Titel: Verbesserungen an den metallenen Oehren der Knöpfe.
Autor: Holmes, John
Fundstelle: 1833, Band 50, Nr. LXXIX. (S. 350–357)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj050/ar050079

LXXIX. Verbesserungen an den metallenen Oehren oder Oehsen der Knöpfe, auf welche sich John Holmes, Mechaniker von Birmingham, Grafschaft Warwick, am 4. Mai 1833 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. September 1833, S. 69.

Mit Abbildungen auf Tab. VI.

Meine Erfindung, sagt der Patentträger, besteht darin, daß ich an Scheiben oder Stüken aus dünnem Metalle, welche die Rüken oder unteren Flächen der Knöpfe bilden, eigens geformte Erhöhungen anbringe, die die Oehren oder Oehsen der Knöpfe bilden sollen; oder darin, daß ich diese Oehren oder Oehsen aus Scheiben oder Metallplatten forme, welche die ganze Substanz irgend einer Art von Knöpfen, die keine flache Oberfläche erfordern, bilden; oder darin, daß ich die Oehren oder Oehsen aus dünnen Stükchen Metallblech verfertige, welche Stükchen nicht mit dem Rüken der Knöpfe aus einem Stüke bestehen, sondern durch eine Löthung, einen Kitt, oder auf irgend eine andere Weise mit dem Rüken oder irgend einem anderen Theile der Knöpfe verbunden werden, die Knöpfe mögen mit Florentin überzogen seyn oder aus irgend einem Metalle, aus Perlmutter, Horn, Elfenbein, Holz oder einer anderen Substanz bestehen.

Da die Gestalt oder Form meiner verbesserten Oehren einige Veränderungen erleiden kann, so will ich zuerst jene Form beschreiben, der ich den Vorzug vor allen übrigen gebe, und welche sich auf der Metallscheibe, die den Rüken des Knopfes bildet, erhebt; 2) werde ich einige zwekmäßige Veränderungen in der Form dieser Oehre am geben; 3) werde ich zeigen, wie die Oehren nicht aus einem Stüke mit den Scheiben oder Rüken verfertigt, sondern erst später durch eine Löthung, einen Kitt oder auf eine andere Weise damit verbunden werden; 4) werde ich die Werkzeuge und Bunzen, deren man sich zur Verfertigung dieser Oehren bedient, beschreiben, und 5) endlich die ganze Maschinerie, deren ich mich bediene, obschon ich mich gerade nicht auf die genaue Befolgung der Einrichtung dieser Maschine beschränke, da man sich wohl auch einer gewöhnlichen Flügel- oder Hebel-Ausschlagpresse hierzu bedienen kann.

In Fig. 1 sieht man eines meiner verbesserten Oehren eines Knopfes, welches hier aus der den Rüken des Knopfes bildenden Metallscheibe geformt ist. Fig. 2 ist eine Seitenansicht desselben Knopfes, in welcher man durch dieses Oehr sieht. In Fig. 3 sieht man dasselbe Oehr endwärts. Fig. 4 ist ein Durchschnitt durch das Oehr und die Scheibe nach der punktirten Linie AB Fig. 1, während |351| Fig. 5 einen eben solchen Durchschnitt nach der punktirten Linie CD vorstellt. Alle diese Figuren, so wie die später noch zu beschreibenden Oehre, und die zu deren Verfertigung dienenden Instrumente sind in der Hälfte ihrer wirklichen Größe gezeichnet.

