Titel: Hrn. Bockholtz's Wage für Chemiker etc.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 49, Nr. XLIV./Miszelle 7 (S. 233)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj049/mi049044_7

Hrn. Bockholtz's Wage für Chemiker etc.

Jeder Chemiker hat gewiß schon sein Klagelied über die gegenwärtig gebräuchlichen, und bei zarteren chemischen Operationen doch unumgänglich nothwendigen Wagen ertönen lassen. Das doppelte Wägen, welches bei chemischen Analysen bei dem Gebrauche solcher Wagen nöthig ist, die große Neigung derselben selbst bei der sorgfältigsten Behandlung in Unordnung zu gerathen, die nachtheilige Einwirkung verschiedener Dämpfe, der Umstand, daß die meisten dieser Wagen bei verschiedenen Lasten nicht von gleicher Empfindlichkeit sind, und endlich der außerordentlich hohe Preis dieses unumgänglich nöthigen Requisites sind lauter Unannehmlichkeiten, die jeder Chemiker, und besonders der jüngere, nur zu oft schon gefühlt haben wird. Hr. Bockholtz von Trèves, der erst im J. 1832 mit Auszeichnung aus der Ecole centrale des Arts et manufactures trat, theilte schon als Schüler diese Gefühle mit ihnen, und machte sich's zur Aufgabe, eine Wage ausfindig zu machen, die diesen Unvollkommenheiten und Unannehmlichkeiten abhelfen soll. Er war in der Erreichung dieses Zwekes auch so glüklich, daß ihm die Société d'encouragement zu Paris in ihrer Sizung vom 15. Mai 1833 auf den Bericht des Hrn. Olivier ihre silberne Medaille für seine Wage zuerkannte. Wir werden trachten, unseren Lesern so bald als möglich eine ausführliche Beschreibung und Abbildung dieser vortrefflichen Wage mitzutheilen, und bemerken einstweilen aus dem Berichte des Hrn. Olivier nur soviel, daß Hr. Bockholtz bei dem Baue seiner Wage von folgenden Raisonnements ausging. Um eine beständig gleiche Empfindlichkeit der Wage zu erreichen, muß auch die auf die Schneide oder das Messer der Wage drükende Last beständig gleich seyn. Damit die Wage so wenig Schaden als möglich leide, müssen sämmtliche Theile derselben, mit Ausnahme der Messer oder Schneiden, aus Messing bestehen. Um das doppelte Wägen zu vermeiden, muß man eine Schnellwage verfertigen, an der der Läufer fix und veränderlich ist, während er an den gewöhnlichen Schnellwagen beweglich und bleibend ist. Hr. Olivier versichert, daß die nach diesen Principien verfertigte Bockholtz'sche Wage mit einer Genauigkeit wägt, wie sie mit der besten Wage mit Wagebalken nur immer erreicht werden kann; daß ihre Empfindlichkeit immer eine gleiche bleibt; daß deren Behandlung und Handhabung durchaus keine besondere Fertigkeit erfordert; daß Hr. Deleuil dieselbe um 200 Franken, und bei geringerer Schönheit ohne Nachtheil für die Genauigkeit selbst um 100 Fr. verfertigt, während die bekannten Fortin'schen Wagen bisher 300 bis 500 Fr. kosteten! (Aus dem Bulletin de la Société d'encouragement. Mai 1833, S. 448.)

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