Titel: Newton, verbesserte Vorrichtungen zur Fabrikation von Zündapparaten.
Autor: Newton, William
Fundstelle: 1833, Band 50, Nr. VII. (S. 13–22)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj050/ar050007

VII. Verbesserte Vorrichtungen zur Fabrikation von Zündapparaten, auf welche sich William Newton, Civil-Ingenieur etc., zu Chancery Lane, Middlesex, in Folge einer von einem Fremden erhaltenen Mittheilung am 10. August 1832 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. Junius 1833, S. 265.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Die fraglichen Verbesserungen bestehen 1) in einer eigenen Einrichtung der Pfropfe, womit die Gläschen, in denen sich die Schwefelsäure oder eine sonstige zur Entzündung der Zündhölzchen geeignete Flüssigkeit befindet, verschlossen werden, und 2) in der Fabrikation von Zündkerzchen, welche entweder durch Schwefelsäure oder irgend ein anderes chemisches oder mechanisches Mittel entzündet werden können.

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Die Fläschchen, deren ich mich bediene, bestehen vorzugsweise aus Glas; ihre Form kann nach Belieben geändert werden. Die Flüssigkeit, die sie enthalten, kann aus Schwefelsäure, oder irgend einem anderen, die Entzündung der Kerzchen bedingenden Fluidum bestehen.

Fig. 1 ist ein Durchschnitt eines Fläschchens, in dessen Hals der verbesserte Pfropf a eingesenkt ist. Fig. 2 zeigt diesen Pfropf einzeln für sich in zwei verschiedenen Ansichten, und zwar, wenn man will, von natürlicher Größe. Ich verfertige diese Pfröpfe hauptsächlich aus Blei, und zwar mittelst einer Drukpresse und geeigneter Model, in denen ihre obere Fläche eine napfförmige, die untere hingegen eine convexe Gestalt erhält, während die Seiten einen nach Unten zu dünner werdenden Kegel vorstellen. Durch diesen Pfropf werden ein oder mehrere sehr feine Löcher gestochen, durch welche die Flüssigkeit in das Näpfchen gelangen kann.

Wenn der Pfropf auf diese Weise verfertigt, und der Hals des Fläschchens innen rauh und kegelförmig ausgerieben worden, so wird eine gehörige Quantität Schwefelsäure oder der sonstigen Flüssigkeit in das Fläschchen gegossen, und dann der Pfropf in den Hals eingesenkt, so daß er so fest wie ein Korkstöpsel hält, und keine Flüssigkeit ausfließen läßt.

Will man sich nun dieses Apparates bedienen, so muß man das Fläschchen zuerst schütteln, wo dann eine geringe Menge der darin enthaltenen Flüssigkeit an dem convexen unteren Theile des Pfropfes hängen bleiben, und nach dem Geseze der Haarröhrchen durch die kleinen, in dem Pfropfe befindlichen Löcher in die obere Concavität emporsteigen wird. Diese Wirkung wird durch die Wärme der Hand, in der man das Fläschchen hält, noch begünstigt werden, indem die Wärme die in, dem Fläschchen enthaltene Luft ausdehnen wird, so daß diese ihrerseits auch dazu beitragen wird, daß die Flüssigkeit durch die Löcher des Pfropfes emporsteigt. Die geringe Quantität Flüssigkeit, die sich auf diese Weise in der napfförmigen Höhlung ansammelt, wird zur Entzündung eines Kerzchens, dessen Enden mit irgend einer der Zündcompositionen (wie z.B. mit chlorsaurem Kali und Schwefel) versehen worden, hinreichen. Die Natur und die Eigenschaften der Zündcompositionen sind bekannt genug; ich brauche sie daher auch um so weniger zu beschreiben, als sie keinen Theil meiner Patentansprüche ausmachen.