Man wird aus diesen Zeichnungen ersehen, daß die Oehren oder Oehsen aa hier dadurch gebildet sind, daß sie zum Theil aus dem Wen b geschnitten und dann emporgetrieben werden. Sie werden hierbei mittelst eigener Instrumente oder Bunzen so geformt und gedrükt, daß der Scheitel der Oehren abgerundet ist, wie man bei c sieht; die Ränder des Metalles werden ferner so abgedreht, daß sie den Faden, mittelst welchem sie angenäht werden, nicht abschneiden. Man wird ferner bemerken, daß, da die Faden beim Annähen nur durch eine einzige Oeffnung gehen können, und da diese Oeffnung überall abgerundet ist, die Faden sämmtlich in dem Mittelpunkte des Oehres bleiben werden, und daß diese Form der Oehren also eine viel genauere Befestigung des Knopfes an den Kleidern zuläßt. Die Enden des Oehres oder die Theile so, welche sich aus der Scheibe oder aus dem Rüken b erheben, sind beinahe kreisrund, damit kein Metallrand gegen die Seiten des Knopfloches gerichtet ist. Wenn das Oehr daher angenäht ist, so bildet es in Verbindung mit den Faden eine runde Befestigung, in Folge deren das Oehr das Knopfloch nicht abnüzt oder ausfranst: die Faden füllen nämlich, wenn der Knopf gehörig angenäht worden, die Oeffnung durch das Ohr beinahe aus, und vollenden also jenen Theil des Kreises, der bei der Bildung der halbmondförmigen Theile des Oehres mittelst der Bunzen oder Model aus demselben herausgeschafft wurde. Meine Absicht ist daher, daß die inneren Ränder des Oehres so viel als möglich von den Fäden, durch welche der Knopf an den Zeug angenäht ist, weggekehrt seyn soll; daß die Außenseite des Oehres eine solche Form haben soll, daß sie dem Knopfloche überall abgerundete Oberflächen darbietet; und daß der Faden die durch das Oehr gehende Oeffnung so ausfüllen soll, daß eine runde Befestigung des Knopfes an dem Kleide entsteht. Der Rüken der in diesen Figuren abgebildeten Knöpfe hat hier jene Form, die er an jenen Knöpfen zu haben pflegt, welche mit Florentin oder einem anderen Fabrikate übers zogen, oder mit Metallblättchen belegt werden sollen, wo dann die Ränder dieses Blättchens oder Ueberzuges über die schiefen Ränder der Rüken gebogen und geschlossen werden.

In Fig. 6 sieht man ein Oehr, an welchem der Ausschnitt in der Metallscheibe oder in dem Rüken nicht halbkreisförmig oder halbmondförmig ist, wie ihn Fig. 1 zeigte, sondern an welchem derselbe durch eine parallele Rippe an dem Model und eine entsprechende |352| Furche in dem Bunzen erzeugt wurde. Fig. 7 ist eine andere Form von Oehr, dessen Seiten dadurch gebildet werden, daß sowohl die Seiten des Models, als jene des Bunzens gerade laufen. Diese Art von Oehren runde ich durch eigene, später zu beschreibende Bunzen oder Instrumente ab, damit dieselben die Faden nicht abschneiden. In Fig. 8 steht man ein verbessertes Oehr, an welchem bloß Theile ff des Rükens des Knopfes mit dessen Enden verbunden sind. Oehren dieser Art eignen sich vorzüglich für solche Knöpfe, an denen ein metallener Ueberzug von den schrägen Kanten der Enden eingeschlossen wird; übrigens kann das Oehrstük auch auf eine andere Weise mit der Vorderfläche des Knopfes verbunden werden. Fig. 9 zeigt ein aus einer kleinen Metallscheibe gg gehobenes Oehr, welches an die den Knopf bildende Metallplatte gelöthet, oder auf eine andere Weise daran befestigt werden kann. Fig. 10 stellt ein anderes, zu gleichem Zweke dienendes Oehr vor, an welchem bloß die metallenen Theile hh an dem Rüken des Knopfes angelöthet oder auf sonstige Weise daran befestigt werden; so kann man z.B. ein ringförmiges, den Rüken des Knopfes bildendes Stük darüber anbringen, und dieses dann auf die beschriebene Weise an dem vorderen Theile des Knopfes befestigen. Fig. 11 ist ein Oehr, welches aus einer Metallplatte mit schräg abgeschnittenem Rande gebildet ist, und welches sich hauptsächlich für Knöpfe aus Perlmutter, Horn, Holz, Papier oder anderen Substanzen eignet. In dem Rüken des Knopfes befindet sich zur Aufnahme des Metallblättchens ein schwalbenschwanzförmiger Ausschnitt, in welchen das Metallblättchen mit schräg abgeschnittenem Rande gedrukt, und dann auf gewöhnliche Weise darin festgemacht wird, wie dieß aus Fig. 12 ersichtlich.

