Titel: Ueber die Bereitung des Feuerschwammes mit Bleiextract.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 50, Nr. XV./Miszelle 7 (S. 75)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj050/mi050015_7

Ueber die Bereitung des Feuerschwammes mit Bleiextract.

Hr. Rathelot, Apotheker bei der ehemaligen französisch-illyrischen Armee machte im Jahre 1812 die Entdekung, daß das Bleiextract (Extractum Saturni oder basisches essigsaures Blei) die Verbrennung sehr begünstige. Er empfahl daher dieses Präparat zur Bereitung eines Feuerschwammes, der fast nie versagt, wenn der Feuerstein nur einige Funken gibt, und welchen die Engländer französischen Feuerschwamm nennen. Die Bereitungsart dieses Schwammes, die bei uns noch nicht hinreichend bekannt ist, ist folgende. Man nimmt auf eine Unze Feuerschwamm zwei Unzen Bleiextract, gibt lezteres in ein Gefäß aus Fayence, und drükt den Schwamm darin nach allen Richtungen, damit er überall gleichmäßig mit Bleiextract gesättigt werde. Ist dieß geschehen, so biegt man den Schwamm wieder aus, und troknet ihn. Statt des wahren Feuerschwammes kann man im Nothfalle auch graues, etwas dikes Papier nehmen, und dieses mit Bleiextract tränken, indem dieses getroknet eben so gut zünden soll, wie wahrer Feuerschwamm. Man könnte, wie das Journal des connaissances usuelles, August 1833, bemerkt, auch ein eigenes, wenig oder gar nicht geleimtes, dikes Papier hierzu bereiten, und damit dann im Großen den sogenannten Amanou oder Papier-Rathelot als Zündmaterial fabriciren. Hr. Rathelot hat auf dieselbe Weise auch Lunten für die Kanoniere der illyrischen Armee verfertigt, die eben so gute Dienste leisteten, wie die gewöhnlichen Lunten. Hr. Cadet schlug vor, durch Sieden von weichen, leichten, schwammigen Holzstüken in essigsaurem oder salpetersaurem Bleie Zündlichter für die Artillerie zu verfertigen, die viel wohlfeiler zu stehen kämen. Da diese Zündlichter jedoch nicht so hell brennen wie die anderen, so kamen sie nicht weiter in Anwendung.

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