Ueber diesen bleiernen Pfropf kann man nun einen gläsernen eingeriebenen Stöpsel in das Fläschchen steken, um die Einwirkung der Luft auf die Säure zu verhindern. Dasselbe kann auch durch einen elastischen, aus irgend einer geeigneten Substanz verfertigten |15| und luftdicht schließenden Dekel bewirkt werden. Ich lege jedoch hierauf keinen Patentanspruch, und betrachte überhaupt keinen solchen Stöpsel als wesentlich nothwendig, da das Eindringen von Feuchtigkeit aus der Luft in das Fläschchen größten Theils schon durch die Kleinheit der Oeffnungen in dem Pfropfe (welche gewöhnlich mit der Flüssigkeit gefüllt seyn werden) gehindert wird. Allein die geringe, in dem Näpfchen zurükbleibende Quantität Säure würde ohne Stöpsel wenigstens verdünnt werden, so daß man dasselbe von Zeit zu Zeit auswischen müßte, wenn man die Zündkerzchen zum Brennen bringen will. Die Zündkerzchen, die in diesen Fläschchen entzündet werden sollen, sind von zweierlei Art: d.h. sie geben entweder eine Flamme, mit der man ein Kerzenlicht ansteken kann; oder sie glimmen bloß, und dienen dann für den Gebrauch der Tabakraucher.

Bei der Fabrikation der ersteren verbinde ich beiläufig 6 oder 8 feine, leicht gedrehte Baumwollfaden, und ziehe diese durch ein Beken mit geschmolzenem Wachs, ganz so, wie man es bei der Fabrikation der gewöhnlichen Wachskerzchen zu thun pflegt; d.h. ich winde eine beträchtliche Menge solchen Baumwollgarns auf einen Haspel, und ziehe dann das Ende dieses Garnes unter einer Querstange, welche das Garn untergetaucht hält, weg durch das mit geschmolzenem Wachs gefüllte Beten. Das flüssige Wachs bildet, indem es an den vereinigten Baumwollfaden hängen bleibt, die Kerzchen, welche, um deren Oberfläche glatt zu machen, und um ihnen gleiche Dike zu geben, durch ein kleines, in einer Metallplatte angebrachtes Loch gezogen werden. Diese Metallplatte wirkt nämlich gleichsam als ein Zieheisen, und entfernt, so wie die Kerzchen in Folge der Umdrehung einer Trommel durch das in derselben befindliche Loch gezogen werden, alles überflüssige Wachs. Ein dreimaliges Durchziehen der Kerzchen durch das geschmolzene Wachs und durch die Ziehplatte wird hinreichen, um den Kerzchen die gehörigen Eigenschaften zu ertheilen. Wenn dieselben jedoch zum dritten Male durch die Ziehplatte gehen, so müssen sie mit einem feuchten Tuche gedrükt werden, damit sie etwas Politur erlangen, ehe sie in Stüke geschnitten werden.

Statt des Wachses lassen sich auch andere Substanzen, wie z.B. Harz und Talg, zur Verfertigung dieser Kerzchen benuzen, und wenn man will, kann man ihnen auch verschiedene andere Dinge zusezen, damit sie beim Brennen einen angenehmen Geruch verbreiten, und dergl.

Um nun die auf diese Weise mit brennbarer Substanz imprägnirten Baumwollfaden in Kerzchen von gehöriger Länge zu zerschneiden, müssen dieselben zuerst auf Haspel oder Spulen von großem |16| Durchmesser aufgewunden, und diese Haspel oder Spulen dann so gestellt und angebracht werden, daß die Kerzchenschnüre (wenn wir sie so nennen dürfen) durch die Operationen der Schneidmaschine je nach Bedarf davon abgewunden werden können.

Fig. 3 ist ein Seitenaufriß dieser Schneidmaschine und des Gestelles, in welchem die Haspel aufgezogen sind. Fig. 5 ist hingegen ein Grundriß derselben. aaa sind die Seitengestelle, in welchen die Haspel oder Spulen bbbb, auf denen die Kerzchenschnüre aufgewunden, aufgezogen sind, cccc sind die Achsen, an deren jeder sich 20 oder jede andere beliebige Anzahl von Spulen sich frei umdreht. Wenn eine der Spulen wieder frisch aufgewunden werden muß, so werden alle die an einer Achse befindlichen Spulen mittelst Blöken oder Keilen dddd , die man an deren Umfang bringt, so gehoben, daß dieselben, ohne auf ihren Achsen zu ruhen, getragen werden. In diesem Zustande kann dann die Achse oder Welle eeee ausgezogen, und die leere Spule durch eine volle ersezt werden, worauf man dann die Achse oder Welle wieder einzieht, und die Blöke oder Keile herabläßt, so daß sich die Spulen wieder frei umdrehen können.