Nachdem ich hiermit die verschiedenen Formen meiner verbesserten Oehren beschrieben, will ich nun zur Beschreibung der Werkzeuge, Bunzen oder Model übergehen, durch welche ich den Rüken oder die Rükenplatte aus einem Metallbleche ausschneide, und zugleich auch dem Oehre die gehörige Form gebe. Fig. 13 ist ein Längendurchschnitt durch ein Paar solcher Model oder Matrizen und Bunzen, an welchem beide einzeln für sich dargestellt sind. Fig. 14 ist ein ähnlicher Durchschnitt; nur sind hier die beiden Theile mit einander verbunden, und in jenem Augenblike dargestellt, in welchem das Oehr gebildet wird, nachdem die Rükenplatte des Knopfes aus dem Metallbleche ausgeschnitten worden. Fig. 15 ist eine Ansicht des Bunzens von Vorne; Fig. 16 ist eine ähnliche Ansicht des Gegenmodels oder der Matrize, a ist der eigentliche Bunzen oder das Schneidinstrument, und b das Widerlager, durch dessen kreisförmigen Rand die Metallplatte aus dem Bleche ausgeschnitten wird. c ist eine in |353| dem Bunzen a angebrachte Patrize, auf welche der Knopfmacher seinen Namen graviren lassen kann. Diese Patrize sieht man in Zig. 17 von Vorne und aus dem Bunzen herausgenommen, d ist der Gegenmodel oder die Matrize für den Bunzen c Man wird hieraus ersehen, daß die Patrize und Matrize in Verbindung mit dem Bunzen und dem Widerlager die Metallplatte in jene Form drüken, die für den Rüken des Knopfes erforderlich ist. Die hier abgebildete Form ist jene, die sich für solche Knöpfe eignet, welche mit Florentin oder mit einer dünnen Metallplatte überzogen werden sollen. e ist der Bunzen, welcher das Oehr ausschneidet; er ist in der Matrize befestigt, schneidet durch die Metallplatte, und bildet, so wie sich die Model einander nähern, das Oehr, indem er die Platte in den in der Patrize c befindlichen Ausschnitt treibt, in welchem sie mit dem Ende eines anderen Bunzen oder einer anderen Patrize f in Berührung kommt. Diese leztere Patrize l ist in dem Bunzen a befestigt, und drükt den oberen Theil des Oehres in den Ausschnitt g der sich in dem Ende des Bunzen e befindet, so daß das Oehr auf diese Weise seine abgerundete Form erhält, während der übrige Theil des Oehres zugleich in jene Form gepreßt wird, die in Fig. 1 bis 5 dargestellt ist. Die Enden dieser die Form gebenden Bunzen oder Model paffen in und über einander, wie man aus den einzelnen Figuren jener Bunzen ersehen wird, die zur Fabrikation der zuerst beschriebenen Art von Oehren bestimmt sind. Fig. 18 stellt die Bunzen einzeln und aus den Modeln herausgenommen dar; Fig. 19 ist ein Längendurchschnitt derselben, während sie in Fig. 20 vom Scheitel her dargestellt sind. Der scharfe Rand der in dem Bunzen e befindlichen Einziehung h kommt mit den schneidenden Rändern der hervorragenden Rippe i des Models oder der Patrize c in Berührung, und schneidet dadurch so viel von dem Metalle durch, als erforderlich ist. Der Rand k dieser Patrize gibt den äußeren Enden des Oehres eine kugelförmige Gestalt, während die Bunzen das Metall emportreiben und auf diese Weise das Oehr bilden. u, u sind Löcher, welche durch die Matrize d gehen, und die zum Durchgange der Stifte dienen, wenn das fertige Oehr oder Rükenstük des Knopfes aus der Matrize ausgestoßen werden soll. Am Rüken der Bunzen und der Model sind Stellschrauben angebracht, mittelst welcher dieselben regulirt, und gegenseitig in die gehörige Stellung gebracht werden können.

