Titel: Ueber einige neue Eigenschaften der Chromoxyde und Chromsalze.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 49, Nr. LXXIX./Miszelle 11 (S. 399)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj049/mi049079_11

Ueber einige neue Eigenschaften der Chromoxyde und Chromsalze.

Hr. Professor Jacobson zu Kopenhagen hielt vor der dortigen medicinischen Gesellschaft einen Vortrag über einige Benuzungen der Chromoxyde und Chromsalze zu medicinischen und technischen Zweken, aus welchem wir, mit Umgehung des Medicinischen, Folgendes ausheben. – Das chromsaure Kali begünstigt, obschon es an und für sich unverbrennlich ist, die Verbrennung thierischer und vegetabilischer Körper in einem bedeutenden Grade. Sättigt man z.B. Hanf, Flachs, Baumwolle, Leinenzeug oder Papier mit diesem Salze, so werden diese Körper, nachdem sie getroknet und entzündet worden, ununterbrochen und lebhaft, jedoch ohne Flamme fortbrennen, bis alle damit gesättigten Theile verzehrt sind. Hr. Jacobson meint, daß diese Verbrennung ihren Grund nicht nur in der Zersezung der Chromsäure durch den Kohlenstoff, sondern auch in einer durch den gegenseitigen Einfluß des Alkali's und des Chroms bedingten Zersezung des Alkali's habe. Auch andere Chromsalze besizen diese Eigenschaft, keines jedoch in so hohem Grade, wie das chromsaure Kali, welches aus diesem Grunde vielleicht zu manchem pyrotechnischen Zweke dienen möchte. – Eine andere wichtige Eigenschaft des chromsauren Kali's ist die, daß dasselbe, obschon es sehr leicht zu reduciren ist, doch mit den meisten, thierischen und vegetabilischen Substanzen eine Verbindung eingeht, ohne dabei zersezt zu werden. Wegen dieser Eigenschaft sowohl als wegen seiner großen Verwandtschaft zum Wasser ist es daher auch ein Mittel, welches sich sehr gut zur, Verhinderung der Gährung und der Fäulniß eignet. Es beugt der Fäulniß nicht nur vor, sondern unterdrükt auch die bereits eingetretene, und entfernt dabei die schädlichen faulen Ausdünstungen. Das chromsaure Kali dürfte daher auch in dieser Hinsicht mannigfache Anwendung finden, z.B. als Desinficirungsmittel, zur Aufbewahrung von anatomischen und zoologischen Präparaten etc. Versuche überzeugten Hrn. Jacobson, daß das chromsaure Kali auch die Bildung des Schimmels verhindere, und daß es wahrscheinlich eben so kräftig gegen den Trokenmoder des Holzes, der so ungeheuren Schaden anrichtet, sichern dürfte. (Aus dem Edinburgh New Philosophical Journal. April bis Julius 1833, S. 157.)

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