Die Kerzchenschnüre von all diesen vier Haspelreihen laufen dann, wie man aus Fig. 3 und 5 sieht, gegen den Schneidapparat, und gehen hierauf durch kleine, in den Platten ff angebrachte Löcher. Diese Platten befinden sich nämlich auf dem Tische g, und dienen dazu die Kerzchenschnüre gehörig gespannt zu erhalten, ehe sie abgeschnitten werden.

Zu größerer Deutlichkeit sind die Haspeltheile der Schneidmaschine in Fig. 6 und 7 in etwas vergrößertem Maßstabe abgebildet.

Wenn die Enden sämmtlicher Kerzchenschnüre durch die Platten ff vorgezogen worden, so werden sie durch die durchlöcherten Leitungsblöke h und die Leitungsstange i gezogen, welche man in Fig. 8 und 9 einzeln für sich abgebildet sieht. Diese Leitungsblöke h und die Leitungsstange i stehen während der Arbeit der Maschine still, und sind mit ein Paar Klauen oder Hältern k und l, die in dem stellbaren Rahmen m aufgezogen sind, verbunden. Dieser Rahmen wird mittelst der Schrauben n, die sich in den Halsbüchsen o bewegen, an dem Gestelle oder Pfosten der Maschine festgehalten.

Die Stellung der Klauen oder Hälter hängt also hiernach von dieser Schraube n ab, und diese Schraube kann durch einen Schlüssel gedreht werden, der an dem Ende der Welle p angebracht wird, an welcher sich Schrauben ohne Ende befinden, die in schiefgezahnte, an den Köpfen der Schrauben n befestigte Räder eingreifen. Die obere Wange k der Klauen, oder Hälter steigt oder fällt in dem |17| Gestelle m, und wird von einem Stifte in dem rechtwinkeligen Hebel qq getragen, der durch ein Gelenk mit dem gebogenen Gegen-Hebel zz in Verbindung steht. Alle diese Theile sieht man am besten in der Fronteansicht der Maschine, Fig. 10.

Mittelst dieses Gegenhebels z wird die obere Wange der Klauen gehoben, wie man in Fig. 6 sieht, und in dieser gehobenen Stellung wird sie durch einen Bolzen erhalten, der durch ein Loch in dem Hebel q geht, welches man in der Seitenansicht Fig. 3 bei s sieht. Wird nun aber dieser Bolzen s aus dem Hebel q gezogen, so bewirkt die belastete Stange l, daß der Hebel mit der oberen Wange herabfällt, so daß alle die Kerzchenschnüre, wie Fig. 7 zeigt, nicht nur zwischen den Klauen k und l festgehalten, sondern auch zusammengedrükt werden, und zwar zu einem Zweke, welcher später erläutert werden wird.

Ehe die eigentliche Operation des Abschneidens der Kerzchens schnüre beginnt, werden deren Enden sämmtlich über das in dem Schieberahmen uu aufgezogene Schneidinstrument hinausgezogen. An dem Schieberahmen ist eine Leitungsplatte v, Fig. 6 und 7 (welche man zum Theil auch in Fig. 11 sieht), befestigt, und durch diese gehen alle Kerzchenschnüre, um über das Lager oder den Blok w zu gelangen.

Das Stük x ist eine eiserne Stange, welche quer durch die Maschine läuft, und sich in dem Rahmen u auf und nieder bewegt. An dem unteren Ende dieser Stange x ist die gezahnte Platte y befestigt, von der Fig. 12 eine Fronteansicht gibt. Der Bodenrand dieser Stange x ist etwas schief abgeschnitten, und eben so ist es auch der Scheitel des Blokes w, der ihm gegenüber liegt. Der Zwek dieser Einrichtung ist, daß die Kerzchenschnüre zwischen beiden Flächen festgehalten werden, damit sie auf diese Weise sämmtlich vorwärts gezogen werden, so wie der Schieberahmen u vorwärts schreitet. Eine zweite Stange z, welche an die Stange x stößt, bewegt sich gleichfalls in dem Rahmen u auf und nieder, und an dem unteren Theile dieser Stange ist ein stählernes Blatt oder ein Schneidmesser a befestigt, durch welches, wenn es gegen den hervorragenden Rand des Blokes w wirkt, die Kerzchenschnüre in der für die Zündkerzchen erforderlichen Länge abgeschnitten werden.

