Titel: Ueber die Anwendung der Farnkrautwurzel zur Bereitung einer Schlichte für die Kette der Wollenzeuge.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 50, Nr. XV./Miszelle 17 (S. 78–79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj050/mi050015_17

Ueber die Anwendung der Farnkrautwurzel zur Bereitung einer Schlichte für die Kette der Wollenzeuge.

Die Schlichte, welche aus der Farnkrautwurzel bereitet wird, verdient, wie Hr. Gravier im Journal des connaissances usuelles, September 1833, |79| S. 134, sagt, bei weitem den Vorzug vor jener Schlichte, die aus Rokenmehl bereitet wird, indem die Faden bei deren Anwendung weit seltener brechen. Sie dürfte sogar in manchen Fällen der Pergamentschlichte an Güte gleichkommen. Man nimmt zu ihrer Bereitung auf eine Kette von 10 Kilogr. 7 bis 8 Kilogr. gereinigte, abgewaschene und gespaltene Farnkrautwurzeln, gibt sie mit einer gehörigen Quantität Wasser in einen kupfernen oder eisernen Kessel, in welchem man sie unter Nachgießen von Wasser 2 Stunden lang sieden läßt, und dabei sorgfältig umrührt, damit das Sazmehl, welches sich aus den Wurzeln absezt, nicht am Boden des Kessels anklebt. Ist die Abkochung fertig, so drükt man die Wurzeln aus. Die Flüssigkeit, die man erhält, soll beiläufig 10 Liter betragen, denn diese Quantität ist nöthig, um die oben erwähnte Kette gleichförmig zu schlichten. Sollte die Flüssigkeit zu dik seyn, so müßte man sie bis auf diesen Grad mit Wasser verdünnen, wäre sie im Gegentheile zu dünn, so müßte man sie bis auf die angegebene Quantität eindiken. Die Schlichte soll, wenn man sich ihrer bedient, 40 bis 45° R. haben; bei einem höheren Grade von Temperatur würde man sich die Finger verbrennen, und bei einem niedrigeren würde die Schlichte nicht so gut fassen.

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