Obschon ich die Bunzen, die zum Formen meiner verbesserten Lehren bestimmt sind, als in Verbindung mit jenen Bunzen und Rodeln dargestellt habe, die zum Ausschneiden und Formen der Metallscheiben, welche den Rüken der Knöpfe bilden, bestimmt sind, so |354| beschränke ich mich doch nicht auf diese einzige Methode dieselben anzuwenden. Die flachen Blättchen oder Scheiben, welche für den Rüken der Knöpfe bestimmt sind, können nämlich in einer eigenen Ausschlagpresse ausgeschnitten, hierauf in derselben oder in einer anderen Presse geformt, und dann der Einwirkung jener Bunzen, die meine verbesserten Oehren formen und die zu diesem Zweke in einer gehörigen Presse befestigt worden, ausgesezt werden. Dieser lezteren Methode die Oehren und die Rüken der Knöpfe zu formen, gebe ich hauptsächlich dann den Vorzug, wenn diese Theile aus solchen Metallen erzeugt werden sollen, die zwischen dem Formen der Rüken und dem Formen der Oehren angelassen werden müssen. Fig. 21 ist ein Durchschnitt durch ein Paar Model, in welchen bloß die Oehren geformt werden, nachdem die Rükenplatten der Knöpfe bereits in einer anderen Presse ausgeschnitten worden. In diesem Falle sind die Patrizen und Matrizen e und f in den Führ- oder Leitungsstüken m und n aufgezogen, mittelst welcher sie gegenseitig in gehöriger Stellung gegen einander erhalten werden; d.h. die Patrize c ist in dem Führstüke n aufgezogen und wirkt gegen die vordere Fläche des Führstükes m. Die Blättchen oder Rüken der Knöpfe können mit Hülfe der Hände, oder auf irgend eine andere Weise in die Model gebracht werden, und wenn das Oehr vollendet ist, so kann dasselbe mittelst Stäben, die durch die Löcher u, u gehen, aus dem unteren Model ausgetrieben, und hierauf mit den Händen oder auf irgend eine andere Weise entfernt werden.

Wenn meine verbesserten Oehre aus Eisen oder einem Metalle geformt werden sollen, welches zu brüchig ist, als daß das Oehr emporgetrieben, und mit einem Male in den Matrizen und Patrizen vollendet werden könnte, so schneide ich vorher das Rükenblättchen der Knöpfe aus, und treibe hierauf, nachdem ich dasselbe angelassen, jenen Theil des Metalles, der das Oehr bildet, empor, und zwar in die in Fig. 22 dargestellte Form; d.h. ich drehe die Ränder des Metalles nicht ab, um auf diese Weise das Durchschneiden der Faden zu verhindern. Wenn die Metallblättchen hierauf neuerdings wieder angelassen worden, so biege ich die Ränder in die in Fig. 7 dargestellte Form. Dieß geschieht mittelst gehöriger Bunzen oder Model in einer anderen Presse oder mittelst einer Kneipzange und eines Bunzens, wie Fig. 23 zeigt, welche eine Seitenansicht eines kleinen Apparates zum Umbiegen der Ränder des Oehres mit der Hand vorstellt. a ist die obere Wange einer Kneipzange, die an dem Kopfe des Pfostens b befestigt ist. Die untere Wange c wird von dem Ende des Hebels oder Griffes d gebildet, der seinen Stüzpunkt in dem Pfosten b hat. e ist ein kleiner Bunzen, welcher durch ein Führloch |355| in dem Kopfe des Pfostens geht, und der mit dem einen Ende in die Wangen der Kneipzange hineinragt, während er sich mit dem anderen Ende gegen das Stük f stemmt, welches durch ein Gelenk mit dem Hebel d verbunden ist, und sich durch eine in dem Kopfe des Pfostens befindliche Spalte bewegt. Dieses Stük f hat an der dem Ende des Bunzen zunächst gelegenen Seite eine schiefe Fläche, welche bei ihrem Herabsteigen den Bunzen vorwärts gegen den Scheitel des bei g befindlichen Oehres treibt, wenn die Kneipzange durch das Herabdrüken des Hebels d geschlossen wird; und dieser Bunzen in Verbindung mit den Wangen der Kneipzange gibt dem Oehre die erforderliche Form, wie man sie bei h und in Fig. 7 in größerem Maßstabe sieht. Die Feder i wirkt auf einen in dem Bunzen e befestigten Stift, und bringt denselben wieder in seine frühere Stellung zurük, wenn die Wangen nach der Bildung des Oehres wieder geschlossen werden. In Fig. 24 und 25 sieht man die Model und Bunzen, durch welche die Spalten in die Scheiben Fig. 6 geschnitten werden, von Vorne und im Durchschnitte.

