Titel: Metallene Kapseln statt des Peches zum Versichern der Korke an den Weinflaschen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 50, Nr. XV./Miszelle 14 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj050/mi050015_14

Metallene Kapseln statt des Peches zum Versichern der Korke an den Weinflaschen.

Das Pech, womit man die Korke der Weinflaschen zu überziehen pflegt, hat bekanntlich den Nachtheil, daß es die Hälse der Flaschen auf eine unangenehme Weise verunreinigt und daß es überdieß beim Transporte der Flaschen nicht selten abspringt. Hr. Dupré ist daher auf die Anwendung von bleiernen Kapseln verfallen, die viel bequemer und reinlicher sind, und überdieß auch größere Sicherheit gewähren. Diese Kapsel besteht aus einer kleinen, kegelförmigen, an der Spize abgestumpften Düte, welche aus sehr reinem und sehr geschmeidigem Bleibleche verfertigt wird. Diese Düte oder Kapsel hat die Dimension des Halses der Flaschen;, d.h. Hr. Dupré gibt ihnen in eigenen Maschinen jede beliebige Größe. Wenn nun die Flasche mit dem Korke verschlossen worden, so sezt man eine solche Kapsel auf deren Hals, windet eine Schnur, die mit dem einen Ende an der Deke, mit dem anderen hingegen an einem Tretschämel befestigt ist, ein Mal um die Kapsel, und zieht die Schnur dann, während man der Flasche eine drehende Bewegung gibt, fest an. Das Blei legt sich in Folge des Drukes, den es durch die Schnur erleidet, äußerst genau an den Hals der Flasche, und umfaßt denselben ganz. Das ganze Verfahren hierbei ist sehr einfach und schnell, denn ein Arbeiter kann in einer Stunde 150 Flaschen auf diese Weise verschließen. Man kann bei demselben das Verbinden mit Spagat und Eisendraht ersparen, denn die Kapsel leistet mehr Widerstand, als dieser. Die Mineralwasser-Fabrik am Gros-Caillou zu Paris bedient sich bereits solcher Kapseln, von denen das Hundert nur 5 Franken kostet. Das Verpichen der Champagner-Flaschen kommt |78| mit dem Arbeitslohne wenigstens eben so hoch, und ist überdieß unrein und für den Konsumenten lästig, während die bleierne Kapsel selbst mit dem schlechtesten Messer abgenommen werden kann, ohne daß man sich die Finger beschmiert. Die Kapseln des Hrn. Dupré schließen so fest, daß wenn man sie auf eine mit Wasser gefüllte, und mit keinem Pfropfe verschlossene Flasche bringt, man diese Flasche umstürzen kann, ohne daß etwas von der Flüssigkeit zwischen das Blei und den Hals geräth. Jeder Fabrikant kann leicht mittelst eines trokenen Prägestämpels seinen Namen oder sein Wappen auf die Flaschen drüken. Es scheint uns daher, daß dieses Verfahren sowohl wegen seiner Reinlichkeit, als wegen der Festigkeit und Sicherheit, die es gewährt, und wegen der Schnelligkeit, mit der es sich ausführen läßt, vor allen übrigen Methoden den Vorzug verdienen dürfte. (Aus dem Journal des connaissances usuelles. Septbr. 1833, S. 140.)

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