Titel: Ueber einige wenig bekannte Benuzungen der Acaciablüthen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 49, Nr. XLIV./Miszelle 19 (S. 238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj049/mi049044_19

Ueber einige wenig bekannte Benuzungen der Acaciablüthen.

Das Journal des connaissances usuelles enthält in seinem Juniushefte, einen langen Artikel über die Cultur des Acacienbaumes (Robinia Pseudo acacia) und verschiedener anderer Arten von Robinien, theils um dieselben auf Holz, theils als Viehfutter zu benuzen. Da bei uns in Deutschland aber in forstwirthschaftlicher Hinsicht schon vor vielen Jahren mit den Acacien so viele Versuche angestellt wurden, daß dieser Gegenstand beinahe als erschöpft betrachtet werden kann, so begnügen wir uns damit, aus oben erwähntem Aufsaze nur ein Paar Notizen über die Benuzung der Acacienblüthen in Frankreich mitzutheilen Wir fühlen uns um so mehr hiezu veranlaßt, als man bei uns diese Blüthen gewöhnlich zu gar nichts verwendet. Man benuzt nämlich die ihrer Stielchen und Kelche entledigten weißen Blumen zur Bereitung eines sehr wohlriechenden und angenehmen Syrupes, wobei man auf folgende Weise verfährt. Man füllt ein Gefäß mit abwechselnden Schichten von solchen gereinigten Acacienblüthen und reinem Zukerpulver, läßt dieß einige Stunden stehen und gießt dann so viel siedendes Wasser darauf, als zum Zerfließen des Zukers nöthig ist. Wenn nun die Masse 24 Stunden lang ruhig gestanden, so bereitet man sich einen starken Zukersyrup, in welchen man, wenn er im Sieden ist, die Blumen und den zerflossenen Zuker wirft, um ihn einige Minuten lang damit aufwallen zu lassen und dann zu klaren. Die Stärke des Geruches, den man dem Syrupe geben will, hängt von dem Geschmake der Leute und der Stärke des Geruches der Blumen ab; zu bemerken ist aber, daß das Arom der Acacienblüthen flüchtiger ist, als jenes der Orangenblüthen. Mit sehr starkem Acaciensyrupe und gutem Weingeiste wird ein äußerst angenehmer Liqueur bereitet. Die Acacienblüthen geben ferner, wenn man sie in einem leichten Teige umkehrt und dann bäkt, ganz vortreffliche und äußerst wohlschmekende Küchleins. Aus den Samen der Acacien bereitet man eine Augensalbe; auch sollen sich die Chinesen der Acaciensamen zum Schwarzfärben der Haare bedienen, was kaum wahrscheinlich ist. Wahrscheinlicher dürfte es seyn, daß sie die adstringirenden Samen irgend einer wahren Acacia, und nicht jene einer Robinia hiezu verwenden.

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