Die Maschine oder der Apparat, dessen ich mich bei meiner Fabrikation bediene, ist nun folgender. Ich nehme ein Metallblech von 30 bis 40 Fuß Länge, und von gehöriger Dike und Breite; dieses Blech rolle ich auf eine Walze auf, welche über der Maschine angebracht wird, so daß das Blech leicht in, die Maschine gezogen werden kann, je nachdem dieß zum Speisen der Bunzen und der Model erforderlich ist. Fig. 26 ist ein Grundriß einer Maschine, an welcher eine beliebige Anzahl von Bunzen und Modeln in Reihen aufgezogen werden kann; in der Zeichnung sind 11 Aufsäze von solchen Bunzen und Modeln dargestellt, wie sie unter Fig. 13 bis 20 beschrieben und abgebildet worden. Fig. 27 ist eine Seitenansicht, und Fig. 28 ein Längendurchschnitt durch die Maschine. Fig. 29 und 30 sind Querdurchschnitte durch dieselbe zwischen den Bunzen und den Matrizen hindurch. Fig. 29 zeigt die Matrizen, so wie sie der Vorderseite der Bunzen gegenüber aussehen; in Fig. 30 sieht man sie hingegen von der entgegengesezten Seite. aa sind die Bunzen; bb die Matrizen, welche reihenweise in den Stahlplatten c, c aufgezogen sind. Diese Stahlplatten sind mittelst versenkter Schrauben und Schraubenmuttern an zwei starken Stäben d und e befestigt; die Bunzen und Model werden durch Platten an ihrer Stelle erhalten, welche an die vordere Fläche der Stahlplatten geschraubt sind, und gegen die Halsringe der Bunzen und der Model drüken. Die Stäbe d, e sind beide an den Führ- oder Leitungsstiften g, g aufgezogen, und diese Stifte sind in den Häuptern h, h des Gestelles befestigt, und gehen durch die an den Enden der Stäbe befindlichen Verdikungen.

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Der Stab d befindet sich unbeweglich an den Leitungsstiften, indem er durch Schraubenmuttern und Schrauben, welche durch Oehren, die an deren Verdikungen gegossen sind, gehen, an den Häuptern h, h befestigt ist. Der Stab e hingegen gleitet frei an den Leitungsstiften gg hin und her, so wie derselbe bei den Umdrehungen der Kurbelwelle durch den Krummhebel oder die Kurbel ii und die Verbindungsstangen jj nach Rükwärts und Vorwärts bewegt wird.

Das Metallblech, aus welchem die Oehre gebildet werden sollen, wird, wie oben gesagt worden, über der Maschine angebracht. Sein Ende wird, wie bei aa ersichtlich, herabgezogen, zwischen der Leitungsstange und der Lüftungsplatte k durchgeführt, und dann zwischen die Speisungswalzen ll gebracht, welche nach jeder Operation der Bunzen durch ihre Umdrehungen eine neue Portion von dem Metalle zwischen die Bunzen und die Model ziehen. So wie sich die Matrizen vorwärts gegen die Bunzen bewegen, so kommen sie zuerst mit dem Metallbleche in Berührung, und wenn sie nun hierbei jenen Druk erzeugt haben, durch welchen die Scheiben ausgeschnitten werden, so werden die ausgeschnittenen Stüke von den Matrizen gegen die Enden der Bunzen getrieben. Damit sich aber das Blech nach Vorwärts bewegen kann, so ist der Wagen, der die Achsen der Speisungswalzen trägt mit der Führstange und der Lüftungsplatte so eingerichtet, daß er sich mittelst des Stiftes in schieben kann. Dieser Stift bewegt sich in einer Spalte, oder in einem Fenster des Schieberstükes n, in welchem die Achse der Speisungswalze ll ruht. Der Schieber n wird durch schwalbenschwanzförmige Führstüke, die man in Fig. 30 sieht, an seinem Plaze in dem Gestelle der Maschine erhalten.

