Titel: Mittel um dem Weine den Faß- und Schimmelgeschmak zu nehmen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 50, Nr. XV./Miszelle 19 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj050/mi050015_19

Mittel um dem Weine den Faß- und Schimmelgeschmak zu nehmen.

Der Wein nimmt, wenn er in riechende Fässer gebracht wird, bekanntlich sehr leicht den Faß- oder Schimmelgeschmak an. Um ihm nun diesen unangenehmen Geschmak wieder zu nehmen, ist es am besten, wenn man ihn in eine Bütte bringt, in welcher Wein gährt, denn die Gährung zerstört diesen Geschmak und Geruch gänzlich. Ist dieß nicht möglich, so soll man den Wein, so wie man den erwähnten Geschmak an ihm bemerkt, sogleich in ein anderes Faß geben, ihn stark schönen, und ihm auf 2 Hectoliter zugleich ein Pfund ungeleimtes, in einem Liter Wasser zu einem Teige angemachtes Papier zusezen. Dieses Verfahren reicht, wenn der üble Geschmak nicht zu stark ist, auf das erste Mal hin; manchmal muß man dasselbe jedoch nochmal wiederholen. – Will man Fässer, ohne sie zu schwefeln, vor diesem üblen Geruche bewahren, so werfe man eine Hand voll Pfirsichblätter und 2 oder 3 Hafen voll siedendes Wasser in dieselben, und schüttle sie, nachdem sie einige Augenblike zugespundet gestanden, nach allen Richtungen, worauf man sie dann ein oder zwei Mal ausspült, und zulezt mit Weingeist ausschwenkt. Hat ein Faß bereits den Schimmelgeschmak angenommen, so nimmt man dessen Boden heraus, wäscht es mit heißem Wasser aus, und überstreicht die innere Oberfläche leicht mit Schwefelsäure, damit dieselbe verkohlt werde. Dann wird das Faß, um ihm die Säure zu benehmen, mit Kalkwasser, und hierauf mir reinem Wasser gut ausgewaschen, und zulezt nach dem Troknen mit Weingeist behandelt. Eben so behandelt man auch schimmelig gewordene Bütten, denn das Auswaschen mit Kalkwasser reicht nicht hin. Das Auswaschen mit Chlorwasser theilt dem Fasse oder der Bütte einen Geruch mit, der sich auch |80| an dem Weine nur nach langer Zeit verliert. (Journal des connaissances usuelles, Septbr. 1833, S. 141.)

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