Titel: Ueber die Benuzung der Samen der gemeinen Krebsdistel auf Oehl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 49, Nr. XLIV./Miszelle 20 (S. 238–239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj049/mi049044_20
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Ueber die Benuzung der Samen der gemeinen Krebsdistel auf Oehl.

Die gemeine Krebsdistel (Onopordon Acanthium), welche in manchen schlecht cultivirten und besonders in sandigen Gegenden in ungeheuerer Menge wächst, wird gewöhnlich ganz unbenuzt gelassen, oder höchstens mit zur Potaschen-Fabrikation verwendet. Ihre Samen geben jedoch eine so bedeutende Menge Oehl, daß es allerdings der Mühe werth ist, in jenen Gegenden ein Augenmerk auf diese Pflanze zu richten. 22 Pfunde Distelkopfe geben nämlich 12 Pfunde Samen, und diese 12 Pfunde Samen geben, wenn man sie in einer Oehlpresse auspreßt, 3 Pfunde eines Oehles, welches sich sehr gut als Brennmaterial für Lampen und zu anderen weken eignet. Das Krebsdistelöhl hat eine bedeutende spec. Schwere, denn der Aräometer sinkt in demselben nur bis auf 19° unter, während er in dem Repsöhl bis auf 21, in dem Hanf- und Olivenöhle bis auf 22, in dem Leinöhle aber nur bis auf 18° einsinkt. Dieses Oehl kommt im Winter nicht zum Stoken, und wurde selbst in einem Kälte erzeugenden Gemenge bei – 15°R. nicht fest oder dik. Zwei Unzen Krebsdistelöhl brannnten in einer Lampe mit baumwollenem Dochte beinahe 42 Stunden lang; eine gleiche Menge Hanföhl brannte unter gleichen Umständen 44 Stunden und einige Minuten; eben so viel Repsöhl brannte 10 1/2 Stunde; eine gleiche Menge Olivenöhl brannte bis auf einige Minuten eben so lang, wie das Repsöhl; 2 Unzen Leinöhl brannten aber nur 8 Stunden lang. Das Krebsdistelöhl scheint also in dieser lezteren Hinsicht den Vorzug zu verdienen. Die Flammen sämmtlicher Oehle waren in Hinsicht auf Stärke des Lichtes ziemlich gleich. Der Geruch und Rauch ist beim Brennen des Krebsdistelöhles nicht bedeutend. (Journal des connaissances usuelles. Julius 1833, S. 11.)

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