Titel: Evans's Gerbe-Methode.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 50, Nr. XLIX./Miszelle 13 (S. 236–237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj050/mi050049_13

Evans's Gerbe-Methode.

Hr. Edward Evans von Salem in Pennsylvanien erhielt am 28. Dec. 1832 ein Patent auf eine neue Gerbe-Methode, welche er den vegetabilischen, gährenden Gährungs-Proceß nennt, und bei welcher nicht nur das Kalken und das Schwitzen der Häute, welches gewöhnlich zum Behufe des Abhaarens derselben vorgenommen wird, entbehrlich werden soll, sondern die den Gerbe-Proceß zugleich auch um mehr dann die Hälfte abkürzen soll. Sein Verfahren ist folgendes: Er bereitet sich vier Gefäße und bringt in jedes derselben 1 1/2 Bushel gebrochenen Mays oder ein anderes Getreide, oder in Ermangelung desselben eine angemessene Menge irgend einer vegetabilischen Substanz, die unter Zusaz von heißem Wasser und Gährungsstoff in geistige Gährung zu treten im Stande ist. Wenn nun die Gährung in diesen Gefäßen eingetreten ist, so werden sie sämmtlich in eine Bütte geleert, die vorher zur Hälfte mit reinem weichen Wasser gefüllt worden, dann gut umgerührt und zugedekt, bis die Gährung neuerdings wieder in Gang kommt. So wie dieß der Fall ist, werden die gewaschenen und entfleischten Häute in die Bütte gebracht und von Zeit zu Zeit darin durchgearbeitet, bis die Haare lose geworden, was bei gehöriger Behandlung in einigen Tagen erfolgt. Wenn die Häute hierauf abgehärt und neuerdings entfleischt worden, so werden sie noch ein Mal in die gährende Flüssigkeit gebracht und innerhalb eines Tages ausgearbeitet, worauf man sie dann zurichtet, um sie in eine starke Gerbe-Flüssigkeit zu bringen, der man gleichfalls ein Faß von der gegohrnen Flüssigkeit zugesezt hat. Nach einem wöchentlichen Aufenthalte in dieser werden sie in starke Laken (leaches) gelegt, die man ebenfalls mit der gegohrnen Flüssigkeit versezt hat. – |237| Hr. Evans versichert, daß seine Häute bei diesem Verfahren sehr gut gegerbt werden; in wiefern dieß richtig ist, mag die Erfahrung lehren, da die Theorie nicht sehr dafür spricht.

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