Wenn die Matrizen bis in die Nähe des Metallbleches vorgetreten sind, so kommt der Stift m mit jenem Ende des Fensters oder der Spalte in dem Stüke n in Berührung, welches den Bunzen zunächst liegt, und treibt so den Wagen mit den Speisungswalzen und der Lüftungsplatte, so wie auch das Metallblech vorwärts, während die Model durch die Wirkung der Winkelhebel gleichfalls hervorgetreten sind. Wenn nun die Scheiben ausgeschnitten und die Oehren emporgetrieben worden, so wird das Metallblech auf den Bunzen zurükbleiben, und wenn der Stab e zurükkehrt, so werden die vollendeten Rükenstüke und Oehre durch die Austreibstifte und Stangen oo, welche durch den Stab e und durch die früher erwähnten Löcher in den Matrizen gehen, aus den Matrizen ausgetrieben werden. Diese Austreibstifte sind stationär oder unbeweglich zwischen den Stangen pp angebracht, und diese lezteren sind an den Pfosten qq aufgezogen, welche sich, wie Fig. 26, 28 und 29 zeigen, an dem Querriegel des |357| Gestelles befinden. Unmittelbar nachdem dieß geschehen, kommen die stifte in mit den anderen Enden des in den Stüken n befindlichen Fensters in Berührung, und ziehen die Speisungswalzen ll zugleich mit der Lüftungsplatte k und dem Metallbleche von den Bunzen zurük in die Stellung, die aus den Zeichnungen ersichtlich ist.

In diesem Augenblike erfolgt hierauf die Speisung der Maschine mit dem Metallbleche, indem der gekniete Zapfen r, der sich an dem Ende der Kurbelwelle befindet, mit dem gebogenen Ende der von den Pfosten tt getragenen Schieberstange s in Berührung kommt. So wie sich nun die Kurbelwelle dreht, so treibt dieser Zapfen r die Stange s vorwärts und bewirkt dadurch, daß der Zahn oder Sperrkegel u, welcher sich an ihrem entgegengesezten Ende befindet, das Sperrrad v um einen oder mehrere Zähne vorwärts treibt. Da nun aber dieses Sperrrad an dem Ende der Achse einer der Walzen l befestigt ist, so wird es diese Walze in Bewegung sezen; und da ferner an den anderen Enden der Achsen der Speisungswalzen ein Paar Getriebe angebracht ist, so werden sich beide Walzen zugleich drehen, und folglich das Metallblech in die Maschine herabziehen. Man wird bemerken, daß die Pfosten, welche die Lüftungsplatte und die Führungsstange tragen, von den Achsen der Speisungswalzen geführt werden, und folglich die hin und her gleitende Bewegung derselben theilen; und daß die Austreibstifte o so zwischen den Stangen p gestellt werden können, daß sie mit den Matrizen oder Gegenmodeln correspondiren. An der Stange s befindet sich ein stellbarer und schiebbarer Aufhälter x, welcher mit dem Hinteren Pfosten t in Berührung kommt, und die Stange s hindert zu weit zurükzugleiten, so daß folglich die Quantität Metallblech, welche in die Maschine geschafft wird, durch den Sperrkegel und das Sperrrad nach der verschiedenen Größe der Bunzen und Model regulirt wird. Im Falle das Gewicht des Stabes c der die Matrizen führt, zu sehr auf seine Lager, die Führ- oder Leitungsstifte gg, drüken sollte, bringe ich unter den Verdikungen dieses Stabes kleine Reibungsrollen yy an, welche auf den stellbaren Lagern oder Flächen zz laufen, und durch welche die Führstifte zum Theil von dem Gewichte des Grabes b befreit werden können, so daß die Reibung auf diese Weise bedeutend vermindert wird.

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