Titel: Ueber die Bereitung von Farbekuchen für Oehlmahlereien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 50, Nr. XLIX./Miszelle 17 (S. 238–239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj050/mi050049_17

Ueber die Bereitung von Farbekuchen für Oehlmahlereien.

Die zubereiteten Oehlfarben werden gewöhnlich in Blasen aufbewahrt, in denen sie jedoch mit der Zeit und besonders auf Reisen eine Veränderung erleiden, in Folge deren sie einen Theil ihres Glanzes verlieren. Hr. Blackmann zu London bereitet seit längerer Zeit Farbekuchen für Oehlmahlereien, die sich vortrefflich halten und deßhalb sehr geschäzt sind. Sein Verfahren hierbei ist folgendes: Man nehme 4 Unzen sehr reinen, fein gepülverten Gummi-Mastix und eine Pinte Terpenthingeist, vermenge das Ganze in einer Flasche, in welcher man es öfter schüttelt, bis der Gummi aufgelöst ist. Will man die Arbeit beschleunigen, so kann man seine Zuflucht zum Marienbade nehmen; besser ist es jedoch die Operation geschieht in der Kälte. Dann wählt man sich seine Farben, welche so lange geschlämmt werden müssen, bis sie ein unfühlbares Pulver bildend Diese Farben reibt man hierauf mit dem Terpenthingeiste, in welchem der Gummi aufgelöst ist, und mit etwas Mastix-Firniß ab, worauf man dieselben troknen läßt und auf folgende Weise in Kuchen formt: Man nehme von dem weißesten und reinsten Wallrath und lasse ihn in einem reinen Gefäße auf einem gelinden Feuer zerfließen, dann seze man ihm den dritten Theil seines Gewichtes Mohnöhl zu und rühre ihn gut damit um. Zugleich erwärme man auch den Reibstein über einem gelinden Feuer und reibe dann die Farbe, aus der man den Farbekuchen bereiten will, unter allmählichem Zusaze einer hinlänglichen Menge des Gemisches aus Mohnöhl und Wallrath so lange ab, bis es die gehörige Consistenz erhalten. Von dieser Masse nehme man hierauf ein Stück von solcher Größe als zur Bildung eines Kuchens nöthig ist, drüke es in einen Model und lasse es abkühlen. Will man sich dieser Kuchen bedienen, so reibt man sie mit Mohnöhl, Terpenthingeist oder irgend einer anderen Substanz auf dem Farbbrette ab, bis man die gehörige Quantität davon abgerieben hat. – Hr. Blackmann bereitet auch Oehlfarben in Blasen, die wegen ihres Glanzes äußerst geschäzt waren. Das ganze Geheimniß ihrer Bereitung beruhte jedoch nur darauf, daß er den Farben beim Abreiben etwas Wallrath zusezte und daß er die Farbe mit etwas Oehl anrührte, so daß der Glanz dieser Farben also nur von dem geringen Zusatze Wallrath herkommen |239| konnte. Man führt eine ungeheure Menge solcher Farbekuchen, da sie sich so sehr gut halten, nach Indien und in die Colonien aus. (Journal des connaissances usuelles. August 1833.)

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