Titel: Ueber die Bereitung eines künstlichen Düng-Gypses, nach Hrn. Limousin-Lamotte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 50, Nr. XLIX./Miszelle 15 (S. 237–238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj050/mi050049_15

Ueber die Bereitung eines künstlichen Düng-Gypses, nach Hrn. Limousin-Lamotte.

Da es in vielen Gegenden ganz an Gyps fehlt, während sie einen Ueberschuß an kohlensaurem Kalk haben und sich zugleich auch wohlfeile Schwefelsäure verschaffen können, so empfiehlt Hr. Limousin-Lamotte im Journal des connaissances usuelles, man soll daselbst künstlichen Gyps erzeugen, indem man auf den kohlensauren Kalk so viele verdünnte Schwefelsäure gießt, als nöthig ist, um denselben größten Theils in schwefelsauren Kalk zu verwandeln. Um jedoch diesen Gyps dem natürlichen Gypse noch ähnlicher oder ihn selbst noch befruchtender als diesen zu machen, räth er denselben in einen Ofen zu bringen, den man vorher mittelst Disteln, Dornbüschen, Farnkräutern, Maysstängeln, Rasen und anderem an Salzen reichem Gestrüppe bis zur Hize eines Bakofens erhizt hat. Die Gluth und die Asche soll man vollkommen mit dem Gypse vermengen, und hierauf soll noch von demselben Brennmaterial zugesezt werden, um die Hize, die durch das Eintragen des Gypses vermindert wurde, neuerdings wieder zu erhöhen. Nach einer Viertelstunde soll man den Ofen hierauf verschließen und ihn bis zum nächsten Tage oder wo möglich noch länger verschlossen lassen, um hierauf diesen Gyps so schnell als möglich im Monate März auszustreuen. Durch das Verschließen des Ofens vor dem gänzlichen Verbrennen des Brennmaterials beabsichtigt Hr. Limousin-Lamotte eine Verbindung der durch die Verbrennung entwikelten öhligen und sauren Substanzen mit den kalkigen, gypsigen und salzigen Theilen, indem die brennzelig-holzsauren Salze die Vegetation sehr begünstigen, wie er dieß aus folgendem Versuche schloß. Er mengte eine bestimmte Menge brennzelige Holzsaure mit einer bedeutenden Menge Asche, sezte diesem |238| Gemische noch Ruß zu, und streute dasselbe dann im Frühjahre auf verschiedene Stellen seines Gartens. Alle Pflanzen, die mit diesem Düngmittel in Berührung kamen, zeigten eine weit kräftigere und üppigere Vegetation als jene, die dessen nicht theilhaftig wurden.

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