Die Stange x, welche sich in dem Rahmen u schiebt, wird durch einen Hebel bb , mit welchem deren oberer Theil durch ein Stiftgelenk in Verbindung steht, auf und nieder bewegt. Die Stange z bewegt sich auf eine ähnliche Weise in Folge der Thätigkeit des Hebels c c, der gleichfalls durch ein Stiftgelenk mit dem Rahmen in Verbindung steht, auf und nieder. Die Stüzpunkte dieser beiden |18| Hebel bestehen aus Stiften, welche durch Oehre gehen, die sich an der Spize des Rahmens u befinden, und an dem Hebel befindet sich ein sogenannter Tölpel oder ein Gewicht, welches denselben balancirt und das Schneidmesser emporhält. An dem Schieberahmen u ist ferner eine Zahnstange d festgemacht, und mittelst eines an der Welle f befindlichen Getriebes e wird der Schieberahmen u hin und her bewegt.

Wenn die Theile sich in der Stellung befinden, in der man sie in Fig. 6 sieht, d.h., wenn der Schieberahmen u so nahe an den Rahmen m gebracht worden, als es das Ende der Stellschraube n gestattet, so befinden sie sich in einem Zustande, bei welchem die Operation beginnen kann. Die erste Bewegung der Maschine besteht in einem Herabdrüken des Hebels b (Fig. 5 und 10), was der Arbeiter mit seiner Hand verrichten kann, und dadurch gelangt die Stange x herab, so daß alle Kerzchenschnüre zwischen den beiden schief abgeschnittenen Rändern x und w festgehalten werden. Wird nun die Kurbel g umgedreht, so greift ein an deren Welle befindlicher Triebstok in das Zahnrad h an der Welle f, wodurch die Zahnstange d in Bewegung gesezt, und der Rahmen u also so weit zurükgezogen wird, bis er durch das an dem unteren Theile des Rahmens befindliche Stük i angehalten wird, indem dasselbe gegen die Stellschraube k stößt, die die Entfernung, bis zu welcher der Schiebewagen auslaufen soll, und folglich auch die Länge der abzuschneidenden Zündkerzchen regulirt.

Ehe der Schieberahmen jedoch das Ende seines Laufes erreicht hat, gelangt ein Stift 1, der sich an der Seite der an der Welle f befestigten Scheibe m befindet, unter den horizontalen Arm des doppelten Hebels u, und hebt denselben empor. Das entgegengesezte Ende dieses doppelten Hebels ist aber mittelst einer Klaue an dem Bolzen s befestigt, und daher wird dieser Bolzen auf diese Weise aus dem Loche in dem gekrümmten Hebel r gezogen, so daß also die obere Wange k alsogleich herabfällt, und die Kerzchenschnüre festhält.

Unmittelbar nachdem die Wange herabgefallen, drükt der Arbeiter den Hebel c mit der Hand herab, und dadurch wird das Schneidmesser a gezwungen, alle die Enden der Kerzchenschnüre, welche über d hinausragen, abzuschneiden. Diese durch den ersten Schlag der Maschine abgeschnittenen Enden fallen weg. Die weitere Bewegung der Zahnstange und des Schieberahmens, wodurch derselbe bis zu dem Sperrer i gelangt, bewirkt, daß die schief abgeschnittenen Enden der Hälter w, x an den Enden der Kerzchenschnüre, die vorher durch das Herabfallen der oberen Wange k der Klauen k, l zusammengequetscht worden, das Wachs abgestreift wird, so daß daher jedes Kerzchen an dem einen Ende einen wachslosen, breiten Docht bekommt. Die schmalen Oeffnungen der gezähnten Platte y durch welche die Enden |19| der Kerzchenschnüre jedoch hierauf laufen, bringen die Fasern des Dochtes wieder an einander und in eine runde Form, so daß sie dann in die Zündcomposition eingetaucht werden können.

