rede der gelehrte Hr. Professor die Ueberzeugung aussprach, daß die gewöhnliche Geschwindigkeit, mit der auf der Manchester-Liverpool-Eisenbahn gefahren wird, und welche 20 engl. Meilen per Stunde beträgt, sehr leicht und ohne alle Gefahr verdoppelt werden könne); John Taylor über die Bergwerke; Dr. Turner und Prof. Miller, Versuche über den Isomorphismus; Dr. Dalton und Dr. Prout über die specifische Schwere der Gase; Dr. Turner, Versuche über einige atomische Gewichte; Dr. Dalton, Jahres-Bericht über die Leistungen in der Chemie etc. Die Gesellschaft wird ihre Verhandlungen gleich den früheren druken lassen. Ihre Einnahmen waren bei dieser Versammlung so groß, daß ihr nach Abzug der allgemeinen Kosten eine Summe von 2000 Pfd. Sterl. in Händen blieb, wovon mehrere Personen, die sich mit wissenschaftlichen Untersuchungen und Arbeiten beschäftigen, nach dem Gutachten einer Commission Unterstüzungen, die nicht über 600 Pfd. betragen dürfen, zugewiesen werden sollen. Die Gesellschaft wird sich im September 1834 zu Edinburgh versammeln, wo General-Lieutenant Sir Thomas Brisbane als Präsident, und Sir David Brewster als Vice-Präsident functioniren sollen.

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