Titel: Ueber das Tödten der Puppen in den Seiden-Cocons.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 49, Nr. CII ./Miszelle 10 (S. 464–465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj049/mi049102_10

Ueber das Tödten der Puppen in den Seiden-Cocons.

Hr. Professor Chaussier hat verschiedene Versuche über das Tödten der Seidenraupen-Puppen in den Cocons an der Sonne, im Ofen, mit heißem Wasserdampfe |465| Kampher etc. angestellt, und gefunden, daß das Tödten mittelst Terpenthinöhl noch die besten Resultate gewährt. Er empfiehlt hierbei besonders folgendes Verfahren. Man reibe ein altes Faß oder eine Kiste innen mit Terpenthinöhl aus, belege dessen Boden mit Papier, welches in Terpenthinöhl getränkt worden, und lege darauf eine 7 bis 8 Zoll hohe Schichte Cocons. Hierauf breite man wieder in Terpenthinöhl getränktes Papier aus, so daß abwechselnd eine Schichte Cocons und eine Lage Papier zu liegen kommt, wobei man nur noch dafür zu sorgen hat, daß über und unter das getränkte Papier jedes Mal einige Blätter reines trokenes Papier gelegt werden. Das Faß oder die Kiste wird hierauf so genau als möglich verschlossen, und an einen Ort gestellt, dessen Temperatur etwas erhöht ist. Nach 12 bis 24 Stunden sind alle Puppen sicher getödtet, so daß man sie an freier Luft oder auf einem Boden ohne alle Gefahr ausbreiten und lüften kann. Auf diese Weise behandelt, halten sich die Cocons sehr lange; man darf nicht fürchten, daß einige Puppen ungetödtet bleiben, und die Seide ist überdieß schöner, nerviger und leichter abzuhaspeln.

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