Wenn nun ein Schlag der Maschine vollendet worden, so müssen die Stangen x und z gehoben werden, und wird nun die Kurbel g wieder zurükgedreht, so wird der Schieberahmen mit dem Schneidemesser wieder in jene Stellung zurükgebracht werden, in der man ihn in Fig. 6 sieht. Hierauf wird die obere Wange x der Kneipzangen wieder so wie vorher herabgedrükt, und die Folge hiervon ist, daß die Kerzchenschnüre zwischen x und w festgehalten werden. Der Arbeiter hebt dann den Hebel r empor, bis das Loch in diesem Hebel dem Bolzen s gegenüber zu stehen kommt, und nun stekt das an dem Ende des Hebels n angebrachte Gewicht den Bolzen in das Loch, wodurch die obere Wange k emporgehalten wird, wie man sie in Fig. 6 sieht. Wird hierauf die Kurbel g nach der früher beschriebenen Art und Weise gedreht, so bewegt sich der Schieberahmen wieder auf dieselbe Weise vorwärts, und zieht dabei neuerdings eine den Kerzchen entsprechende Länge der Kerzchenschnüre aus, bis die Wange k dann neuerdings herabfällt, und ein weiteres Ausziehen der Kerzchenschnüre verhindert. Bevor nun endlich das Schneidmesser herabgedrükt worden, werden tragbare Federzangen in jene Stellung gebracht, die in Fig. 7 durch die punktirten Linien bei A angedeutet ist, und zwar zu dem Behufe, damit die Enden der Kerzchen damit gefaßt, und dadurch gehindert werden, nach dem Herabfallen der Schneidmesser herabzufallen.

Auf diese Weise wird die ganze Reihe der durch einen Schlag der Maschine abgeschnittenen Kerzchen zwischen den Zangen festgehalten, damit man dieselben dann alsogleich in das Entzündungsgemisch eintauchen, und hierauf zum Troknen aufhängen kann.

Wenn nun eine zweite Länge von Kerzchenschnüren ausgezogen, und eine zweite Reihe von Zündkerzchen abgeschnitten werden soll, so wiederholt man genau dasselbe Verfahren, und diese Operation wird so lange fortgesezt, bis die Arbeit vollendet ist.

Müssen die Leitungsstüke h und i, und das untere Stük l der Wangen von dem Wachse, welches von den Enden der Kerzchenschnüre abgestrichen wird, gereinigt werden, so bewegt man dieselben mittelst der Zahnstangen oo und der Getriebe pp , welche sich an der Welle q befinden, nach Rükwärts aus dem Rahmen m.

Den Bau und die Einrichtung der tragbaren Federzangen, deren man sich zum Eintauchen der Enden der Kerzchen bedient, ersieht man aus Fig. 13 bis 18. Es werden nämlich gerade hölzerne oder metallene Stäbe aa, deren Länge der Breite der Maschinen gleichkommt, |20| an ihren inneren Rändern mit Leder oder einem anderen Materiale überzogen, und durch zwei Stifte bb mit einander vereinigt. Die obere Stange entfernt sich auf diesen Stiften von der unteren, und beide werden sie durch eine schwache Spiralfeder, die um jeden der Stifte gewunden ist, und sich zwischen den Stäben bewegt, von einander entfernt gehalten.

Wenn diese Zangen nun zum Behufe des Fassens der Kerzchen an die Maschine gebracht werden, so sind die Stäbe geöffnet, wie man sie in Fig. 13 sieht. Die Stellung, in der die Zangen an die Maschine gebracht werden, ist eine solche, daß die Enden der Kerzchen aus den Stäben hervorragen; drükt man die Stäbe mit den Fingern an einander, so halten sie die Kerzchen fest, indem sich, wie Fig. 14 zeigt, ein kleiner Fänger cc an jedem Ende der Bolzen dd gegen eine unter dem Kopfe eines jeden Stiftes befindliche Leiste stemmt. Fig. 15 zeigt diese Zange von Oben; Fig. 16 stellt einen der Stäbe für sich allein vor, und Fig. 17 und 18 sind Querdurchschnitte dieses Instrumentes.

Wenn nun die Zündcomposition mit Wasser angemacht worden, so wird diese halbflüssige Masse in eine flache Schüssel gebracht, damit man die Enden der von den Zangen gefaßten Kerzchen in dies selbe eintauchen kann. Ist das Eintauchen geschehen, so werden die Zangen mit den Kerzchen zum Troknen aufgehängt, und ist die Zündmasse an denselben troken und hart geworden, so läßt man die Kerzchen aus den Zangen fallen, indem man die Schnäbel ee der Schiebebolzen dd mit dem Zeigefinger und dem Daumen gegen einander drükt; hierdurch wird nämlich die zwischen den Schiebebolzen befindliche Feder f zusammengedrükt, so daß die Fänger cc unter den Köpfen der Stifte bb befreit werden, und daß sich die Stäbe also unmittelbar darauf öffnen.

