Titel: Ueber das Verhalten des Dampfes bei der Compression.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 49, Nr. LXXIX./Miszelle 4 (S. 393–394)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj049/mi049079_4
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Ueber das Verhalten des Dampfes bei der Compression.

Dr. Dionysius Lardner hielt am 20. Decbr. 1832 vor der Royal Society zu London einen Vortrag über gewisse Eigenschaften des Dampfes, in welchem er sich hauptsächlich über das Verhalten des Dampfes bei der Compression verbreitete. Das Wesentlichste des Inhaltes seiner Abhandlung ist, dem London and Edinburgh Philosophical Magazine and Journal of Science, Julius 1833, S. 38 gemäß, Folgendes: „Man war bisher allgemein der Ansicht, daß, wenn ein gewisses Volumen Wasserdampf in einem Gefäße, welches keine Hize abzugeben im Stande ist, durch eine äußere Gewalt in einen hinlänglich kleinen Raum zusammengedrükt wird, dieser Dampf wieder in den tropfbar flüssigen Zustand zurükkehrt. Dr. Lardner betrachtet nun diese Ansicht als mit der Lehre von der latenten Wärme im Widerspruche stehend, und als unverträglich mit den Resultaten jener Versuche, aus denen sich ergab, daß die absoluten Quantitäten Hize, welche nöthig sind, um eine gegebene Menge Wasser in Dampf zu verwandeln, unter allen Graden von Druk ziemlich gleich sind. Aus diesem Grundprincipe folgt nämlich, daß der unter was immer für einem Druke aus dem Wasser entwikelte Dampf eine unbestimmte Compression und Ausdehnung zuläßt, ohne dabei in den tropfbar flüssigen Zustand zurükzukehren. Durch die Compression kann nur Wärme entwikelt und die Temperatur erhöht werden; die Wirkung der Expansion hingegen besteht bloß darin, daß Wärme absorbirt und die Temperatur also erniedrigt wird; in jedem Zustande der Dichtheit würde der Dampf aber genau jene Temperatur haben, die er haben würde, wenn er sich unmittelbar unter demselben Druke, den er durch die Compression oder Expansion erlangte, aus dem Wasser entwikelt hatte. Das einzige Mittel, wodurch der Dampf wieder in Wasser verwandelt werden kann, liegt in der Entziehung der Wärme; und dieses Mittel wird gleich wirksam seyn, in welchem Grade von Dichtheit sich der Dampf auch immer befindet. Durch Compression allein, ohne Entziehung der Wärme kann der Dampf nie in tropfbar flüssigen Zustand verwandelt werden. In Uebereinstimmung mit diesen Ansichten betrachtet Dr. Lardner die permanenten Gase als Dampfe, welche eine große Menge überschüssiger Wärme enthalten.“

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