Titel: Ueber die Erzeugung der Essigsäure aus Kohlenoxyd und Wasserstoff.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 49, Nr. XLIV./Miszelle 10 (S. 234–235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj049/mi049044_10

Ueber die Erzeugung der Essigsäure aus Kohlenoxyd und Wasserstoff.

Hrn. Matteuci gelang es Essigsäure zu erhalten, in dem er Kohlenoxid gas durch Wasser leitete, worin Kupfer suspendirt war. Das feinzertheilte Kupfer bereitete er auf die Art, daß er essigsaures Kupfer glühte und dann einen Strom Wasserstoffgas über das erhaltene Oxyd leitete; um Kohlenoxydgas zu erhalten, erhizte er ein Gemenge von einem Theil gut gebrannter Holzkohle mit drei Theilen kohlensaurem Kalk in einem Flintenlauf; in einem Theil des Flintenlaufes befand sich äzender Kalk, damit das Gas beim Darüberstreichen die geringe Menge der gebildeten Kohlensäure verlor.

Das Kohlenoxydgas leitete man dann in destillirtes Wasser, welches das Kupfer enthielt: in kurzer Zeit wurde das Wasser grünlich und nahm eine immer dunklere Farbe an, je länger man den Gasstrom durch das Wasser leitete. Hr. Matteuci schloß hieraus, daß die aufgelöste Substanz essigsaures Kupfer war, welches dadurch entstand, daß das Wasser durch das Kohlenoxydgas und das Kupfer zersezt wurde, indem sich der Wasserstoff mit jenem zu Essigsäure und der Sauerstoff mit lezterem zu Kupferoxyd verband.

Um sich davon zu überzeugen, filtrirte man die Auflösung und dampfte eine Portion ab; einen anderen Theil versezte man mit eisenblausaurem Kali, wodurch man einen reichlichen röthlichbraunen Niederschlag erhielt; Schwefelwasserstoff erzeugte |235| in der Auflösung einen schwarzen Niederschlag und hinterließ eine säure Flüssigkeit, welche nach dem Erhizen Bleioxyd auflöste. Mit Eisen behandelt gab die Auflösung ein grünliches, auflösliches Salz, welches sich an der Luft zersezte und ein röthliches Pulver absezte.

Die abgedampfte Flüssigkeit hinterließ eine geringe Menge eines grünlichen Salzes, welches mit Schwefelsäure schwach aufbrauste und Dämpfe entwikelte, die die Eigenschaften der Essigsäure besaßen.

Wenn man anstatt des Metalles Kupferoxyd nahm, bildete sich keine Essigsäure; dieß geschah aber, wenn man einen Strom Cyangas in Wasser leitete, welches Kupfer enthielt.

Hr. Matteuci fand auch, daß wenn Essigsäure, Schwefelsäure und Mangansuperoxyd gemischt werden, sich keine Ameisensäure bildet, was geschieht, wenn man einen Strom Cyangas in Wasser leitete, welches Kupfer enthielt.

Hr. Matteuci fand auch, daß wenn Essigsäure, Schwefelsäure und Mangansuperoxyd gemischt werden, sich keine Ameisensäure bildet, was geschieht, wenn einige andere Pflanzensäuren so behandelt werden; er betrachtet das Kohlenoxyd als eine dem Cyan ähnliche Verbindung, die eine Säure bilden kann, wenn sie sich entweder mit Sauerstoff oder mit Wasserstoff vereinigt. (Aus der Bibliotheque universelle, Junius 1832, im London and Edinburgh philosoph. Magazine, Februar 1833, S. 156. Die Versuche des Hrn. Matteuci müssen mit reinen Substanzen wiederholt werden, denn da seine Resultate mit der Zusammensezung der hypothetisch trokenen Essigsäure nicht übereinstimmen, so ist es höchst wahrscheinlich, daß irgend eine dem Kohlenoxydgas beigemischte fremdartige Gasart die Auflösung des Kupfers bewirkte. Es wundert uns sehr, daß dieser Umstand dem sehr kritischen Redacteur des Philosoph. Magazine, Hrn. Phillips, entging. A. d. R.)

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