Obwohl ich hier gesagt habe, daß der Hebel b (der zum Schließen der Stüke a und w und dazu dient, daß die Kerzchenschnüre in die Maschine gezogen werden), so wie auch der Hebel c (der dazu bestimmt ist, das Schneidinstrument z herabzudrüken, die Kerzchen abzuschneiden, und die Rahmen u hin und her zu bewegen) mit der Hand bewegt werden, so wird doch jeder Mechaniker von selbst ein sehen, daß diese Theile eben so gut auch durch eine Maschinerie in Bewegung gesezt werden können, indem deren Bewegung in regelmäßigen Zeiträumen zu geschehen hat. Eben so wird man auch einsehen, daß der Hebel der Wangen k und l durch einen geeigneten Mechanismus gehoben werden kann. Die ganze Maschine kann in der That arbeiten, ohne daß der Arbeiter etwas Anderes zu thun braucht, als die tragbaren Eintauchzangen zur Aufnahme der abgeschnittenen |21| Kerzchen an die Maschine zu halten, und sie dann zum Behufe des Eintauchens wieder zu entfernen. Ich habe es nicht für nöthig erachtet irgend einen derlei Mechanismus besonders zu beschreiben, indem man sich hierzu der Winkelhebel, eines Gestänges, verschiedener Hebel, der Muschelräder und anderer Vorrichtungen mit gleichem Erfolge bedienen kann. Eben so wird aus dem Gesagten auch erhellen, daß die Maschine so gestellt werden kann, daß sie Kerzchen von verschiedener Länge liefert.

Sollte man das Abschneiden der Kerzchen und das Abstreichen des Wachses oder der Composition lieber mit der Hand bewerkstelligen, statt daß man dasselbe von der Maschine bewirken läßt, so könnte dieß auch mittelst einer eigens geformten Scheere oder Zange, mit welcher man diese oder jene Menge von Kerzchen mit einem Male abzuschneiden im Stande wäre, geschehen. Fig. 19 gibt z.B. eine Seitenansicht einer solchen Scheere oder Zange, mit welcher man 5 Kerzchenlängen auf ein Mal abschneiden kann; man sieht hier die Wangen oder Blätter geöffnet und die Kerzchenschnur zwischen dieselben hineingebracht. Fig. 20 stellt, eine ähnliche Zange oder Scheere geschlossen, und die Kerzchen abgeschnitten dar. Fig. 21 ist eine Fronteansicht der Mündung der Zangen; und Fig. 22 gibt eine innere oder horizontale Ansicht derselben.

Will man sich solcher Zangen bedienen, so werden die Enden der Kerzchenschnüre a, a, a durch die Führungslöcher bb so in die Zangen gebracht, daß sie an das Aufhaltstük c, welches sich an der oberen Wange der Zange befindet, und welches je nach der Länge, die man den Kerzchen geben will, verschieden gestellt werden kann, anstoßen, dd sind die Schneidinstrumente, durch welche die Kerzchen abgeschnitten werden, ee sind zwei hervorragende Ränder, welche auf die Kerzchenschnur drüken, während die Schneidmesser dd ihre Arbeit vollbringen. Durch diese Ränder wird, so wie der Arbeiter die Zangen von den Enden der Kerzchen abzieht, von diesen Enden das überschüssige Wachs abgekrazt, gleich wie dieß auch bei der Maschine geschieht. Durch die Führungslöcher bb wird, das Kerzchenende, nachdem es plattgedrükt worden, wieder abgerundet. Die Kerzchenschnüre können durch eine auf einem Tische befestigte Führungsplatte geleitet werden, und so aus derselben hervorragen, daß der Arbeiter sie leicht abzukneipen im Stande ist. Statt der Klauen k und I können ein kleiner Hebel und ein Paar Klauen die Kerzchen festhalten.

Um Kerzchen zu bereiten, welche nur langsam oder wie Lunten brennen, und welche hauptsächlich zum Gebrauche für Tabakraucher dienen, nehme ich faserige Dochte, welche ich in eine Auflösung von Salpeter und Kleister tauche, um sie dann auf gleiche Weise in der |22| Maschine in Stüke zu schneiden, und an den Enden in Zündcomposition einzutauchen.

Auf dieselbe Weise und mit ebendenselben Maschinen verfertige ich auch Kerzchen, welche durch Reibung entzündet, werden. An diesen lasse ich aber die Enden lieber flach, indem sich solche flache Enden zum Behufe des Entzündens leichter zwischen zwei rauhen Oberflächen durchziehen lassen.

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