Titel: Einiges über Hrn. Heaton's Dampfwagen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 50, Nr. XV./Miszelle 1 (S. 72–73)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj050/mi050015_1

Einiges über Hrn. Heaton's Dampfwagen.

Hr. Baddeley gibt im Mechanics' Magazine, No. 523 folgende weitere Notizen über den Dampfzugkarren der Brüder Heaton zu Birmingham, über welchen wir erst kürzlich Einiges mittheilten. Am 4. August machte Hr. Heaton nämlich, nachdem die gebrochene Welle ausgebessert worden, eine Probefahrt in dem hügeligsten Theile der Umgebung von Birmingham, und zwar zum Theil auf guten macadamisirten Straßen, zum Theil auf gepflasterten Wegen, und zum Theil auf frisch beschütteten Straßen. Ein kleiner steiler Hügel mit einem Gefälle von 4 Fuß in 6 war von lezter Art. Der Wagen überwand alle diese Schwierigkeiten, und fuhr auf den guten ebenen Straßen im Durchschnitte mit |73| einer Geschwindigkeit von 42 engl. Meilen in der Stunde; an den steilsten Anhöhen mit einer Geschwindigkeit von 4 bis 5 Meilen, und bergab mit jeder beliebigen Geschwindigkeit. Den nächsten Tag darauf wurde eine noch größere Probefahrt angestellt. Der Wagen fuhr nämlich mit einer Last, die mit Einschluß der Maschine und des Wagens nicht weniger als 4 Tonnen und 12 Centner betrug, drei Mal in einem Tage von Birmingham nach Wolverhampton und zurük (d.i. eine Streke von beiläufig 84 engl. Meilen), und brauchte dazu, mit Einschluß des Aufenthaltes 14 Stunden, so daß also im Durchschnitte 8 engl. Meilen auf die Stunde kamen. Die Last der Maschine selbst betrug hierbei 2 1/2 Tonne, die Zahl der Reisenden, welche die Fahrt mitmachten, belief sich auf 34; sie befanden sich in einer Art von Schiff, welches auf Rädern ruhte und dem Dampfkarren angehängt war. Die Dampfmaschine dieses Wagens, sagt Hr. Baddeley, hat bloß 4 Pferdekräfte, und bietet keine besondere Merkwürdigkeit dar, ausgenommen die Vortrefflichkeit, mit der sie gearbeitet ist. Das Gelingen der Maschine der Hrn. Heaton beruht, wie er meint, hauptsächlich auf der sinnreichen Einrichtung, nach welcher die Kraft der Dampfmaschine zum Behufe des Treibens des Wagens angewendet wird. Sie sind nämlich in Folge ihres Mechanismus im Stande die relative Geschwindigkeit der Maschine und der Treibräder in jedem Augenblike zu ändern, so daß sie je nach der Natur der Straße, auf der sie fahren, eine größere Kraft und geringere Geschwindigkeit oder umgekehrt, zu erzielen im Stande sind. Sie haben ferner die ganze Maschine so in Federn aufgehängt, daß sie nicht viel gestoßen und gerüttelt wird, sondern so ruhig arbeitet, als wäre sie fixirt. Was das Aeußere der Maschine und einige andere unwesentliche Einrichtungen betrifft, so lassen dieselben noch mannigfache Verbesserungen zu; das Princip selbst scheint Hrn. Baddeley aber vortrefflich und kaum einer Verbesserung fähig. Er ist endlich der Meinung, daß der Heaton'sche Dampfwagen den offenbarsten Beweis abgebe, daß man allerdings auf gewöhnlichen Straßen mit bedeutender Geschwindigkeit mit Dampfwagen zu fahren im Stande ist. Was die Kosten dieser Fahrten betrifft, so haben die HH. Heaton noch keine Details darüber bekannt gemacht; nur so viel scheint Hrn. Baddeley gewiß, daß die Kosten des Brennmateriales sehr gering sind, und daß die Kosten der Ausbesserungen an dieser Maschine gleichfalls nicht so groß seyn können, als man gegenwärtig allgemein glaubt.

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